Private Krankenkassen für alle Bürger öffnen?

Martin Luther King sagte vor dem Lincoln Memorial in Washington den berühmten Satz: „Ich habe einen Traum.“ 50 Jahre später hat ein nicht ganz so bekannter Mann in Berlin eine „Vision“. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) möchte, dass alle Menschen selbst entscheiden können, wie und wo sie sich versichern wollen. „Das ist meine Vision“, wird er in Rhein-Zeitung zitiert.

Dieser „gedachte Traum“ hat nun – einmal mehr – schlafende Hunde geweckt, die nun knurren und wild um sich beißen. In der Tat würde die freie Kassenwahl Vieles komplett auf den Kopf stellen. Privat versichern dürfen sich derzeit nur Selbstständige und Angestellte, die mehr als 4350 Euro brutto im Monat verdienen. Ausgenommen von dieser Regelung sind die Beamten, die über die staatliche Beihilfe ebenfalls privat versichert sind.

Würde die Vision des Gesundheitsministers Realität werden, könnten natürlich auch die privat Versicherten zu den gesetzlichen Krankenversicherungen wechseln. Das ist aktuell nur sehr schwer und in ganz wenigen Ausnahmefällen möglich. 70 Millionen Bürger sind gesetzlich krankenversichert, zehn Millionen privat.

Für die SPD steht fest, dass mit Bahrs Vorschlag die Zwei-Klassen-Medizin verschärft würde. Die Grünen befürchten ein „radikal entsolidarisiertes“ Gesundheitssystem, dem Solidarsystem würde der Todesstoß versetzt. Abgeschwächte Kritik kommt auch vom Koalitionspartner, heftige von den Sozialverbänden.

((Platzhalter))Trotz massiver Kritik (oder vielleicht sogar gerade deshalb?) muss die Frage erlaubt sein, ob Bahrs Vorschlag der freien Kassenwahl nicht doch dem Wunsch der Bürger entspricht. Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage deshalb wissen: „Private Krankenkassen für alle öffnen?“
Geben Sie Ihr Votum bitte auf www.nz.de der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Soll die Pkw-Maut eingeführt werden?“ Mit Ja antworteten 81 Prozent, mit Nein 19 Prozent.

2 Kommentare in “Private Krankenkassen für alle Bürger öffnen?

  1. Ich bin zeit über 20 Jahre privat versichert und man ist den Private Krankenkassen wirklich ausgeliefert. Selbst wenn man wollte wäre es nicht möglich in ein anderen Privaten Krankenkasse zu wechseln weil die angesparrt Rücklage nicht frei gegeben wird. Ich bin auch eingestiegen mit ein günstigen Tarif der, über mehrere Jahre , sich verdreifacht hat. Auch Zuschläge werden willkürlich aufgebrummt. Nach ein Huft Beschwerde (habe mich etwas verdreht) habe ich ein Zuschlag für Rückenprobleme bekommen. Mein Arzt hat bestätigt das mein Rücken total Beschwerdefrei ist aber der Zuschlag bleibt. Anderseits werden nötwendige Behandlungen abgelehnt.

  2. Private Krankenversicherungen gehören verboten. Ich habe den Fehler gemacht mir als selbstständiger Kleinunternehmer eine private Versicherung , damals noch „Vereinte“, heute Allianz aufschwatzen zu lassen. Der anfängliche Monatsbeitrag von 35o DM monatlich endete nach 15 Jahren mit 600€ und hat mich regelrecht in den Ruin geführt.

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