Eurokrise: Haben Sie Angst um Ihr Geld?

Unsere täglichen Schreckensnachrichten gib uns heute: Hilfspakete, Griechenland, Sondergipfel, Italien, Sorgenkind, Irland, Schuldendilemma… Da werden Unsummen von Geldern genannt, und wenn beispielsweise von einem griechischen Schuldenberg von mehr als 350 Milliarden Euro die Rede, wirkt das oft hinzugefügte Adjektiv „gigantisch“ wirklich lächerlich.

Vergleichbar mit der Frage an die Griechen, ob sie jetzt „große“ Angst um Ihr Geld haben. Griechenland ist pleite, welches Land wird das nächste sein?

Längst hat auch die meisten Deutschen das ungute Gefühl erfasst, am Ende des langen und abgrundtief schwarzen Schuldentunnels selbst gewaltig Federn lassen zu müssen: Allein für den ab 2013 geplanten Europäischen Stabilitätsmechanismus soll Deutschland Garantien in Höhe von 168 Milliarden Euro abgeben – und das ist erst der Aufgalopp. Experten (auch so ein Reizwort) warnen vor Panik. Der neue Notfallplan der Euroländer bringe erst einmal „Beruhigung“. Bundeskanzlerin Merkel forderte am Wochenende mehr Geduld mit Griechenland – Versäumtes könne nicht über Nacht behoben werden.

Wir wollen von Ihnen diesmal in unserer Leserfrage wissen: Eurokrise: Haben Sie Angst um Ihr Geld? Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Falls es kippt: Würden Sie das Radrennen vermissen?“ Mit Ja antworteten 44,2 Prozent, mit Nein 55,8 Prozent.

8 Kommentare in “Eurokrise: Haben Sie Angst um Ihr Geld?

  1. Eine Frage an den CDU-Schwarzgeld-Anderkontenführer und Finanzminister
    Schäuble: Wieviel ist der Pleite-Euro eigentlich noch wert in DM??
    Wir Bürger meinen, gefühlt, vielleicht gerade noch 80 Pfennige!!

  2. In der Vereidigungsformel für die Regierungsleute steht etwa drin: „… Nutzen für das deutsch Volk mehren, Schaden von ihm wenden …“. Demnach dürften die Abgeordneten niemals für eine Ausweitung dieser blödsinnigen Rettungsschirme stimmen.
    Aber, leider sind die Abgeordneten nicht ihrem Gewissen, sondern der Parteidisziplin unterworfen. D.h., diejenigen, die abweichen, dürfen wohl ihre künftige Laufbahn abschreiben.
    Mit Demokratie hat das alles nichts mehr zu tun.

  3. Ja, vor allem wenn ich sehe wer unsere Interessen vertritt!
    Aber solange ein 19jähriger Fussball-Profi ohne Schulabschluss mehr verdient als jemand aus unserer politischen „Elite“, werden die kompetenten Fachleute (welche die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge noch richtig verstehen und deuten können) weiterhin in der freien Wirtschaft anheuern und die Politik (und somit die Staaten!) über den Tisch ziehen!

    • Welche Fachleute?
      Hier haben wir doch genau den Fall, dass die Fachleute sich ebenfalls widersprechen. Jede Menge so genannter Fachleute bestehen nach wie vor darauf, dass dieses Konstrukt funktionieren MUSS. Der Normalbürger jedoch sieht mit gesundem Menschenverstand, dass das gar nicht funktionieren kann.
      Es ist also keine Frage des Fachverstands. Letztlich liegen die Ursachen doch in absolut undurchschaubaren Verquickungen von Politik und Wirtschaft. Die Strippenzieher hinter den Kulissen würden auch nicht für 100.00 mehr in den Bundestag gehen, denn ihr Verdienst bewegt sich in Milliardenhöhe. Und übrigens gibt es dann auch für die Politiker ein gutes Auskommen NACH ihrem Ausscheiden. Da werden bequeme Ruhestandsgehälter bezahlt, und zudem hat man ein oder gar zwei Aufsichtsratsposten an Land gezogen … Für mich ist es eine Frage der Moral!
      Und ja, ich habe Angst ums Geld, d.h. in diesem Fall, um das Geld, das ich vielleicht nicht mehr für die Ausbildung meiner Kinder haben werde … Ums Geld, das fehlen wird, um anständige Arbeitsverträge zu bieten … Ums Geld, das im Alter eine angemessene Versorgung sicher soll.

  4. Haben Sie Angst um Ihr Geld?

    Nein – kann ich nicht haben; ich habe einfach keines mehr.

    Aber mal im Ernst: Hier werden wieder einmal Süppchen gekocht um Banken wieder einmal vom Steuerzahler retten zu lassen.

    Gewinne privatisieren – Verluste sozialisieren. So einfach stellen es sich gewissen Subjekte dieser Gesellschaft vor. Es fragt sich nur, wie lange die Bürger sich dieses Vabanquespiel noch gefallen lassen.

  5. Die Befürworter der Euro-Rettungsschirme behaupten ja nach wie vor, dass ja vom Steuerzahlen kein Geld geflossen wäre. Dass es nur Darlehen wären, für die Deutschland gute Zinsen verdienen würde. Es ginge ja nur (!) um Bürgschaften.
    Ja nun, nachdem doch eigentlich sonnenklar ist, dass Griechenland seine Schulden nie zurückzahlen können wird, dürfte die Bürgschaft ja eher früher als später fällig werden. Und dann fließt reichlich Geld vom deutschen Steuerzahler. Das wird von der Politik sträflich vertuscht.
    Unsere Hochachtung muss den Abgeordneten gelten, die den Quatsch endlich kippen wollen. Aber die meisten werden – da sie ja an ihren Stühlen kleben wie die Kletten – die Politik der Regierung durchwinken.

  6. Der Euro war in erster Linie der Preis für Frankreichs Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung. Das Projekt Euro wurde dann mit Gewalt durchgepeitscht. Man hat zwar einige Sicherungen zur Wahrund der Stabilität in das System eingebaut. Der Konstruktionsfehler war jedoch, dass es keine automatischen Sanktionen bei Nichteinhaltung der Stabilitätskriterien gibt. Sanktionen müssen erst beschlossen werden. Dabei war natürlich klar, dass ein solcher Beschluss nie klappen würde. Und so wurden – auch von Deutschland – munter die Kriterien oftmals nicht eingehalten. Griechenland hat die Grenzen offenbar völlig ignoriert. Und dieses eigentlich unbedeutende Land (Einwohner weniger als Bayern) soll nun das ganze Euro-System in Gefahr bringen können. Wohl kaum! Es geht einfach wieder um Politik. Man will Europa nicht gefährden. Um jeden Preis will man verhindern, dass die politische Union gefährdet werden könnte.
    Eine kleine Hoffnung gab es ja noch, aber das Bundesverfassungsgericht hat die Chance nicht ergriffen. Rechtsbruch und dramatische politische und ökonomische Falschentwicklungen wurden gebilligt. Es war kein juristisches, sondern ein politisches Urteil. Die Gewaltenteilung hat somit versagt – die Demokratie ist gescheitert.
    Herr Stark hat daraufhin nun auch das Handtuch geworfen.

  7. Natürlich müssen wir Angst um unser Geld haben und das nicht erst seit der offiziellen Griechenland Krise. Es wußten die Politiker als sie Griechenland als „Wiege der Demokratie“ in den Euro aufnahmen, wie es um deren Finanzmoral steht. Wer Griechenland in den Euro aufnimmt, sollte konsequenterweise Schwarzarbeit bei uns legalisieren. Und was hat der Euro dem deutschen Bürger gebracht, Lohndrücken, da wir ja konkurrenzfähig sein müssen und Verbraucherpreise die 1 : 1 zur DM umgerechnet wurden. Da wäre ich als Arbeitgeber auch für den Euro, denn sie kassieren – irgendwo muß das Geld das ja angeblich so sprudelt, schließlich ankommen – während das Volk nur zahlt. Aber glücklicherweise läßt sich der Deutsche ja für dumm verkaufen, schließlich brauchte selbst die Demokratiebewegung in der DDR erst westlichen politischen Anstoß. Und den erneut zu geben, weiß unsere Bundesregierung unter FDJ Politsekretärin Merkel wohl zu verhindern.

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