Kommt Franken im Tatort gut weg?

Franken-TatortEs ist geschafft! Der erste fränkische Tatort überhaupt ist mittlerweile über die Mattscheiben der Republik geflimmert, und der in den letzten Tagen allgegenwärtige Pulverdampf verzieht sich langsam. Doch eine Frage bleibt neben der nach dem Täter noch zu klären: Haben es die Krimi-Macher vom Bayerischen Rundfunk geschafft, das fränkische Lebensgefühl jenseits von Bratwurst und Butzenscheiben so wiederzugeben, dass auch deutsche Bürger, die etwa hinterm Deich oder im Ruhrpott leben, unser Seelenleben nachvollziehen können? Das ist schließlich eine der zentralen Botschaften dieses Krimi-Flaggschiffs: Zu zeigen, dass Verbrechen und Polizeiarbeit nicht im luftleeren Raum, sondern in wirklichen Städten und inmitten von wirklichen Menschen stattfinden.
Das Produktionsteam vom BR hat sich nicht lumpen lassen und schon bei der Besetzung auf Lokalkolorit geachtet: Eli Wasserscheid, die die Kommissarin Wanda Goldwasser spielt, stammt im Film und im echten Leben aus Bamberg, bei Andreas Leopold Schadt alias Sebastian Fleischer gilt dasselbe in Bezug auf seine Heimatstadt Hof. Die mittelfränkische Note ist schließlich bei Matthias Egersdörfer gut aufgehoben. Als Spurensicherer Michael Schatz kann er sich so ausdrücken, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Der Kabarettist und Schauspieler zollt auf jeden Fall dem Regisseur Max Färberböck großes Lob: „Ich finde das sensationell, dass ein Oberbayer diese Stadt wirklich inhaliert hat und versucht, das wiederzugeben. Das ist ihm überdurchschnittlich gelungen“ schwärmt er geradezu im NZ-Interview. Aber nichts ist so entscheidend wie der ganz persönliche Eindruck.
In unserer Frage der Woche möchten wir deshalb von Ihnen wissen:

 

Kommt Franken im Tatort gut weg?

Clemens Helldörfer

8 Kommentare in “Kommt Franken im Tatort gut weg?

  1. Meine schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet. Franken die nicht schauspielern und Schauspieler die nicht fränkisch können. Fazit: Für einen gestandenen Franken zum Fremdschämen.

  2. Noch hinzufügen möchte ich, dass die seltsamen, meist nächtlichen, Straßenszenen schon reichlich sinnlos erschienen.

  3. Der Film hatte sicher seine Schwächen. Langweilig fand ich ihn aber nicht. Gut, er ließ sich in fast schon altmodischer Art an vielen Stellen viel Zeit, aber genau das war ja gut. So etwa die Szene mit der Todesnachricht. Jedenfalls ist so was viel besser als übertriebene Aktion-Szenen wie in vielen anderen Tatorts. Dieses Pseudo-James-Bond-Gehabe ist oft einfach nur albern und peinlich.
    Wegen der Bettszene. Erstens war die ja nur kurz und relativ brav. Zweitens gehört sie schon irgendwie zur Story – soll eben den „Liebeswahn“ des Täters erklären.

  4. Danke für diese Gelegenheit zum Film „Tatort“ vom 12.4.2015 im Abendprogramm des Ersten Fernsehprogrammes Stellung zu nehmen! Wie so viele war auch ich gespannt auf diese Premiere in Nürnberg. Insgesamt fand ich den Film interessant und auch unter so manchem Aspekt wertvoll. Gestört hingegen, weil fehl am Platz, hat die „Bettszene“. Warum muß in einem Krimi eine solche Szene im Detail von Jung und Alt angeschaut werden? Abgesehen vom kulturellen Niveau und der moralischen Verantwortung wäre es auch thematisch angebrachter, die Zeit mit spannenden Ermittlungsarbeiten anzureichern. Dies bitte sei ein Anliegen für die Entwicklung weiterer Folgen des „Tatortes“. Barbara Bockmühl.

  5. Viel zu langatmig, zu langweilig dadurch und unrealistisch, nur ein Beispiel: Kommissar mit Schusswaffe im Anschlag im Alleingang.
    Zitat meines Vorkommentators: „Matthias Egersdörfer ist in dem “Franken-” Tatort im Grunde der einzige Franke. Die anderen sprechen entweder hochdeutsch oder versuchen sich in “Fränkisch als Fremdsprache”. Was soll das denn?“ Zitatende – kann ich als Wasch-Echter-Nürnberger nur bestätigen.
    Der Franken Tatort war bisher der Schlechteste aller Tatorte den ich gesehen habe. Sorry, da ist noch sehr viel Luft nach oben.

    Grüße Pierre

  6. Dieser sogenannte Franken-Tatort ist nicht besser und nicht schlechter als viele Tatorte aus anderen Regionen. Er ist auch deshalb nicht besser, weil ein paar fränkisch sprechende Akteure eingesetzt wurden. Die Handlung ist reichlich konstruiert und nicht unbedingt realistisch. Der Film wird absichtlich durch überflüssige Nachtfahrten kreuz und quer durch Nürnberg-Fürth in die Länge gezogen. Ich glaube, dass viele Menschen in unserer Gegend eine zu hohe Erwartungshaltung aufgebaut hatten. Im Übrigen: Der Film ist ein Produkt zur Unterhaltung und keine Dokumentation oder Reportage über das Leben in Franken. Die begeisterten Kommentare einiger führender Kommunalpolitiker sollte man gelassen zur Kenntnis nehmen, sie sind aus meiner Sicht auch nicht repräsentativ.

  7. Ich habe selten einen so schwachen Tatort gesehen. Eine Frau angelt sich einen jugendlichen Liebhaber, der dann aus Eifersucht einen weiteren Liebhaber dieser Frau erschießt.
    So könnte man in 2 Zeilen den Inhalt von 90min Film zusammmenfassen.
    Das Drehbuch ist haarsträubend: Der Mörder findet eine Pistole zufällig beim Spazierengehen – ja gehts denn noch? Der Mörder taucht völlig überraschend und somit unmotiviert nach der Tat vor dem Rathaus (immerhin einmal eine Einstellung in der Nordstadt) auf. Der Mörder wird nicht überführt, sondern stellt sich selbst … Es ist einfach nicht zu fassen!!
    Etliche angerissene Problemfelder – Forschung für die Waffenlobby, Problematik von Streubomben etc. werden nicht weiter verfolgt, haben mit der Handlung auch nichts zu tun und dienen also nur zur Überbrückung der 90min.!!
    Warum ein Bernd Regenauer für gefühlte 2 min auftaucht, obwohl er mit der eigentlichen Handlung ebenfalls nichts zu tun hat, bleibt wohl das Geheimnis des Drehbuchautoren.
    In anderen Krimis macht man sich wenigstens noch die Mühe, diverse Handlungsstränge zu verflechten. Hier: Absolute Fehlanzeige.
    Matthias Egersdörfer ist in dem „Franken-“ Tatort im Grunde der einzige Franke. Die anderen sprechen entweder hochdeutsch oder versuchen sich in „Fränkisch als Fremdsprache“. Was soll das denn?
    Was nimmt ein Nicht-Franke aus diesem Film mit?
    – In Nürnberg ist es meist Nacht – und das Leben spielt sich in der Südstadt ab.
    – Die Franken sind anscheinend alle irgendwie depressiv.
    Fazit: Leute, macht am besten einen riesigen Bogen um diesen Landstrich!
    Na bravo!

  8. Hallo

    das war wohl mein erster und auch letzter Tatort… Irgendwo bei der Hälfte bin ich ausgestiegen und kam dann nicht mehr wirklich mit. Viel zu wirr und durcheinander. Nein Tatort ist einfach nix für mich 😉

    Gruß Christian

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