Sind Kaufhäuser noch zeitgemäß?

Quelle: Die letzten Mitarbeiter machten 2009 kurz vor Weihnachten das Licht aus: Insolvenz beim Versandhändler Quelle an der Fürther Straße – es waren tragische Wochen, die bundesweit Schlagzeilen machten. Woolworth: Nach 80 Jahren schloss die Woolworth-Filiale in der Königstraße. Karstadt: Nach monatelangem Gezerre wurde die Warenhauskette Karstadt an den deutsch-amerikanischen Privatinvestor Nicolas Berggruen verkauft. Es war eine Rettung praktisch in letzter Sekunde – 25000 Mitarbeiter konnten ihr Glück kaum fassen, wie lange es anhält, weiß niemand. Kaufhof: Die Metro-Tochter Kaufhof schließt vier Filialen mit insgesamt 228 Mitarbeitern, darunter die am Aufseßplatz – auf 75 Kaufhof-Mitarbeiter kommen unruhige Zeiten zu.

Vorbei scheinen die goldenen Zeiten zu sein, in denen die Menschen im Kaufrausch in die Konsumtempel eilten. Die NZ berichtete erst vor wenigen Tagen vom Auf und Ab der Kaufhäuser. In dem Bericht war zu lesen, dass das Kaufhaus sein Alleinstellungsmerkmal – ein breiteres und günstigeres Angebot als der Einzelhandel – längst verloren hat.

Natürlich versuchen die Kaufhäuser, sich dieser Entwicklung entgegenzustemmen. Sie bauen um, modernisieren, das wird auch honoriert – und letztlich ist es natürlich keineswegs so, dass niemand mehr in Kaufhäuser geht.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Sind Kaufhäuser noch zeitgemäß?“ Geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab. Hier können Sie über die Leserfrage diskutieren.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Ist Lanz der richtige Gottschalk-Nachfolger?“ Mit Ja antworteten 42 Prozent, mit Nein 58 Prozent. we

4 Kommentare in “Sind Kaufhäuser noch zeitgemäß?

  1. Das Quelle Kaufhaus hat nicht geschlossen, weil es überlebt war, sondern weil das Versandhaus von Finanzhaien, wie jetzt auch Schlecker, in die Pleite getrieben wurde. Immerhin befindet sich dort mit Mücke jetzt wieder eine Art Kaufhaus.
    Nicht die Kaufhäuser sind überlebt. Überlebt sollte der Manchesterkapitalismus, insbesondere gefördert von der Partei der Besserverdienenden (FDP) sein, bei dem z. B. die Immobilien der Kaufhäuser an „Investoren“ verkauft werden, die dann bis zur unabwendbaren Pleite derart hohe Mieten verlangen, dass sie bei der Pleite dann ihre Finanzen in trockenen Tüchern haben und das Kaufhaus zu Lasten der Mitarbeiter aber auch Steuerzahler und Kunden abwickeln können. Und wie ist es bei Schlecker. War nicht Wulffs Frau bei einem „Freund“ der Familie, zufällig mit dem Namen Roßmann, einem glühenden Verteidiger des Kurzbundespräsidenten der Frau Merkel und selbst Großdrogist angestellt und will er sie nicht jetzt wieder anstellen, und das sicher nicht zu seinen üblichen Niedriglöhnen a la Schlecker. Bei soviel Zuneigung des Drogisten mit regionalem Sitz und intensiver Förderung seiner „Freunde“, kann man doch nicht in seinem Claim Schlecker helfen. Korrupter geht es ja kaum noch, bei Roßmann/Schlecker wie bei Karstadt/Quelle, das sagt aber nichts über die durchaus auch für Kaufhäuser bestehenden Chancen aus.

  2. Im Artikel steckt doch schon drin um was es geht.
    Als Kaufhäuser noch Konsumtempel waren liefen sie auch und die die es noch sind laufen ebenso.
    Ich glaube es gibt keine „zeitgemäße“ Form des Einkaufens. Es ist immer das Angebot, die Erreichbarkeit und das Ambiente welches insgesamt stimmen muss.
    Bei vielen die jetzt „schließen“ fehlten aus meiner Sicht langfristige Strategien.
    Beim Kaufhof am Aufseßplatz wurde jahrzehntelang nicht investiert.
    Ebenso problematisch die permanente Trennung von Immobilien und Betrieb. Wenn die Leitung Kaufhauses beim Vermieter betteln gehen muss um Renovierungen zu machen oder darauf verwiesen wird diese selbst zu finanzieren und dafür bei gestiegenen Umsätzen anschließend mit einer Mieterhöhugn noch einmal zur Kasse gebeten wird, dann kann das große Kaufhaus nciht mehr existieren. Der kleine Fachhandel (zur Abgrenzung zum Einzelhandel wurde je schon geschrieben) kann das allerdings auch nicht.
    Es sind ja nicht nur fehlende Gesetze die Spielhallen aus dem Boden schießen lassen sondern auch Immobilieneigentümer die den alteingesessenen Händler mit Mieterhähungen überziehen um anschließend teurer an Spielhale oder Wettbüro zu vermieten. Kein Vermieter wird zu so einer Handlungsweise gezwungen.

    • Dass wir einer Meinung sind. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Obwohl das eine ähnliche Geschichte ist, wie die mit dem Stadtratsmitglied.

  3. Ich finde es nicht richtig, sozusagen das Gegenteil von Kaufhäusern als „Einzelhandel“ zu bezeichnen? Ich finde Kaufhäuser sind Einzelhandel, weil man ihr Angebot einzeln kauft und nicht in großen Mengen. „Einzelhandel“ bedeutet nicht, dass ich nur verschiedene Ausformungen einer bestimmten Gattung von Produkten anbiete. Also Bekleidung oder Küchengeräte. „Einzelhandel“ heißt, dass ich Waren einzeln verkaufe.

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