"Würden Sie sich im Stadion trauen lassen?"

Auch wenn die Scheidungsquoten neue Spitzenwerte erreichen, so gilt doch die Hochzeit immer noch als ein wichtiger Tag für diejenigen, die sich trauen lassen. Schön, würdig und individuell soll es dabei zugehen, denn an die Trauung möchte man sich gerne erinnern.

Eine ideale Hochzeit gibt es aber nicht, denn hier bewegen wir uns im Bereich der Geschmacksfragen: „Schön“ ist dabei stets an die Einstellung der handelnden Akteure gebunden. Die einen schätzen eine eher nüchterne Feier, die anderen bevorzugen ein rauschendes Fest. Das Standesamt bietet inzwischen auch Trauungen auf der Burg oder im Tucher-Schloss an.

Bislang sind die Möglichkeiten auf wenige Orte beschränkt, weil es schlicht an Personal fehlt – und Ortswechsel kosten Zeit. Vonseiten der Gastronomie wird das bisweilen bedauert, weil Hotels und Gaststätten gerne auch die Trauung und nicht nur die Hochzeitsfeier ausrichten würden.

In der vergangenen Woche hatte der SPD-Politiker Arif Tasdelen vorgeschlagen, standesamtliche Trauungen auch im Stadion möglich zu machen. Ein Wahlkampfgag? Sicherlich, aber in anderen Fußballhochburgen Deutschlands kann man sich schon lange im Stadion trauen lassen. In Nürnberg werden aber wohl noch einige Jahre ins Land gehen, denn das Stadion verfügt gar nicht über entsprechende Räumlichkeiten. Vielleicht muss erst ein neues Stadion gebaut werden, damit Club-Fans den Bund fürs Leben in fußballsymbolischer Umgebung vollziehen können. Vielleicht würde ein solches Angebot aber auch gar nicht nachgefragt.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „Würden Sie sich im Stadion trauen lassen?“ Sie können auf NZ.de abstimmen.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Hat der Denkmalschutz einen zu hohen Stellenwert?“ Mit Ja antworteten 49,7 Prozent, mit Nein 50,3 Prozent.