Öffentlicher Dienst: Sind die Forderungen gerechtfertigt?

Verkehrschaos, verschlossene Kindertagesstätten, ungeleerte Mülltonnen: Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes haben in der vergangenen Woche schon einmal demonstriert, was passiert, wenn sie richtig sauer sind. Während die Nürnberger noch glimpflich davonkamen, ging in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wegen der Warnstreiks nicht mehr viel voran.

Die Gewerkschaften fordern für die Angestellten von Bund und Kommunen einen Lohnzuwachs um 6,5 Prozent, mindestens aber 200 Euro. Die Forderung ist den Arbeitgebern zu hoch, deshalb legten sie aus Prostest zur ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vor. Heute werden die Beratungen fortgesetzt.

Die Dienstleistunggewerkschaft ver.di argumentiert damit, dass immer mehr Beschäftigte des öffentlichen Dienstes nur noch mit Zweitjobs über die Runden kommen. Auch seien die Arbeitsplätze bei Bund und Kommunen schon lange nicht mehr so sicher, wie immer behauptet werde. Ver.di kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Steuerpolitik der letzten Jahre, die zu Lasten der öffentlichen Haushalte gegangen seien. Es sei auf Milliardeneinnahmen verzichtet worden, Außerdem prangert die Gewerkschaft an, dass aus Steuergeldern riesige Summen zur Rettung von Banken bereitgestellt wurden.

((ContentAd))Die Arbeitgeber wiederum halten ihrem Gegenüber vor, völlig überzogene Forderungen zu stellen. Niemand wolle eine Nullrunde, sagte Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), der Verhandlungsführer des Bundes. Doch die Finanzen von Bund, Städten und Gemeinden seien knapp. Gefragt sei nun die Einigungsbereitschaft der Gewerkschaften. Auch der Präsident des Verbandes der kommunalen Arbeitgeber, Thomas Böhle, warnte vor einem zu hohen Abschluss. Auf diese Weise würde unter anderem der Ausbau der Kindertagesstätten gefährdet, sagt er.

Unsere Leserfrage lautet diesmal: „Öffentlicher Dienst: Forderungen gerechtfertigt?“ Geben Sie Ihr Votum unter NZ.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Mehr Geld für die Straßenbahn?“ Mit Ja antworteten 56 Prozent, mit Nein 44 Prozent. Die Digitalkamera hat Walter Leyh aus Eckental gewonnen. In dieser Woche verlosen wir unter den Teilnehmern an der Leserfrage einen Raclette-Grill.

5 Kommentare in “Öffentlicher Dienst: Sind die Forderungen gerechtfertigt?

  1. Der öffentliche Dienst verdient GENUG!!

    Bei den ganzen Einstellungsverfahren in den öffentlichen Dienst wird schließlich nicht umsonst gefragt:

    a) Möchten Sie lieber viel verdienen, aber dafür Angst haben ihren Jon zu verlieren
    b) Lieber weniger Geld verdienen und dafür einen sicheren Arbeitsplatz haben.

    Unkündbarer Arbeitsvertrag in Zeiten der Zeitarbeit und befirsteten Beschäftigung.

    Kommt verfickt nochmal runter ihr öffentlichen Dienst Trottel…

  2. Das Problem ist ganz einfach, dass die Städte arm sind, aber eben nicht wegen der Bezahlung ihrer Mitarbeiter, sondern erstens wegen völlig unsinniger Ausgaben, wie U Bahnen an die Rednitz, oder weil neben den sprudelnden Gewinnen für die Euro Gewinner in den oberen Etagen der Wirtschaft und insbesondere der Banken, (Der Normalbürger verliert nur durch den Euro, er würde heute auch in DM weniger verdienen als zu der Zeit da er die DM noch hatte, womit auch das angeblich segensreiche Wirken des Euro widerlegt ist) das Steuergeld auch der deutschen Müllfahrer nicht zum Ausbau z. B der Straßenbahn in Nürnberg sondern bestenfalls der U Bahn in Saloniki eingesetzt wird.
    Dazu kommt natürlich, dass auch der Rentenanspruch eines nicht vom Volk gewählten Bundespräsidenten nach 1 1/2 Jahren Amtszeit von in der Summe 500000 Euro/Jahr von den Steuern der Nürnberger Straßenbahnfahrer oder Kindergärtnerinnen bezahlt wird. Dabei schied dieser Präsident nicht wegen eines gefundenen und eingelösten Pfandbons über 1,50 Euro aus, sondern weil mit der Hilfe seines von ihm geförderten Freundes Maschmeier auch offentlich Bediensteten mit Duldung der Regierenden das Geld aus der Tasche gezogen wurde. Wenn in den Städten kein Geld da ist kann das nicht zu Lasten der Mitarbeiter gehen, sondern bestenfalls mit einem Notopofer (Solidaritätszuschlag II ) auf Politiker- und Bänkergehälter oder den Besitz bewußt in die Pleite geführt habender Drogeriekettenbesitzer. Der Besitzer der profitierenden Drogeriekette ist übrigens auch ein Freund der Familie Wulff und würde die Präsidentengattin sogar wieder beschäftigen. Sie bekäme sicher keinen Hungerlohn, wie ihn derartige Chefs für ihre anderen Mitarbeiter bevorzugen.

    • Die Beispiele die da aufgeführt waren, sind zwar richtig, haben aber mit der Bezahlung im Öffentlichen Dienst überhaupt nichts zu tun. Wulff und Schlecker sind ganz andere Baustellen!
      Mag ja sein, dass im Öffentlichen Dienst etwas wenig verdient wird, es muss aber auch berücksichtigt werden, dass dort unkündbare und sichere Arbeitsplätze existieren. Dafür muss man eben auch einen Abschlag akzeptieren.

      • Unkündbar – wie bitte – wir reden bei Tarifverträgen nicht von Beamten.
        Und wie viele Jahre soll der öffentliche Dienst eigentlich noch mit dem Argument verzichten?
        Zwischenzeitlich verdienen Azubis bei Aldi mehr als im öD. (Das bedeutet nicht, dass das bei Aldi nicht in Ordnung ist.)

        • „Zwischenzeitlich verdienen Azubis bei Aldi mehr als im öD.“

          Dann geht halt zum Aldi!!!! Ich kann dieses rumgeheule echt nicht mehr hören. Immer heulen die Beamten rum das sie in der privaten Wirtschaft mehr verdienen würden. Dann KÜNDIGT HALT ihr Trottel und geht mal in die Privatwirtschaft. Da seit ihr nämlich NICHTS wert mit eurer Verwaltungsausbildung. NICHTS. Also haltet eure verdammte Klappe nochmal…

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