Soll das Pegnitztal Ost Naturschutzgebiet werden?

Pegnitztal OstGrün in der Großstadt ist ein kostbares Gut. Zu den ganz besonderen Naturschätzen Nürnbergs gehört das östliche Pegnitztal (Foto: Günter Distler). Landschaftsschutzgebiet ist es schon, nun soll es nach Willen der Verwaltung den Status Naturschutzgebiet werden. Denn nur dann, so argumentiert Umweltreferent Peter Pluschke, könne die Stadt lärmige Veranstaltungen und diverse kommerzielle Freizeitspäße von der Idylle fernhalten. Immer stärker dränge es nämlich unter anderem Anbieter von Trampolinanlagen danach, sich im Pegnitztal Ost niederzulassen. Wäre es Naturschutzgebiet, hätte die Stadt eine stärkere Handhabe, solche Ansinnen zu verbieten. Das sei schließlich auch im Sinne der Bürger, die dort Erholung suchen.
Doch viele der Menschen, die dort gerne spazieren gehen, radeln, ihre Hunde laufen und ihre Kinder auf Bäume klettern lassen, sehen ihre Bewegungsfreiheit gefährdet, sollte das Pegnitztal einen neuen Status bekommen. Sie fürchten, dass sie dann überhaupt nichts mehr dürfen. Manche von ihnen lehnen das Vorhaben der Stadt deshalb komplett ab, andere hoffen auf einen Kompromiss. Im Umweltausschuss des Stadtrats hatte Peter Pluschke bereits angekündigt, dass es Hundeauslaufwiesen geben werde, dass Spaziergänger und Radfahrer keineswegs aus dem Pegnitztal vergrault werden sollen. Es gehe darum, das Naturidyll auf Dauer zu bewahren.

Gabi Eisenack

Soll das Pegnitztal Ost Naturschutzgebiet werden?

1 Kommentar in “Soll das Pegnitztal Ost Naturschutzgebiet werden?

  1. Kommerzielle Nutzung bleibt im Bestandsschutz!
    Entgegen der aufreißerischen Überschrift im Artikel vom 19.03. soll die Unterschutzstellung die Belange und die Interessen der N-ERGIE AG nicht betreffen oder beschneiden. Die N-ERGIE ist aber bisher der wichtigste kommerzielle Nutzer des geplanten Naturschutzgebietes.
    Nochmals zu den Fakten:_ Das Pegnitztal Ost ist heute schon durch das Wasserschutzgebiet und durch das Landschaftsschutzgebiet gut geschützt. Unter diesen Bedingungen, also mit den Menschen, hat sich dieses Naturidyll zu dem entwickelt, was es heute ist und zeigt, wie der Mensch lernt mit der Natur zu leben.
    Das Pegnitztal Ost ist ein Naherholungsgebiet für die Menschen quasi mitten in der Stadt. Dieser Anspruch muss auch bleiben. Es ist nicht zu erkennen, dass ein noch höherer Schutzstatus außer weiteren Verboten und Einschränkungen eine Verbesserung der Situation Mensch/Natur erreichen könnte.
    Wir leben heute im Zeitalter des Antropozän: Das Zeitalter des Menschen !! Führende Wissenschaftler sprechen sich dafür aus, den Menschen nicht länger getrennt von der Natur zu denken. Das Erdsystem und der Mensch sind auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden. Der Nobelpreisträger Crutzen sprach bereits im Jahre 2000 vom Ende des Holozän und kreierte den Begriff des Antropozän!: „Natur – das ist in Zukunft vor allem Menschenwerk“.
    Also sehen wir den Tatsachen in die Augen und grenzen Natur nicht in Reservate und „Natur“Schutzgebiete vor dem Menschen aus. Wir müssen lernen mit der Natur zu leben und mit den Menschen „Menschenräume“ zu eröffnen.
    Das Pegnitztal Ost wurde bisher wohl vom Nutzer N-ERGIE und SÖR „gepflegt“. Warum soll nun der größte kommerzielle Nutzer die N-ERGIE aus der Verantwortung der Pflege des Naturgebietes entlassen werden ?? Ist es nicht nur recht und billig, dass der Hauptnutzer auch für die Pflege des Gebietes verantwortlich ist ? Das heisst für mich aber nicht nur mit dem Harvester Holzfällungen im Auwald durchzuführen und alles nicht nutzbare Holz und geäst einfach liegen zu lassen. Es stört die Kleinvegetation im Wald und hinterläßt einen erschreckenden Eindruck von Gleichgültigkeit. Das hat nichts mit Pflege zu tun, das ist nur kommerzielle Ausbeutung der Natur.
    Übrigens ist die Stadt Nürnberg über die Städtischen Werke Nbg GmbH mit 60,2% an der N-ERGIE beteiligt. Wer schützt da wen, und wer schützt die Natur ?

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