Können Sie ein Minarett in Nürnberg tolerieren?

Die Ahmadiyya-Gemeinde möchte in Nürnberg eine Moschee mit Minarett bauen. Viele Nürnberger haben Bedenken, und auch die CSU spricht sich gegen ein Minarett in Nürnberg aus. Neben allgemeinem Misstrauen gegenüber dem Islam gibt es vor allem Kritik an der Informationspolitik:

Es sei über die Köpfe der Stadträte hinweg entschieden worden, den Bau zu genehmigen. Dem steht entgegen, dass rein baurechtlich nichts gegen die Planungen der Ahmadiyya-Gemeinde sprechen, man ihnen die Moschee also nicht verbieten kann, heißt es vom Baureferat.

Das Bauwerk selbst wird eher bescheiden sein und soll in der Conradtystraße zwischen zwei Hochhäusern entstehen. Die Gemeinde finanziert den Bau aus eigenen Mitteln. Das Motto der islamischen Reformbewegung lautet „Liebe für alle, Hass für keinen“, die Ahmadiyya stehen für „Glauben ohne Zwang“ ein. Und doch sind viele Ansichten und Regeln der Gemeinde für christlich geprägte Menschen eine fremde Welt. Oberbürgermeister Ulrich Maly appellierte an die Nürnberger, der starken deutschen Demokratie zu vertrauen und den Bau der Moschee gelassen zu sehen, auch wenn man ihm kritisch gegenüberstehe.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Können Sie ein Minarett in Nürnberg tolerieren?“ Geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Geht Ihnen der EM-Rummel auf die Nerven?“ Mit Ja antworteten 67 Prozent, mit Nein 33 Prozent.

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24 Kommentare in “Können Sie ein Minarett in Nürnberg tolerieren?

  1. Ich kann mich vielen hier anschließen. Moschee mit Minarett geht für mich gar nicht. Aber für mich hat Toleranz eben auch Grenzen. Moschee gut und schön, Minarett Nein Danke. Wer darauf nicht verzichten möchte, dem steht ja jederzeit frei, diese Land gen Türkei wieder zu verlassen. Wir befinden uns hier nämlich (noch) immer in Deutschland und niemand wird gezwungen sich hier niederzulassen. Wem es nicht gefällt kann ja gehen. Im Übrigen überlege ich mir das selbst auch schon, weil langsam gefällt es mir hier nämlich nicht mehr!

    • Hoffentlich stoßen Sie in Ihrem neuen Heimatland auf ähnlich tolerante Menschen wie sie selbst einer sind.

      • Eher unwahrscheinlich, weil ich weder versuchen werde deutsche Verhaltensweisen durchzusetzen, mich nicht in deutschen Gehettos aufhalten und selbstverständlich bevor ich mich auf den Weg mache die fremde Sprache lernen werde. Und natürlich gilt auch für mich wenn mir dort was nicht passt steht mir ja jederzeit der Rückzug nach Deutschland frei. Denn es ist halt nunmal so ich muss mich dem fremden Land anpassen nicht umgekehrt.

        • Tine, das glauben Sie aber hoffentlich selbst nicht, dass Sie bei einem Umzug ins Ausland Ihre eigene Kultur, Religion und Identität ablegen werden. Wenn es so wäre, wäre das mehr als schade. Integration ist natürlich wichtig, aber das heißt nicht, dass man seine eigene Identität völlig umkrempelt – im Gegenteil: eine Moschee wäre ein Schritt zu mehr Integration.

  2. Wir sollten den Realitäten in die Augen blicken. Die christlichen Kirchen haben zwar noch ein stattliches Vermögen, sie bauen aber keine Kirchen mehr, weil die Besucher fehlen. Genauso ist es mit anderen Einrichtungen, die uns lieb geworden sind. Wenn heutzutage neu gebaut wird, dann sind das Banken, Spielhallen, Discounter oder eben Moscheen. Darüber mag man lamentieren, ändern wird sich dadurch aber nichts.

    • Da ändert sich nichts, weil wir nichts ändern. Alles wird hingenommen, keiner traut sich etwas zu sagen. Wir dürfen arbeiten, Steuern zahlen und müssen absolut Multi-Kulti sein, sonst ist man Außenseiter. Ich hab sowas von die Nase voll!!!

      • Ist auch gut so, wenn Sie Außenseiter sind und bleiben. Warum wundern Sie sich (ihr Kommentar weiter oben) wenn Sie in der Nazi Ecke stehen? Offensichtlich haben Sie ja auch ein Problem mit anderen Kulturen.

        • Lieber Frank Bess,

          was sagen Sie zur Aussage des türkischen Nachbarn von girly?

    • Wer eine Kirche bauen will, soll eine Kirche bauen, wenn die Gläubigen genügend Geld dafür haben.
      Wenn Sie eine Moschee in eine Reihe mit Discountern und Spielhallen und Banken stellen, haben Sie sich offensichtlich keine Gedanken darüber gemacht, was eine Moschee ist.

  3. Warum sollte es gestattet werden, dass Moscheen im Nürnberger Stadtgebiet mit Minarett gebaut werden dürfen? Falls es den Christen hier in der Stadt entgangen ist, neue Kirchen – ab Baujahr rund um 1960!!!!! – dürfen nicht mehr mit Kirchturm gebaut werden. So zum Beispiel St. Wolfgang in Schweinau, St. Bonifaz in Leonhardt, St. Lioba in Großreuth/Schweinau. Und warum? Weil dort könnten ja diese „störenden“ Glocken angebracht werden, welche die Anwohner belästigen könnten. Und jetzt soll eine Moschee – angeblich nie für den Muezzin-Ruf gedacht – ein Minarett erhalten? Vielleicht können die Moscheenplaner so tolerant sein und uns ureinheimische Christen verstehen und akzeptieren!

  4. Diese Frage muß man so lange mit NEIN beantworten,
    solange es in der Türkei nicht möglich ist, christliche
    Kirchen und Klöster in Stand zu halten. Geschweige
    neue Kirchen zu bauen. Wenn die Türken von uns Toleranz
    „verlangen“, dann müßen sie mit gutem Beispiel vor-
    angehen. Basta **********

    • Genau, das ist nämlich das Problem! Die Toleranz und die Religionsfreiheit wird immer nur von uns Deutschen verlangt und eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr. Hat man eine kritische Meinung zu etwas, das mit Ausländern zu tun hat, wird man sofort in die „Nazi-Ecke“ gestellt. Im Vergleich dazu fordern – speziell türkische Mitmenschen – alle Rechte für sich ein. Wo ist deren Religionsfreiheit??? Wir sind für Moslems ein ungläubiges Volk, das kein Recht auf irgendetwas hat. Nur der Islam ist der wahre Glauben. (Aussage meines türkischen Nachbarn!) Na dann, ein Hoch auf unsere Gesellschaft die wahrscheinlich eines Tages aufwacht und erkennt wie sie sehenden Auges unterwandert wurde.
      Aber dann wird es zu spät sein!!!!

  5. Ich sehe so ein Teil auch in erster Linie als politisches Symbol. Von daher sollte man mit solchen Bauten vorsichtig sein. Denn, wenn das Ding mal steht, dann kommt irgend wann noch der Muezin (per Lautsprecher). Man sollte nicht die Relgionsfreiheit über alles stellen! Religion ist in erster Linie Privatsache – jeder kann für sich beten wie er will oder es auch lassen. Wozu muss dann so ein demonstrativer Bau entstehen?

  6. Unter keinen Umständen! Das hat nichts mit Akzeptanz und Toleranz zu tun; jedem seine Freiheit auch im Glauben. Aber dieser Ausbreitung muss Einhalt geboten werden. Schließlich befinden wir uns immer noch in Deutschland und nicht in einem islamistischen Staat.

    • Das ist genau auf den Punkt gebracht! Kein Politiker kümmert sich danach um das, was dort gepredigt wird. Wie viele unserer Volksvertreter sprechen eigentlich fließend türkisch??? Unsere grüne Frau Roth vielleicht??? Sie ist doch so stolz darauf, daß die Türkei ihre „zweite Heimat“ ist! Soll sie doch dort bleiben, Kopftuch auf und Kinder kriegen! Wir sind in Deutschland — für alle die das vergessen haben!!!!!!!

  7. Daß Christen in islamischen Ländern keine Kirchen bauen dürfen, ist kein Argument gegen das Minarett. Es wäre nur dann eines, wenn wir genauso intolerant wären, wie viele islamische Staaten. Sind wir aber nicht.
    Mich stört, daß ein Minarett nicht so sehr in religiöses, sondern ein politisches Symbol ist. Dabei kommt’s nicht drauf an, wie die Erbauer es MEINEN, sondern nur / vor allem darauf, wie es bei uns von den Menschen VERSTANDEN wird.
    Deswegen haben die anderen elf muslimischen Moschee-Gemeinden in Nürnberg auf ein Minarett verzichtet. Die hätten auch gerne eines gehabt, aber sie akzeptierten die Tatsache, daß ein Minarett nicht zu einem besseren Miteinander beitragen würde, sondern die Entfremdung vergrößern würde. Deswegen verzichteten sie.
    Und nun kommt die Ahmadiyya-Gemeinde, die von vielen als nicht-islamisch bezeichnet wird, als eine Art Sekte (ich kann das nicht beurteilen, nur vermerken). Mit völlig unklaren Finanzierungen – es heißt, der maßgebliche Mann dahinter sei seit zehn Jahren in Deutschland und Gebrauchtwagenhändler – macht man die gute Politik kaputt.
    Und natürlich ist es Kokolores, wenn die Stadtverwaltung sich rausredet, weil sie die Genehmigung einfach so erteilt hat. Niemand sagt, daß das rechtswidrig war. Wie man aber so dermaßen desorientiert sein kann, daß man als Baureferent nicht einmal mehr den Stadtrat INFORMIERT, wenn das erste Minarett beantragt wird, das ist völlig unklar. Gerade weil das Baurecht nur eines zuläßt, nämlich die Genehmigung, gab es eine PFLICHT für Baumann, den Stadtrat zu informieren, damit dieser a) beraten kann, b) mit der Ahamdiyya-Gemeinde verhandeln kann – damit sie das Minarett nicht baut.

    • Dass das deutsche Baurecht eine Pflicht zur Genehmigung eines Baus von Türmen enthält, ist natürlich reiner Unsinn. Selbst aus dem reichlich unsinnigen, vorgeblichen Grundrecht auf Religionsfreiheit kann so etwas nicht abgeleitet werden. Kein normaler Bürger in Nürnberg würde eine Genehmigung bekommen, wenn er auf/neben seinem Haus einen Turm bauen wollte. Und wer schon einmal in Nürnberg ein ganz normales Haus gebaut hat weiß, wie ein gewisser „Baukunstbeirat“ bis ins letzte Einfluss auf die Fassadengestaltung nehmen kann. Die Stadtverwaltung wollte hier einfach mal schnell ein umstrittenes Projekt schnell durchwinken um die drohende Diskussion zu umgehen.

  8. Da sieht man mal wieder, wie das Geld zum Fenster rausgeschmissen wird. Wir haben so viele Arme hier, auch in Nürnberg, und die bräuchten das Geld weit nötiger! – Gläubige, die nur für Kirchen, Minaretts oder wie die Bethallen alle heißen, Geld ausgeben, können niemals wirklich gläubig sein!

    • Ich finde Ihren Beitrag reichlich undeferent. Wer schmeißt hier Geld für was aus dem Fenster?
      Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften geben ihr Geld aus, dass Sie von Ihren Mitgliedern bekommen. Und tatsächlich tuen diese auch etwas für Arme. Wo ist also Ihr Problem?

  9. Die Christen dürfen doch auch nicht Kirchen bauen wo sie es wollen. Warum sollen wir das dann tolerieren?

    • Das Christen in islamischen Ländern keine Kirchen bauen dürfen, stimmt so nicht.
      Es gibt Kirchen in Ägypten, in Syrien, und weiteren islamischen Ländern wie Jordanien. Im Irak waren die Christen bis zum Einmarsch des Christlichen Fundamentalisten Busch auch weitgehend gleichberechtigt und hatten ihre Kirchen. Das haben erst die USA geändert.
      Alleine die so westliche Türkei läßt keine Kirchen zu, das sollte uns zu denken geben. Das hat aber mit dem Islam erst einmal nichts zu tun. Und wenn es in Deutschland durch Einwanderung, nicht durch Missionierung, inzwischen so viele Moslems gibt, wie es gibt, stehen ihnen auch Gotteshäuser zu mit allem was dazugehört.

    • Eben, erstens ist die Behauptung, Christen dürften in islamischen Ländern keine Kirchen bauen. Zweitens, ist es mir völlig wurscht, was in islamischen Ländern erlaubt oder nicht erlaubt ist. Wir leben hier in Deutschland und entscheiden selbst, was wir bei uns erlauben oder nicht. Von mir aus darf in Nürnberg sehr gerne eine Moschee (ob nun mit oder ohne Minarett) gebaut werden.

      • Hoppla, da hab ich im Eifer des Gefechts die Hälfte vergessen: Dass die Behauptung, Christen dürften in islamischen Ländern keine Moscheen bauen, Unsinn ist, wollte ich schreiben.

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