Sollen Senioren zum Führerschein-TÜV?

Immer wieder ist er in der Diskussion, der regelmäßige Gesundheitstest für Autofahrer. Aktuell fordert Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) eine solche Untersuchung, bei der vor allem die Reaktions- und Sehfähigkeit älterer Menschen überprüft werden soll.

Der Chefarzt der Geriatrie am Klinikum Nürnberg, Cornel Sieber, wie auch Johanna Myllymäki-Neuhoff vom Zentrum für Altersmedizin halten regelmäßige Tests ebenfalls für sinnvoll, auch wenn Senioren gemäß der Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Mittelfranken nur mit 10,9 Prozent als Hauptunfallverursacher am Gesamt-Unfallgeschehen beteiligt sind. Dennoch: Sowohl die Reaktionsfähigkeit wie auch das Vermögen, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, nehmen mit zunehmendem Alter ab, betont Sieber.

Ab wann jedoch gilt man eigentlich als „Senior“, „Seniorin“? Mit dem 65 Lebensjahr, früher, später? Wann sollte mit dem Test begonnen und in welchem Abstand sollte er wiederholt werden? Die vom Hamburger Senator geforderten 15 Jahre seien „eine viel zu lange Zeitspanne“, so Sieber. Ab 70 müsse der Test schon „alle paar Jahre“ sein, erklärte der Professor.

In der Schweiz kommen ältere Verkehrsteilnehmer beispielsweise regelmäßig auf den Prüfstand; die Finnen müssen ab dem 50. Lebensjahr alle fünf Jahre zum Test. Hierzulande aber ist die Skepsis groß. Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Sollen Senioren zum Führerschein-TÜV?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf  www.nz.de ab. Über die Leserfrage diskutieren können Sie hier.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Soll die Stadt die Zahl der Spielhallen begrenzen?“ Mit Ja antworteten 92 Prozent, mit Nein 8 Prozent.

2 Kommentare in “Sollen Senioren zum Führerschein-TÜV?

  1. Senioren zum Führerschein-TÜV? Diese Überschrift provoziert – zugegeben. Insbesondere das Wort Füherschein-TÜV lässt an MPU und ähnliches denken.

    Doch ganz ohne an Emotionen zu rühren: eine medizinische Untersuchung in einem gewissen Turnus wäre durchaus sinnvoll, und das ohne Mindestalter.

    In der Fliegerei z.B. ist für Privatpiloten ein Tauglichkeitszeugnis bis zur Vollendung des 40. Lebenjahres alle 60 Monate fällig, danach bis zum 60. alle 24 Monate und dann alle 12 Monate.

    Diese Regelung ist ganz bestimmt nicht ohne Grund eingeführt worden. Diese könnte z.B. durchaus als Basis für KFZ-Führer als Denkmodell eingeführt werden.

  2. In einem Land wie der BRD, wo aller Verkehr außer dem Autoverkehr nur ein Niegendasein fristet, man denke nur alleine an all die Eisenbahnstrecken die bei gleichzeitigem massivem Ausbau des Straßennetzes, teilweise als Ersatzleistung auf stillgelegten Eisenbahntrassen, in den letzten Jahrzehnten stillgelegt wurden, muß man eben auch die Konsequenzen aus dieser Politik ziehn. In der Schweiz oder in Baden um Krlsruhe kann man möglicherweise in vielen Fällen auf ein Auto verzichten, in der restlichen Bundesrepublik ist es schlichtweg nicht möglich ohne die Lebensqualität massiv abzusenken. Und wieviele heute ältere Leute wurden durch die Abschaffungspolitik des ÖPNV gegen ihren Willen zur Wirtschafts- oder VWBundespräsidentenförderung in die Autos getrieben. Und nun haben sie ein Recht weiter Auto zu fahren, zumal der ÖPNV ja immer noch schlechter statt besser wird.

Kommentarfunktion geschlossen.