Studiengebühren: Soll Bayern sie abschaffen?

Der liberale Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch will nicht auf die Einnahmen durch die Studiengebühren verzichten. Sie würden gebraucht, um die Bedingungen an den Hochschulen zu verbessern – und seien deshalb nicht ungerecht, sondern eine soziale Maßnahme.

Gegner der Studiengebühren sehen den Fall genau umgekehrt: Die Gebühren seien eben keine soziale, sondern eine unsoziale Sache. Sie würden Studenten aus finanziell schwächeren Familien abschrecken, an eine Hochschule oder Universität zu gehen. Sie würden das Studium verlängern, weil mehr nebenbei gejobbt werden müsse und sie würden viele junge Leute schon jetzt in eine Schuldenfalle jagen. Sie müssten nämlich Kredite aufnehmen, an denen sie ewig zu knabbern haben. Wer am Anfang seines Berufslebens steht, vielleicht auch an Familie denkt, für den sind das nicht eben die besten Startbedingungen

Unsere NZ-Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Studiengebühren: Soll Bayern sie abschaffen?“ Geben Sie ihr Votum unter nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Braucht Nürnberg ein Faschingsprinzenpaar?“ Mit Ja antworteten 33 Prozent, mit Nein 67 Prozent.

5 Kommentare in “Studiengebühren: Soll Bayern sie abschaffen?

  1. Die Studiengebühren machen schon Sinn, vorausgesetzt sie kommen wirklich voll bei den Unis an.
    Abgesehen davon, wer einen Meister macht, muss da auch Gebühren bezahlen, wozu also die Aufregung?

    • Soviel ich weiß, werden Lehrlinge und Gesellen immerhin noch bezahlt, ganz im Gegensatz zu jungen Akademikern, die vielfach als kostenlose Hilfskraft in aufeinanderfolgenden „Praktika“ mißbraucht werden.

  2. Am meisten an der Sache stört mich dieser beknackte Satz von Heubisch: „Die Erhebung von Studiengebühren ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit“ – Abgesehen davon inwieweit sich die FPD mit ihrem Handeln an diesen Satz hält könnte ich kotzen, dass diese Floskel „soziale Gerechtigkeit“ von jedem Möchte-Gern-Politiker in den Raum gerufen wird wenn er seine Sache für richtig hält.

  3. Die Studiengebühren sind, unabhängig von Sinn oder Unsinn ein Beispiel Deutscher Politik. Einst wurden die Vorlesungsgebühren abgeschafft, da wurde das kostenfreie Studium als Errungenschaft gefeiert, dann wurden sie von CDU/CSU und der Partei der Besserverdienenden wieder eingeführt, jetzt sind sie bis auf zwei Länder wieder abgeschafft. Das ist ähnlich, wie mit den 13 Schuljahren zum Abitur, in der DDR wurde die dreizehnte Klasse für wenige Jahre wieder eingeführt, jetzt ist diese „Sozialistische Bildungsverweigerung“ selbst im Westen eingeführt.
    Und wann werden eigentlich endlich die Kindergärten kostenfrei. Finanzierbar wäre das z. B. durch weniger Straßenbau und Straßenunterhalt durch eine Verlagerung des (Fern)güterverkehrs von der staatlichen Straßenspedition Schenker auf das Schienenanhängsel selbigen Unternehmens. Und dass die Politik ihre Staatsbahn zu Handlungen zwingen kann, zeigt doch die erzwungene Freifahrt von Politikern zu den Geldübergabeterminen ihres Bakschisch.

  4. 300 oder 500 Euro pro Semester schrecken niemand wirklich von einem Studium ab. Diese Summe kann und muss der Staat als kleinen Minibeitrag für die Bereitstellung einer teuren Leistung wie einem Studienplatz schon verlangen können. Und den Wenigen, die das tatsächlich nicht bezahlen können kann durch Stipendien oder Befreiungen geholfen werden. Absurd, wie jetzt auch die CSU sich als Partei ohne Rückgrat zeigt nach dem Debakel mit dem Rauchverbot.

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