Sind Sie noch bereit, Organe zu spenden?

Schon wieder ein Transplantations-Skandal, diesmal am Universitätsklinikum Leipzig. Erst im Juli vergangenen Jahres waren in Göttingen Manipulationen aufgeflogen, dann in München und in Regensburg. Die Fälle ähneln sich: Patientensollen kränker geschrieben worden sein, als sie waren.

Damit rutschten sie auf den Wartelisten für gespendete Nieren, Lebern, Lungen, Herzen, Dünndärme und Bauchspeicheldrüsen nach oben. Waren die Ärzte bestechlich und haben Schmiergeld angenommen oder handelten sie wegen des wirtschaftlichen Drucks, ein Transplantationszentrum rentabel zu erhalten? Allein in Deutschland gibt es 47 Zentren, die Organverpflanzungen vornehmen. Die Hintergründe der Skandale wird die Staatsanwaltschaft klären müssen.

Doch die Bevölkerung ist bereits tief verunsichert und in ihrem Vertrauen in das Organspende-System erschüttert. Das ist an Zahlen abzulesen: 2012 wurden hierzulande zehn Prozent weniger Organe gespendet.

Das meldet die Stiftung Eurotransplant, die in Europa Spenderorgane vermittelt. Sicher ist, so die Stiftung, dass die Spendenbereitschaft aufgrund der bekannt gewordenen Skandale gesunken ist.

Dabei stehen auf den Wartelisten 12000 Patienten – alles zu Tode verzweifelte Menschen, egal, ob sie um Manipulationen wussten oder nicht. Sie müssen nun alle noch länger auf ein Organ warten. Und letztendlich die Zeche zahlen.

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Sind Sie noch bereit, Organe zu spenden?“ Geben Sie Ihr Votum bitte unter nz.de auf der linken Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Rundfunkgebühren ohne Ausnahme – ist das gerecht?“ Mit Ja antworteten 36 Prozent, mit Nein 64 Prozent.

4 Kommentare in “Sind Sie noch bereit, Organe zu spenden?

  1. 1. funktioniert der link zur nz-seite mal wieder nicht. und 2. wenn ich dann direkt nz.de in die adressleiste eintippe, finde ich die umfrage auf der rechten seite und nicht wie im blog geschrieben links.

    vielleicht ein wenig mehr obacht geben.

  2. Wer selbst nicht bereit ist, Organe zu spenden, sollte, wenn er selbst erkrankt, dann auch keinen Anspruch auf ein Spenderorgan haben. Das wäre nur gerecht.

    • Wieso? Das wäre ja so ein archaisches „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Oder besser „Leber um Leber, Niere um Niere“. Sind wir da nicht weiter?

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