Höhere Strafen für Schwarzfahrer?

Wer wiederholt beim Schwarzfahren erwischt wird, soll bald 120 Euro Strafe zahlen. Diese Forderung stellt die VAG, weil einige Fahrgäste Probleme machen: Sie verbreiten minutenschnell über Facebook, wo Kontrolleure unterwegs sind. Und entwischen immer wieder.

Das Verkehrsunternehmen möchte in Zukunft so vorgehen: Wer zum ersten Mal ertappt wird, zahlt 60 statt wie jetzt 40 Euro. Wenn jemand zum zweiten Mal kein Ticket dabei hat, werden 120 Euro fällig. Beim dritten Mal gibt es eine Strafanzeige. Doch es ist unklar, ob höhere Strafen abschrecken. Außerdem: Viele meinen, dass die VAG selber schuld sei – oft seien Fahrkartenautomaten defekt, so dass kein Ticket erworben werden könne.

Unsere Leserfrage lautet deshalb: „Höhere Strafen für Schwarzfahrer?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de ab.

Letzte Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Haben schlechte Umgangsformen zugenommen?“ Mit Ja antworteten 90 Prozent, mit Nein 10 Prozent. Den Duffle-Trolley hat Walter Große aus Nürnberg gewonnen. Diesmal verlosen wir unter den Leserfrage-Teilnehmern einen Blu-Ray Player.

6 Kommentare in “Höhere Strafen für Schwarzfahrer?

  1. Eigentlich ist es doch logisch, dass wenn die Preise erhöht werden, auch die Strafen erhöht werden müssen. Momentan lohnt sich schwarzfahren ab der 19ten Fahrt (Tarif A). Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal kontrolliert wurde , das muss Jahre her sein (bezieht sich rein auf’s Stadtgebiet und außerhalb der Stoßzeiten – in der S-Bahn und im Berufsverkehr sieht’s vermutlich anders aus). Ich mutmaße, dass es sich momentan theoretisch lohnt es drauf ankommen zu lassen.

    • Wirkliche Schwarzfahrer, die nach der Wahrscheinlichkitstheorie verfahren nicht erwischt zu werden sollten tatsächlich härter bestraft werden. Aber gerade die verstehen es meistens auch, sich der Kontrolle zu entziehen. Wenn allerdings an der S Bahn der Automat nicht geht, müssen sie z. B. „schwarz“ fahren, da der Zug sonst bereits wieder abgefahren ist ehe sie den Lokführer als einziges Betriebspersonal im Zug erreichen. Und wie wäre es endlich mit einer bundesweiten Normierung der Tarife der deutschen Verkehrsverbünde. Bei der Krümmmung der Gurke kann es die EU, bei den Tarifen ist es in jedem Verbund, ja möglicherweise innerhalb des Verbundes völlig anders. Teilweise sind Fahrkarten aus dem Automaten entwertet, andere sind es wieder nicht. Es gibt Waben, Zonen, Teilstrecken, Kurzstrecken und Langstrecken ohne Bezug zur Wabenstruktur etc. Da soll noch einer durchsteigen. Da machen es sich die Verkehrsbetriebe schon etwas zu einfach nach dem Motto: Der Kunde ist an allem schuld, auch noch für eigene Versäumnisse ebn etwas mehr zu kassieren. Es werden so nicht die Schwarzfahrer verschreckt, sondern jeder Gelegenheitsnutzer vom ÖPNV ferngehalten. Für 120 Euro kann man viel Auto fahren, einschließlich Strafe für Falschparken.

  2. Ich finde das nicht gut, denn so steigt sicherlich der Vandalismus vor Wut, vorallem bei frustrierten Jugendlichen, die ja noch nicht gefestigt sind. Ich finde es scheinheilig, von den Herren der VAG zu sagen: sie wollen ein Zeichen setzen gegenüber den zahlenden Fahrgästen. Erhöhen tun sie trotzdem satt.

    Ich fände es auch aus psychologischer Sicht besser, menschlicher zu reagieren und beim 1. Mal Schwarzfahren zu verwarnen, vorallem macht auch der Ton die Musik. Der Service bei den Automaten muss verbessert werden. Denn es kann nicht sein, dass man blöd angeredet wird, dass ist kein Wechselautomat, wenn der Automat an den S-Bahnstationen nicht einmal einen 20,–€ -Schein annimmt. Beim 2. Mal ohne gültigen Fahrschein, ein Busgeld, so wie es ist 40,– € und wenn man daraus nichts gelernt hat, bin ich auch für eine Strafanzeige. Oder besser noch: ein ganzes Wochenende lang, zum Saubermachen in den Straßen-/S-Bahnen verdonnern.

    Freundliche Grüße
    Edeltraud Brem

  3. Ich kann nicht glauben, dass das Schwarzfahrer das größte VAG Problem ist. Egal wie viel Strafe das kostet, Schwarzfahrer werden weiterhin schwarz fahren, weil sie ja davon ausgehen, dass sie nicht erwischt werden.
    Die VAG sollte daran denken, dass nicht jeder mit voller Absicht schwarz fährt. Mir ist es selbst schon passiert, dass ich so in Gedanken war, dass ich vergessen hab meine Streifenkarte abzustempeln. Und wie schnell hat man mal seine Mobicard vergessen.
    Viel mehr sollte die VAG alles dafür tun, dass öffentliche Verkehrsmittel von mehr Leuten gerne benutzt werden. Also leicht verständliche Tarife, Ticketpreise die sich Jeder leisten kann, Sozialticket, Kundenservice, günstige Monatskarten, … dann bezahlt man auch gerne.

  4. So ein Schmarrn.

    Bei Ihren undurchsichtigen, hirnrissigen Systemen mit den verschiedenen Streifenkarten und den neuen Zonen (was war an 100, 200, 300,400) denn so schlecht?!

    Einer Preiserhöhung von über 20%, jährlich aber mindestens 10%, und ständig (!) defekten Fahrkartenautomaten, dazu unfreundliches Servicepersonal (allein die Ansagen in der S Bahn, in diesem verranzten 80er Jahre Zug – man vergleiche dazu die Ansagen im RE oder gar IC, da geht auch mal ein „Guten Morgen“, nicht nur ein hingerotztes unverständliches „nxllster Hcchchhhlt Füchchchc Unterfachchc Ausstg rrchts..“ ).

    Die himmelschreienden Dummfugsaktionen wie zB dass sie es IMMERNOCH nicht hinkriegen Verträge mit der Uni zu schließen (OTON aus der Studentenkanzlei: Daran ist der VGN nicht interessiert) und sich stattdessen die Nutzer der Zukunft, nämlich die zahlungskräftigen Studenten, die nach dem Abschluss hier arbeiten, vergraulen und gleichzeitig wegen angeblichen „Modernisierungen“, sprich einen renovierten Ebertplatz mit Protzhaltestelle, die halbe Nordstadt vom Schienenverkehr durch die Tram abschneiden zeugt schon von großer Ignoranz und auch Arroganz.

    Vorhin als die S Bahn kurz vor 11 Richtung Erlangen wieder zu spät kam (mittlerweile haben ja sogar Güterzüge Vorrang vor Bahnen niedriger IC…) hab ich wieder einmal drüber nachgedacht WIE SEHR diese Herren Ihren Job verfehlen – Der Öffentliche Personennahverkehr ist KEIN Gewinngeschäft. Das muss Quersubventioniert werden um die Straßen zu entlasten und die Region zu beleben! Und um Himmels Willen, Ihr Raffsäue mit Euren Boni Schecks in der Tasche, sprecht endlich ernsthaft über ein Sozialticket!

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