Soll die EM in der Ukraine boykottiert werden?

Fußball ist eine völkerverbindende Angelegenheit. Bei internationalen Turnieren feiern Fans aller Herren Länder miteinander, egal, ob ihre Mannschaft letztendlich einen Sieg errungen hat oder nicht. Da ist die Freude am Partymachen oft doch größer als der Ehrgeiz. Doch jetzt, fünf Wochen vor Beginn der Europameisterschaft, wird der Sport zum Politikum.

Die Ukraine, neben Polen Gastgeber, ist wegen ihres Umgangs mit der früheren Regierungschefin Julia Timoschenko in die Kritik geraten. Bundeskanzlerin Angela Merkel erwägt sogar einen Boykott der Spiele.

Ist es möglich, mit gutem Gewissen im Stadion zu sitzen und den deutschen Kickern beim Spielen zuzusehen, während eine prominente Regimekritikerin im Gefängnis malträtiert wird? Diskussionen über zweifelhafte Gastgeber gab es in der Geschichte immer wieder: etwa über Argentinien, Austragungsort der WM 1978 und damals eine Militärdiktatur, die Kritiker foltern und hinrichten ließ. Auch damals erwägte Deutschland einen Boykott – und machte am Ende doch mit.

Letztlich: Wen straft man, wenn man dem Fußballturnier fernbleibt? Das Regime, auf das man Druck ausüben will oder die Menschen, die sich auf die Austragung der EM in ihrer Heimat mit viel Engagement vorbereitet haben und sich auf ihre Gäste freuen? Und wer soll wegbleiben? Nur Merkel und ihre Ministerriege? Oder am besten gleich alle? Die Fans und die Teams? Sollen die Reihen in den Stadien leer bleiben? Haben das die Spieler verdient? Eines ist jedenfalls jetzt schon klar: Diese EM wird in die Geschichte als eine umstrittene eingehen – und das ist vor allem schade für die Polen.

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Soll die EM in der Ukraine boykottiert werden?“ Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Höhere Strafen für rüpelhaftes Radfahren?“ Mit Ja antworteten 83 Prozent, mit Nein 17 Prozent.

3 Kommentare in “Soll die EM in der Ukraine boykottiert werden?

  1. Boykott durch die Politik JA –
    wenn eine Privatperson sein Geld in der Ukraine
    „anlegen“ will – bitte dann soll er .

  2. Mich wundert schon sehr, warum dieses Thema offenbar auf so wenig Interesse stößt.
    Wenn es z.B. um FCN und Greuther geht, dann fliegen die Kommentare nur so herum …

  3. Die Politiker sollten auf jeden Fall die Ukraine boykottieren. Denn dadurch bekommt die Veranstaltung eine politische Dimension. Abgesehen davon – was haben Politiker eigentlich bei einem Fußballspiel verloren?

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