Sonderrechte für E-Autos im Verkehr?

Bericht zu Elektromobilität überreichtNur 49 Autos, die rein mit Strombetrieb fahren, waren im vergangenen Jahr in Nürnberg registriert. Viele Hundert mehr sollen es werden, und zwar schnell, das sieht die Bundesregierung mit ihrer Kampagne für die Elektromobilität vor.

Doch der Bürger entscheidet sich heute nur im Ausnahmefall für ein E-Auto: Zu kompliziert erscheinen noch das Aufladen und die begrenzte Fahrdauer, erst recht angesichts hoher Kaufpreise. Als E-Fahrer macht man sich ganz bewusst zum Exoten.

Was die Beliebtheit der E-Autos steigern könnte, darüber gibt es geteilte Meinungen. Der Bund hat jüngst ein Gesetz geschaffen, das Elektroautofahrern Vorrechte im Stadtverkehr einräumen will: Sie dürften auf Busspuren als erste über die Ampel, bekämen Sondernummernschilder und Gratisparkplätze als Dank dafür, dass sie leise und abgasfrei fahren. Bis zum Jahr 2020, so erhofft ess sich die Bundesregierung, ist dann eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs.

Nachhilfe am anderen Ende nötig

Der Nürnberger Verkehrsplanungschef aber hält davon gar nichts, wie die allermeisten Rathäuser im Land. Ob in Berlin, München, Stuttgart oder Hamburg: Nirgendwo herrscht Begeisterung über die Entscheidung der Großen Koalition, den E-Mobilen Vorfahrt zu gewähren. Die Städte meinen: Es bräuchte die Nachhilfe genau am anderen Ende, nämlich bei der Entwicklung attraktiverer, leistungsfähiger, steuerbegünstigter E-Autos. Wer die leisen Flitzer stattdessen nur auf der Straße bevorzuge, hole sich neben großem behördlichen Aufwand höchstens noch mehr Autos in die vollen Städte. Denn die Modelle eignen sich derzeit nicht als echter Ersatz für den Benziner oder Diesel. Die autoverliebte Nation kauft sich ein umständliches E-Auto, wenn überhaupt, nur als Zusatz-Mobil.

Wir wollen von Ihnen also diesmal wissen: „Sonderrechte für E-Autos im Verkehr?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Volksfest: Schützenswertes Gut?“ Teilgenommen haben 373 Leser. Mit Ja antworteten 49,3 Prozent, mit Nein 50,7 Prozent.

3 Kommentare in “Sonderrechte für E-Autos im Verkehr?

  1. Ein Auto bleibt ein Auto, z. B. wenn es um Parkraum geht.
    Die Nutzung von Busspuren mit Elektroautos mag derzeit gerade noch vertretbar sein, wobei man beachten muß, dass dann z. B. an Ampeln auch die Sondersignale für den ÖPNV auch für PKW gelten müssen, sonst wird der Busverkehr bereits bei einem Elektroauto massiv behindert. Straßenbahngleiskörper müssen für Autos tabu bleiben.
    In Nürnberg wurden in den letzten Jahrzehnten im Zuge des U Bahnbaues viele elektromobile Straßenbahnstrecken eingestellt. Vielleicht sollte man sich überlegen das Straßenbahnausbauprogramm (Wöhrd, Innenstadt, Kornburg etc.), auch außer der Strecke nach Erlangen, nicht erst in Jahrzehnten sondern zeitnah umzusetzen. Der Effekt hinsichtlich Elektromobilität wäre ein Vielfaches der wenigen Autos die je elektromobil fahren werden, von den anderen Vorteilen des ÖPNV, z. B. dass er keinen Parkraum benötigt, ganz abgesehen.

  2. Ich finde die Idee auf jeden Fall auch gut – wenn man bedenkt, dass ein großer Teil der CO2-Emissionen von Autos stammt, dann ist jede Maßnahme gut, die die Elektromobilität fördert. In der Stadt genügt ein Elektroauto bestimmt für die meisten Leute.

  3. Hallo

    ich finde die Idee eigentlich nicht schlecht. Das E-Auto wurde ja dafür konzipiert um ind er Stadt zu fahren. Für lange Urlaubsfahrten o.ä. ist es auf jeden Fall unbrauchbar.

    Warum dem Auto dann nicht dort Sonderrechte geben, wo es auch hingehört -> In die Stadt

    Immerhin fährt es völlig ohne Abgase und hilft dann auch gegen Feinstaub o.ä. Luftverschmutzung in der Stadt

    Ich bin also dafür!

    Gruß Christian

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