Braucht die Stadt einen Baureferenten?

Über den Jahreswechsel und die Weihnachtsferien ist es ruhig geworden um ein Thema, das vorher hohe Wellen schlug: die Frage nach der Zukunft des Baureferates. Erst sollte der Posten des Referenten im Zuge der Verschlankung der Stadtspitze und der nächsten Kommunalwahl 2014 geopfert werden (zusammen mit einem weiteren Referenten), dann machte OB Ulrich Maly eine halbe Rolle rückwärts. Das Referat will er erhalten, möchte es enger mit der Stadtentwicklung und dem Denkmalschutz verschmelzen. Doch er wirft die Frage auf, ob künftig ein politischer Baureferent nötig sei, der bei der Machtverteilung im Rathaus eine Rolle spielt, oder ob nicht auch ein Amtsleiter in der Funktion eines Baurates die Aufgabe erfüllen könnte.

Architekten und mit Stadtplanung befasste Institutionen machen sich für einen qualifizierten Baureferenten stark. Sie sorgen sich um die Lebensqualität in der Stadt, die von Architektur und Stadtgestaltung maßgeblich beeinflusst werde. Auch die Befürchtung, die Stadt könne ohne Baureferent stärker privaten Investoren ausgeliefert sein, wird geäußert.

Doch was ist in Nürnberg während der vergangenen Jahre mit – oder trotz – Baureferent passiert? Der Friedrich-Ebert-Platz ist das aktuellste Beispiel für eine Stadtgestaltung, die hässlicher kaum ausfallen könnte. Der neue Milchhof wird wohl ebenfalls kaum als architektonische Meisterleistung in die Annalen eingehen. Zur künftig gläsernen Front der Stadtbibliothek mag man stehen, wie man will – zu dieser Lösung wäre man wohl auch ohne einen Baureferenten gekommen.

Auch früheren Vertretern dieses Amtes sind nicht nur Geniestreiche gelungen, was zum Beispiel der Kornmarkt beweist. Und die langweilige Pseudo-Sandstein-Fassade des Karstadt-Kaufhauses an der Lorenzkirche strotzt auch nicht gerade vor Originalität.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Braucht die Stadt einen Baureferenten?“ Geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab. Über die Leserfrage diskutieren können Sie hier auf unserer Debattenseite.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Bundespräsident: Soll das Amt abgeschafft werden?“ Mit Ja antworteten 54 Prozent, mit Nein 46 Prozent. uwo

15 Kommentare in “Braucht die Stadt einen Baureferenten?

  1. Eine Stadt ohne Baureferenten hat keine ordnente Hand. Wer Stadtpolitik ohne Fachkenntnisse macht, der denkt nur in seiner Gedankenwelt und vergisst die Allgemeinheit.

    • Geordnet hat Herr Pflasterle wirklich und zwar die Pflastersteine z. B.auf dem Sebaldusplatz. Ganz Nürnberg quadratisch, praktisch, gut, dazu brauchen wir sicher gut von Steuergeld bezahlte Stadträte.

      Und ob es wirklich ein Zeichen von Ordnung ist eine U Bahn zweifelhafter Bedeutung parallel zu einer gut funktionierenden und von den Bürgern gewünschten und gut genutzten Straßenbahn und dann auch noch mit affenscheußicher Gestaltung der oberirdischen Teile der Haltestellen zu bauen darf zumindest hinterfragt werden. Es wäre Aufgabe des Baureferenten gewesen, die U3 Nord aus infrastrukturellen und städtebaulichen Gründen zu verhindern. Aber statt die U 3 Nord verhindert zu haben will er mit seiner Verwaltung dem ganzen durch die völlig verquere U 3 Süd zum vormaligen DB HP Fürth Süd an der Rednitz nun noch das Tüpfelchen auf das i aufsetzen. Dazu brauchen wir wirlch keinen Baureferenten, ganz im Gegenteil, dessen Nichtexistenz hätte mglicherweise einigs verhindert.

  2. Städtebau und Architektur, aber insbesondere, der, wenig prestigeträchtige, Bauunterhalt städtischer Gebäude einschließlich die für Gebäudenutzer unverzichtbaren Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen, sind, zusammen mit einer gut funktionierenden Bauverwaltung, auch in Zukunft unerlässlich für Nürnberg als Metropolstadt als Stadt der Baudenkmäler und der Menschenrechte. Deshalb wird es auch künftig ein Baureferat und einen Baureferenten brauchen.

    Wenn die Notwendigkeit eines Baureferenten auch nicht aus allen Sichtweisen (z. B. aus Sicht des Bauunterhaltes) gegeben scheint, beziehungsweise die Baureferenten nach Meinung einiger Kritiker/innen nicht immer durchsetzungsstark oder brillant waren, so hat doch jeder der Baureferenten, überwiegend ohne kostenintensive Reibereien und Skandale, wertvolle Arbeit für die Stadt Nürnberg geleistet. Auch in Zukunft werden Kosten und Finanzierbarkeit eine wichtige Rolle spielen.

    Übrigens, genauso wie ein Referent für gelungene Projekte nicht allein die Lobeshymnen verdient hat, ist er auch für weniger Gelungene nicht allein verantwortlich. Daran, sollten alle Rufer denken, wie auch daran, dass ein Referent fairerweise nur so gut sein kann, wie Zuarbeiten seiner Fachdienststellen.

    Auch ist unstrittig, dass Jeder möchte, und nicht erst seit der weiter oben erwähnte griechische Staatsmann Perikles im 5.Jh. v Chr. offenkundig viel zu leise es empfohlen haben soll, auf die Zukunft bestens vorbereitet zu sein.

    Schließlich, da „Stadt“, wie an anderer Stelle argumentiert wurde, „polis“ also „Politik“ bedeutet, kann davon ausgegangen werden, dass die Bauabläufe in Nürnberg auch weiterhin von „Stadt-Politik-Verantwortlichen“ gesteuert werden.

    Dass das in letzter Zeit ohne größere Skandale möglich war, dafür sollten Bürger und Bedienstete der Stadt Nürnberg dankbar sein.

  3. Keinen Baureferenten haben wir leider schon.
    H. Baumann ist es in seiner Amtszeit bisher nicht gelungen einen „Fußabdruck“ in seiner (??) Stadt zu hinterlassen.
    Diese Tatsache belastet die momentane Diskussion aus meiner Sicht viel mehr, als die über die sachliche Notwendigkeit eines funktionierenden Baureferates in einer Stadt wie Nürnberg mit mehreren tausend städtischen Gebäuden und ihrem Grundstückspotential in der zentralen Position in der Metoropolregion Nürnberg.
    Nötig wäre es die wesentlichen Aufgaben eines Baureferenten in den Vordergrund zu stellen.
    Er kann es sicherlich nicht allen Beteiligten in einem Bauplanungsprozess recht machen, er sollte aber mit Emmotion und wahrnehmbaren Engagement die Interessen der Stadt Nürnberg mit ihren Bewohnern vertreten.

  4. Was haben die Nürnberger Baureferenten in Nachfolge von Herrn Schmeissner, der der letzte Bau Meister in dieser Stadt war, eigentlich bewirkt?
    Es wurde abgebrochen, von Werken in Schweinau über das Tafelwerk, dessen Baywahalle heute für ein Industriemuseum schmerzlich vermißt wird bis zur Milchzentrale. Die Wandelgäne an der Tunnlnau sind einsturzgefährdet und die einst denkmalgeschützte Scheddachhalle der früheren Straßenbahnhauptwerkstatt soll auch noch fallen. Und wer hat den Unschlittplatz vor dem Baureferat gerettet, die Altstadfreunde. Wer hat den Wiederaufbau des Pellerhofes gegen massiven Widerstand der Stadt gestartet und die aufgeschnittene Bratwurst am Maxplatz verhindert. Jednfalls nicht das Baureferat. Dafür entstanden Klötze in der Altstadt bis zur neuen Stadtbücherei. und ein nichtssagendes Industriegebiet in schweinau (Bahr) und am Wöhrder See. Und dafür sollen wir einen Baureferenten benötigen. Nach Prof. Plasterle glaubte jeder, noch schlimmer kann es nicht kommen, bis er die Oberflächenanlagen der neuen U 3 gesehen hat. Spätestens diese Bausünden führen das Amt des Baureferenten ad absurdum.

  5. Keine Stadt ohne Stadtbaumeister!
    1961 wurde das Amt in der Presse noch als „eines der wichtigsten und verantwortungsreichsten, das die Stadt zu vergeben hat“ bezeichnet. Wieso scheint dieses Wissen heute verloren gegangen zu sein? Die jahrelange Zerlegung und Demontage aller für ein Planen und Bauen eng zusammengehörenden Abteilungen, Zuteilungen zu den verschiedensten Referaten, zuletzt auch zum Konstrukt SÖR, haben natürlich und deutlich sichtbar zu schlechten Ergebnissen geführt die von den Fachleuten beklagt und von den Bürgern mit Recht kritisiert werden. Eine Bündelung aller zum Planen und Bauen gehörenden Abteilungen ist unabdingbar! Dann könnte der Baureferent auch für die Sachen einstehen und müsste sie vor der Öffentlichkeit verantworten. Wenn der politische Beschluss einer Verwaltungsreform 10 Jahre alt ist, dann sei die Frage an alle Stadträte erlaubt, ob hier nicht Korrekturen nötig sind? Für den Stadtumbau Nürnbergs hat sich in dieser Zeit ein enormer Handlungsbedarf aufgetürmt, der – ebenso wie in der Wiederaufbauzeit – Fachverstand, Entscheidungskraft und Visionen erfordert. Die Aufgabenfelder sind vielfältiger, die Mittel knapper geworden. Nicht zuletzt ist das Bedürfnis nach Transparenz in der Öffentlichkeit gewachsen. Die reichlich vorgetragenen und mittlerweile bekannten Argumente der Initiative aller Fachleute und baukulturell interessierten Bürger zur Stärkung einer verantwortlichen Persönlichkeit „Stadtbaumeister“ würden doch einen Lernprozess erlauben und zu einem Umdenken berechtigen, ohne das politische Gesicht zu verlieren.

  6. Was haben die Baureferenten von Görl über Pflasterle bis Baumann wirklich gebracht, ein Bankgebäude am Heilig Geist Spital die man nur bei Stromausfall nachts schön finden kann, stadtweit viel Pflaster und wenig grün. Der derzeitige Baumeister baut meistens unterirdisch, da kann er nicht viel gestalten und so fällt sein Wirken nicht so auf, nur leider müssen U Bahnfahrgäste wieder nach oben, da sieht es dann schon ganz anders aus. Dazu kommen dann die dauernden Ausreden über angebliche Zwänge. Die Zwänge schafft genau die Verwaltung, die sie verhindern soll. Am F. Ebert Platz waren die Zwänge nicht der Platz sondern die Verhinderung des Wiederaufbaues der Straßenbahn in den Kirchenweg. Und genau um soetwas zu verhindern, dazu gibt es diesen hauptamtlichen Stadtrat. Und da er sich nur als Anhänsel des U Bahnbauamtes fühlt, ist der Posten des Baustadtrates zumindest in der dezeitigen Form unnötig wie ein Kropf um nicht zu sagen schadet er mehr als er nutzt. Nürnberg hatte nach dem Krieg mit Herrn Schmeissner, einem alten Nürnberger, eine gute Wahl getroffen und sicher hat dieser Baureferent auch viel Nürnberger idendität gerettet, das kann man aber von den letzten Referenten nicht sagen.

  7. Der Stadtbaumeister ist unverzichtbar.

    Unseren Lebensraum und unser Kulturgut stellt die „Europäische Stadt“ dar, deren
    Lebensmodell in den unterschiedlichsten regionalen Facetten unseren Kontinent seit dem 9. Jahrhundert gestaltet. Es ist die Aufgabe aller Verantwortlichen, diesen wertvollen Lebensraum behutsam zu bewahren und gleichzeitig entsprechend den Anforderungen für die Zukunft zu transformieren.

    Die aufgezählten Fallbeispiele der NZ von nicht herausragender Architektur zeigen ein falsches Verständnis von Stadt- und Bauplanung. Im Gesamtkontext der Planungshoheit hätten folgende Fragen den Kern der Verantwortung getroffen:

    – Wäre der Wiederaufbau Nürnbergs nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs ohne eine Bauverwaltung mit der Spitze eines Baureferenten denkbar gewesen?

    – Wo und wie wären die 40.000 Einwohner der Trabantenstadt Langwasser in Nürnberg eingehaust?

    – Was wäre die Stadt Nürnberg ohne die verkehrsberuhigte Altstadt?

    – Welchen Verkehrsbelastungen wäre Nürnberg ohne die U-Bahn ausgesetzt?

    – Wer hätte die Koordination der Landschaftsplanung für den Wöhrder See durchgesetzt?

    – Wer hätte die Vision einer „Kulturmeile“ des OB Dr. Schönlein städtebaulich geformt?

    – Oder wer hätte die Fußball-WM, das Dokuzentrum, das CineCitta oder die Sebalder Höfe nach Nürnberg geholt?

    Grundsätzlich müssen wir uns darüber im Klaren sein, welche nicht sichtbaren Mechanismen stecken hinter den Strukturen unserer Städte und Lebensräume?
    Und welche Konsequenzen müssen wir daraus für unsere Planungspraxis ziehen und soll sie weiterhin Wirkung entfalten?

    Athens Staatsmann Perikles sagte im 5. Jahrhundert v. Chr.: „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorherzusagen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“

    Der Stadtplaner Thomas Sieverts sieht heute neben der qualitativen Aufwertung der be-stehenden Substanz der Städte als planerische Perspektive die „Nähe zur Natur“ und die Gestaltung der Freiräume in einer vernetzten Stadtlandschaft.

    Der Stadtsoziologe Hartmut Häussermann spricht von einer tiefgreifenden Umwälzungsphase – von der Industrie- über die Dienstleistungs- zur Wissenökonomie – in der sozialen Spannungsfeldern vorgebeugt werden muss.

    Noch leben wir im europäischen Raum in einer Region mit Energie im Überfluss. Wir befinden uns aber am Anfang einer energetischen Umwälzungsphase – weg von einer auf Öl und Gas basierten Arbeits- und Dienstleistungsgesellschaft hin zu einer auf erneuerbaren Energien basierten Wissensgesellschaft; und jede Energieform hat unsere Stadtstruktur und ihre Gestaltung geprägt.

    Summa summarum steht unser Stadtmodell vor den größten Herausforderungen seit den Kriegszerstörungen.

    Damit „Stadt“ sich für die Zukunft im Wettstreit untereinander rüsten kann, benötigt sie nach wie vor ein innovatives Planungsinstrument mit einer hohen Akzeptanz und einer lenkenden Hand.

  8. An gscheidn Bauexberdn bräicherd Nämberch scho. Schaud eich doch amol um: In ledzder Zeid is ner blouß Pfusch baud worn in aaner Stadt, däi wou fräiher amol a „Schadzkästla“ g´we´n is. Des sin ober ner blouß Schädz vo fräiher. Wos fehld, des sin moderne Schädz.

  9. Braucht Nürnberg einen Baureferenten?
    Wie komme in eine Stadt, wie bewege ich mich in einer Stadt?
    Was fällt den Menschen als erstes auf, wenn sie eine Stadt betreten?
    Was ist die Grundlage, die Struktur, das Netz der Stadt?
    Verkehrswege, Bauwerke, Ordnung!
    Platz zum Wohnen, Leben, Einkaufen für Vergnügen, Sport, Gesundheit und Bildung.
    Bauen, Planen und die Ordnung ist Kultur – Kultur die uns jeden Tag bewusst und unbewusst begegnet und in der wir leben – sie verdient eine/n FürsprecherIn die/der sich gegen finanzielle und Einzel- Entscheidungen wehren kann. Dafür brauchen wir ein eigenständiges Baureferat.

  10. Städtebau und Architektur sind wesentliche Bestandteile von Lebensqualität – ein klares JA zur Zukunft des Baureferenten!

  11. Ein klares Ja zur Position des BAUREFERENTEN

    vielleicht hilft bei der nicht ganz einfachen Diskussion der Vergleich mit einem Orchester:

    Der Intendant (Oberbürgermeister) dirigiert nicht.
    Das kann er fachlich nicht und er hat auch andere wichtige Aufgaben.

    Dirigent ist der ist der Baureferent /Stadtbaumeister.
    Er kann Partituren lesen und ist Chef aller Orchestermitglieder.

    Davon, dass das ganze Orchester (Dienststellen des Referats) abgeschafft wird, redet keiner. Wir befürworten natürlich, dass das Amt für Wohnen und Stadtentwicklung wieder in das Baureferat integriert werden soll.

    Dass der Oberbürgermeister aber meint, dass ein Amtsleiter die Rolle des Referenten übernehmen kann, wäre so als würde der erste Geiger das Orchester dirigieren.
    Natürlich spielt ein Orchester auch so eine Weile weiter, aber nicht auf hohem Niveau und auch ohne Ziele und Visionen – nur eine Notlösung.

    Wir wünschen uns für die Baudienststellen einen Dirigenten, der das Orchester mit neuen Ideen und Visionen leitet. Der die Stadt selbstbewusst auch gegenüber Investoren vertritt, der Partituren lesen kann und weiß mit welchen seiner Instrumente er was bewirken kann.

    Im kommenden Jahr wollen wir allen Politikern und auch dem Oberbürgermeister auf verschiedenen unserer Veranstaltungen die Gelegenheit geben, klar Position zu beziehen.

    Wir glauben nicht, dass alles nur eine Interpretation der Medien oder der Berufsverbände ist. Hier hilft es aber, wenn auch die Politik die korrekten Begrifflichkeiten verwendet.

    • „Geschäftsbereiche“
    werden von (Ober-)Bürgermeistern, also von gewählten Partei-Politikern, die in der Regel keine Fachleute sind geleitet.

    • „Referate“
    werden von berufsmäßigen Stadträten, die Fachleute sind, geleitet, und die Ihre Themen auf Augenhöhe mit den anderen Stadträten und Bürgermeistern vertreten können.

    Fachkunde und Augenhöhe sind die Rahmenbedingungen für das Amt, perfekt ausgefüllt wird es durch die Auswahl der richtigen Persönlichkeit.

    Der BDA wird im kommenden Jahr
    einige Baureferenten zu Veranstaltungen einladen, damit auch anhand von plastischen Beispielen klar wird, warum Städte gerade auch in der heutigen Zeit nur so ihre Planungshoheit zum Wohl der Stadt umsetzen können.

    Andreas Grabow
    stv. Vorsitzender des BDA KV Nürnberg, Mittel- Oberfranken

  12. Ehrlicherweise muss ich sagen: Obwohl ich in Nürnberg wohne und mich sehr für Architektur und Stadtplanung interessiere, habe ich vom derzeitigen Referenten Wolfgang Baumann wenig mitbekommen. Ein Profil hat er sich in den knapp zehn Jahren, in denen er im Amt ist, nicht erarbeiten können.

    Das muss noch nicht einmal an ihm selbst liegen. Es ist durchaus möglich, dass er als Parteifreier nicht genügend Macht in der Stadt besitzt, um seinen Willen durchzusetzen. Es ist genauso möglich, dass er angesichts der knappen Mittel und der Übermacht der Wirtschaftspolitik und der Arbeitsplatzaspekte kaum Einflussmöglichkeiten hat. Doch dann frage ich mich, warum Baumann das nicht öffentlich macht. Meint er, seine Wiederwahlchancen zu erhöhen, wenn er alles brav abnickt und den Mund hält? Diese Rechnung wird nicht aufgehen. Schlimmer noch: Mit dieser Haltung wird er eventuell noch zum Totengräber für das Amt, das er bekleidet.

    So, wie Nürnberg in den letzten Jahren verhunzr und mit Beliebigkeitsarchitektur zugeschustert wurde, brauchen wir keinen Wegfall des Referates, sondern dringend einen Referenten mit Rückgrat und Profil, der dem Einhalt gebietet.

    Dem jetzigen Amtsinhaber möchte ich dringend raten, sich endlich zu äußern und wenigstens für den Erhalt des Referates einzutreten, wenn ihm schon sein eigener Ruf offensichtlich egal ist.

  13. Klares Votum für: Ja, die Stadt braucht einen Baureferenten!

    „Planen und Bauen“ braucht einen eigenständigen Fürsprecher auf dieser entscheidenden politischen Ebene (Referate), neben – sprich auf gleicher Ebene mit – den anderen wichtigen Themen der Stadt, wie Bildung/Finanzen/Kultur, etc.

    Ein Referent vertritt die ihn betreffenden Angelegenheiten im Stadtrat, er hat Rede- und Antragsrecht.
    Seine Aufgaben sind:
    Belange des Bauens und Planens formulieren und vertreten;
    sich reiben mit den anderen Referaten, dem OB, der Bevölkerung usw. – es ist kein „Kuschelamt“; Bündelung von Prioritäten,
    Weichenstellungen für die Zukunft der Stadt!

    Nicht alle Weichenstellungen werden von allen geliebt werden. Aber er darf nicht fehlen, das wäre wesentlich schlimmer als die aktuelle Situation.

    Weder ein Oberbürgermeister noch ein Amtsleiter dürfen diese Aufgabe übernehmen, sie haben andere Rollen in der Struktur der Kommune! Nicht umsonst ist die Ebene der Referenten (=Fürsprecher stadtbestimmender Themen) innerhalb der kommunalen Struktur voranden.

    Der Begriff „Politik“ bedeutet: „Dinge, die die Stadt betreffen“ bzw. „Tätigkeiten/Fragestellungen, die das Gemeinwesen – die polis (Stadt) – betreffen.

    Bauen und Planen (das Baureferat) darf in Nürnberg nicht fehlen.
    Es geht uns alle an.

    Zum Schluss.
    Frage an alle, die mit Nein antworten: beziehen Sie Ihr Votum auf den aktuellen Baureferenten oder auf die Zukunftsfrage allgemein? Ziel der Abstimmung sollte meiner Meinung nach sein, ein Votum für die Zukunft zu erlangen.

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