Parkgebühren: Sind 2,50 Euro zu viel?

Parkgebuehr
Nürnberg zieht mit München gleich. Zumindest was die Parkgebühren auf öffentlichen Parkplätzen anbelangt: Ab Januar 2016 kostet auch in Nürnberg die Stunde parken 2,50 Euro. Sicher, in Nürnberg waren die Parkgebühren seit 1996 konstant niedrig und es war ein gewisser Nachholbedarf gegenüber den Preissteigerungen im Öffentlichen Personennahverkehr vorhanden. Musst aber gleich um einen Euro angehoben werden?
Der Beschluss des Stadtrats, die Parkgebühren zu erhöhen, erfolgten zusammen mit der Neugestaltung der VAG-Preise. Ziel der Reformprojekts ist es, die ÖPNV-Nutzer dauerhaft zu binden, deshalb werden vor allem die Abonnements günstiger. Mit den Mehreinnahmen durch höhere Parkgebühren will die Stadt den höheren Zuschussbedarf für die VAG decken. Offiziell wurden beide Beschlüsse nicht miteinander verknüpft, um den Vorwurf, die Autofahrer würden den ÖPNV subventionieren erst gar nicht entstehen zu lassen. Das ist aber reine Rhetorik, denn der städtische Haushalt kann gar keine Mindereinnahmen verkraften: Ohne höhere Parkgebühren könnte die Stadt das Tarifexperiment im ÖPNV nicht stemmen, denn keiner weiß, ob die Kalkulation aufgeht.
Parkgebühren und Ticketpreise sind die beiden Steuerungsmechanismen, Kritiker nennen sie auch Gängelungen, um das ÖPNV-Angebot für Autofahrer attraktiv zu machen. Da Menschen oftmals rational entscheiden, werden sie wohl eher auf ein Auto verzichten, wenn Parken teurer wird, Busse und Bahnen aber günstiger werden, so die Überzeugung bei den meisten Stadträten im Rathaus. Straßen würden entlastet und die Auslastung von Bahnen und Bussen erhöht werden. Doch die Menschen entscheiden eben nicht immer rational, vielleicht wollen sie das Angebot einfach nicht annehmen.

André Fischer

Parkgebühren: Sind 2,50 Euro zu viel?

4 Kommentare in “Parkgebühren: Sind 2,50 Euro zu viel?

  1. Ich fahre schon lange nicht mehr in die Stadt um einzukaufen, denn die Parksituation ist misserabel. Als älterer Mensch der nicht mehr so locker läuft und keinen Parkausweis hat, tut man sich schwer in der Nähe von Läden zu parken und jetzt soll man auch noch soviel zahlen? Die Rente steigt nicht im gleichen Tempo. Um mit den Öffentlichen zu fahren muss man teilweise lebensmüde sein, wenn man nicht mehr gut auf den Beinen steht! Z.B. Straßenbahnlinie 5 !Außerhalb gibt es gute Möglichkeiten und viel geringere oder gar keine Parkgebühren. Bürger in der Stadt sind doch eh nicht mehr erwünscht

  2. Nein, 2,50 ist nicht zuviel-im Gegenteil. Es macht keinen Spaß mehr, in Nürnberg mit dem Auto zu fahren. Und ich tue das wirklich nur, wenn es gar nicht anders geht. Der Individualverkehr hat Aussmasse angenommen, die unerträglich sind. Allerdings sollten die Mehreinnahmen auch wirklich für den Ausbau (soll auch heißen, verkürzte Fahrintervalle und auch Nachts und am Wochenende) des ÖPNV verwendet werden.

  3. Und wieder ein „Journalist“ der wohl einfach nur eine Pressemitteilung übernimmt anstatt selbst zu recherchieren. Welches Tarifexperiment, dass die 9-Uhr-Abos billiger werden? Fast alle Abos werden teurer von 2015 zu 2016! Man erhöht nur nicht so hoch wie zuerst geplant. Schade, Parkgebühren werden auf Münchener Niveau erhöht, warum ist dann Nürnberg was die Tickets betrifft fast durchgehend teurer als München? Kein wirkliches Experiment, sondern wohl nur eine etwas aufgeschobene Tariferhöhung.

  4. Ich kenne Schwerbehinderte, die nur äußerst langsam gehen können, aber nicht den Parkberechtigungsausweis haben. Beispiel: Vom Parkgeschoss im FEZ bis zum Kaufhauseingang brauchen manche schon 10 Minuten. Oder: Die Zeit, einen Fußgängerüberweg bei Ampelgrün zu überqueren, reicht bei weitem nicht aus. Wenn schon so viel Zeit benötigt wird, um vom Parkort zu einem Geschäft zu kommen, dann sind 2,50 € pro Stunde einfach zu viel. Der ÖPNV ist für manche auch keine Alternative.

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