Sinnvoll oder nicht – soll Sör aufgelöst werden?

Zum 1. Januar 2009 ging der städtische Eigenbetrieb Service öffentlicher Raum (Sör) an den Start – durch Zusammenlegung von Tiefbauamt, Gartenbauamt und der Straßenreinigung sollten Unterhalt und Pflege von Straßen, Wegen, Grünanlagen und Plätzen aus einer Hand erfolgen. Fünf Jahre später stellt sich die Frage: Ist dieses Projekt gescheitert?

Auch wirtschaftlich erhoffte sich die Stadtverwaltung von der neuen Konstruktion Vorteile, weil Sör durch die Ausgliederung als Eigenbetrieb unabhängiger agieren kann und weniger von der Zuweisung aus kommunalen Kassen abhängt, wenn es zum Beispiel darum geht, neue Autos und Werkzeuge zu beschaffen.

Doch Schneechaos und Schlaglöcher auf den Straßen machten den neuen Eigenbetrieb in den vergangenen Jahren oft zur Zielscheibe der öffentlichen Kritik. Bürgermeister Horst Förther, zugleich erster Werkleiter von Sör, und seine Mitarbeiter konnten meist gute Gründe dafür anführen, warum zum Beispiel so mancher Wintertag Sör vor Probleme stellte – dennoch könnte die Struktur des Eigenbetriebs im Wahlkampf nun ein Thema werden.

Die Piraten etwa fordern die Abschaffung von Sör, und auch der OB-Kandidat der CSU, Sebastian Brehm, hat im NZ-Gespräch deutlich gemacht, dass er die Behörde für zu groß und ineffizient hält. Die mit der Gründung von Sör verbundenen Hoffnungen hätten sich nicht erfüllt, auch die Mitarbeiter seien unzufrieden, argumentiert Brehm.

Auf der anderen Seite gerät oft in Vergessenheit, dass auch die Sör-Vorgängerorganisationen es den Bürgern meist nicht recht machen konnten, was die Pflege der Plätze und der Straßen anbelangt. Vielleicht liegen die Schwierigkeiten, die Sör hat, weniger in der eigenen Struktur als in der überzogenen Anspruchshaltung der Nürnberger? Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Soll Sör aufgelöst werden?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Mehr Einfluss für die Opposition?“ Mit Ja antworteten 34,4 Prozent, mit Nein 65,6 Prozent.