Rentenreform auf Kosten der Jugend?

Sie war ein Herzensanliegen der SPD im Wahlkampf und auch ein wichtiger Trumpf, um den Anhang beim anschließenden Mitgliedervotum von der Großen Koalition überzeugen zu können: Die Rente mit 63. Wer 45 Jahre lang in die Kasse eingezahlt habe, solle auch abschlagsfrei seinen Ruhestand genießen können.

Damit wollen die Sozialdemokraten Lebensleistungen belohnen, für mehr Gerechtigkeit sorgen und zudem die von ihnen forcierte „Rente mit 67“ sozial abfedern.

Karl Lauterbach, stellvertretender Chef der SPD-Bundestagsfraktion, betonte kürzlich in der Talkshow „Anne Will“ nochmals, dass diese Reform auch nur relativ geringe Kosten verursache, weil der betroffene Personenkreis klein sei. Schützenhilfe erhielt er in dieser Sendung vom Wirtschaftswissenschaftler Heinz-Josef Bontrup, der sogar sagte, dass sich der Staat das Vorhaben „lässig leisten“ könne.

Auf der anderen Seite mahnt der Wirtschaftsflügel der CDU, dass die SPD mit dieser Politik angesichts des demografischen Wandels genau die falsche Richtung einschlage – die Leute werden älter und müssten daher auch länger arbeiten, nicht kürzer. Die jungen Menschen, so die Kritiker, müssten an die älteren die Zeche für dieses Wahlgeschenk zahlen. Die faire Lastenverteilung zwischen den Generationen sei aufgekündigt.

Außerdem fürchten Skeptiker, dass sich eine Reihe von Arbeitnehmern mit 61 arbeitslos meldet und dann zwei Jahre später ohne Einbußen in Rente geht. Ein solches Vorgehen will Andrea Nahles aber gesetzlich verhindern.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Rentenreform auf Kosten der Jugend?“ Geben Sie Ihr Votum hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Endlich Schluss mit G 8?“ Teilgenommen haben 374 Leser. Mit Ja antworteten 63,4 Prozent, mit Nein 36,6 Prozent.

3 Kommentare in “Rentenreform auf Kosten der Jugend?

  1. Die Fragestellung ist sehr, sehr ungenau, das Ergebnis ist somit NICHT aussagekräftig.

    Ist die Rentenreform auf Kosten der Jugend?
    –> JA, das ist ja wohl keine Frage!!
    Will ich diese Rentenreform auf Kosten der Jugend?
    –> NEIN, derarige Wahlgeschenke sind assozial!

    Was soll ich also anklicken????

    Die Umfrage müsste ca. 75% NEIN-Stimmen bringen.

  2. Unbestritten ist doch, dass die Menschen älter werden. Gleichzeitig dauert die Ausbildung oft länger als früher. Somit wird der Anteil des Arbeitslebens am Gesamtleben zwangsläufig kleiner. Und das muss bezahlt werden. Da gibt es eben nur drei Möglichkeiten: die Jungen zahlen mehr, die Alten bekommen weniger oder eine Kombination von beiden.
    Das ist einfach eine Tatsache, da helfen alberne Sprüche gar nichts!

  3. Alle spielen die Jugend gegen die Alten aus. Aber Haben in diesem Rentensystem nicht schon vom Anfang an die Jungen für die Altzen bezahlt.
    Erzählt doch einmal den Jungen von der großzügigen Bedienung der Politik in der Rentenkasse für Vorhaben, die mit der Rentenkasse nichts zu tun hat. Das jüngste Beispiel ist die Mütterrente. Das dickste Ding war unter dem Vereinigungskanzler. Für seinen Griff in die Rentenkasse wird Ihm noch heute Schulterklopfen zu teil.

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