Opernhaus: Braucht Nürnberg einen neuen Konzertsaal?

Auch der Schnürboden im Opernhaus ist veraltet.Nürnbergs Opernhaus ist innen wie außen prächtig anzuschauen, doch die Technik ist über 100 Jahre alt und muss saniert werden. Ersten Kostenschätzungen zufolge werden mindestens 50 Millionen Euro anfallen. Die Sanierung wird, so Schätzungen, mindestens drei Jahre dauern.

Für diese Interimszeit benötigen Oper und Ballett eine provisorische Spielstätte. Die Frage ist, ob das Geld für ein Ausweichquartier nicht besser langfristig anzulegen ist: Es könnte als Grundlage für den Bau eines neuen Konzertsaals verwendet werden und wäre nicht verloren. Städte wie Düsseldorf oder Kassel haben Millionenbeträge für Interimsspielstätten ausgegeben. Ein neuer Konzertsaal in Nürnberg könnte dann nach der Opernrenovation weiter verwendet werden, was viele Kunstliebhaber sich wünschen. Der Freistaat hat bereits eine großzügige Förderung in Aussicht gestellt.

Gegen ein solches Vorhaben spricht der hohe Verschuldungsgrad der Stadt. Die Meistersingerhalle ist sanierungsbedürftig und dafür wird ein zweistelliger Millionenbetrag benötigt. Sie steht zwar unter Denkmalschutz, doch ihre Akustik ist nicht sehr gut. Vielleicht sollte man über einen Abriss nachdenken. Die Stadt hat kein Geld und gleich mehrere Probleme. Ein Interimsquartier für die Oper wird benötigt, ein neuer Konzertsaal mit guter Akustik wäre sinnvoll und die Sanierung der Meistersingerhalle ist fällig. Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Braucht Nürnberg einen neuen Konzertsaal?“

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5 Kommentare in “Opernhaus: Braucht Nürnberg einen neuen Konzertsaal?

  1. Einst hieß es die Akkustik der Meistersingerhalle sei sehr gut, da war sie aber neu und mußte Herrn Urschlechter als Aushängeschild dienen, jetzt will man sie abbrechen, folglich ist die Akkustik schlecht. Dazu gibt es das „Plattenstudio“ in der Kongresshalle.
    Wenn man Die Meistersingerhalle im Vorfeld saniert, weiß ich nicht wozu wir einen neuen Konzertsaal, wohlgemerkt ebenfalls kein Haus für Opern und damit auch nicht für Kulissen, brauchen.
    Das Opernhaus sollte allerdings tatsächlich der Freistaat Bayern ohne Beteiligung Nürnbergs modernisieren. Wenn er nicht will, kann er uns ja endlich freigeben. Die geklauten Apostel darf Bayern dafür sogar behalten. Dann kann Franken ja die Sache selbst stemmen.

  2. 1. Ich finde die Meistersingerhalle sehr schön. Sie müsste eben einfach mal überholt werden und dabei kann man ja auch die Akustik verbessern (sollte heutzutage kein Problem mehr sein).
    2. Einen zusätzlichen Konzertsaal??? Man muss könnte doch wieder auf den Saal in der Kongresshalle ausweichen. Dann werden eben die Opern eine Zeit lang ohne Kulissen also einfach konzertant aufgeführt – kann man doch verschmerzen, oder?
    3. Die Sanierung des Opernhauses sollte komplett der Freistaat stemmen. Schließlich finanziert Bayern auch die Häuser in München zu 100% und will der Landeshauptstadt auch noch einen neuen Konzertsaal schenken.

  3. Ein wirklich guter Konzertsaal für eine Halmillionenstadt wäre eigentlich selbstverständlich. Die Frage ist aber doch, warum es nicht längst einen gibt. Politikversagen in der Stadt wie auch vom Bundesland. Und jetzt in Zeiten klammer Kassen hat sich Nürnberg mit sanierungsbedürftigen Altlasten wie Opernhaus und Meistersingerhalle in die Ecke manövriert. Und während in München die Planung für einen weiteren Konzertsaal neben dem Gasteig in die Zielgerade geht, passiert in Nürnberg nichts, weil sowohl die Stadtregierung wie auch die Staatsregierung Nürnberg und Franken mal wieder scheißegal sind.

    • Es ist doch wie immer: Schnell vergleicht man in der Kunst Äpfel und Birnen und meint, dass das Ausweichquartier, dass die Symphoniker oder die Tafelhalle schon mal geboten haben, ein guter Ersatz wäre. Nein, die beiden Spielstätten sind es definitiv nicht, auch schon deshalb, weil sie bereits für Konzerte und Theater benötigt werden. Die Sanierung der Meistersingerhalle und die technische bzw. akustische Aufwertung scheitert an den Erben der beiden Architekten Löbermann (außen) und Puchner (innen). Zudem ist die Meistersingerhalle schon sehr gut ausgelastet mit über 80 klassischen Konzerten im Jahr und über 800 Veranstaltungen. Wo soll da noch was dazwischen passen???Wir haben da in Nürnberg echt eine Lücke. Diese zu schließen, bietet sich jetzt mal wieder die Chance. Und man möge bitte immer daran denken: Zu der grundsätzlichen Lücke kommt hinzu, dass die Überholung des Opernhauses mind. 3 Jahre Bauzeit benötigt!

      • Wenn Nürnberg eine echte Lücke hat, ist es sicher richtig sie zu füllen. Dann soll man das aber auch so sagen. Das hat nichts mit Äpfeln und Birnen zu tun, sondern,damit, dass unsere Politik(erInnen)immer noch meinen der Bevölkerung immer nur die halbe Wahrheit sagen zu müssen. Bisher wird immer von einer Ersatzspielstätte für das Opernhaus geredet und die stellt ein Konzertsaal definitiv nicht dar. Wenn es anders ist, und der Umbau des Opernhauses eben nur insofern Anlaß, als er die Situation verschärft dann muß man das eben sagen. Und was mit den Architekten der Meistersingerhalle ist, wäre endlich ein Thema für den Gesetzgeber. Es kann nicht sein, dass jemand sein gutes Geld für einen Entwurf und den Bau nach diesen Vorgaben bezahlt und damit nicht alle Rechte an seinem eigenen Bauwerk erwirbt. Vielleicht darf ich bald an mein Auto keine Nebelscheinwerfer oder gar Spoiler mehr anbauen, weil der Konstrukteur das nicht vorgesehen hat, aber auf seinen Entwurfsrechten beharrt.

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