Ist ein Werbeverbot für Tabak sinnvoll?

Großer Widerspruch aus der Öffentlichkeit ist keiner zu erwarten, wenn bis 2020 auch die letzten verbliebenen Bastionen der Tabakwerbung geschleift werden sollen: Egal ob Bushaltestelle oder Litfaßsäulen – an keiner dieser Stellen darf dann noch der Blaue Dunst angepriesen werden, an dessen Spätfolgen nach einer aktuellen Studie rund 121000 Menschen allein in Deutschland sterben.
Mit dem totalen Werbeverbot wird eine entsprechende EU-Richtlinie umgesetzt und der auch von Bundesernährungsminister Christian Schmidt angeprangerte Umstand beendet, dass Deutschland neben Bulgarien das letzte europäische Unions-Land ist, in dem noch in der Öffentlichkeit die Werbetrommel für Glimmstängel gerührt werden darf. Es wird allerdings noch einige Jahre dauern, bis die entsprechenden Vorschriften wirksam sind.
Zumindest von Seiten der Betroffenen kommt naturgemäß doch noch Widerspruch: Erstmals dürfte dann in Deutschland für ein legales Produkt nicht mehr geworben werden, klagt der Verband der Zigarettenindustrie. Andere Stimmen sehen durch ein solches Verbot auch die Gefahr einer gewissen Legendenbildung: Was offiziell geächtet wird, mag dem einen oder anderen dann erst recht cool und begehrenswert erscheinen. So ähnlich wie zu den Zeiten, als es manche Musiker, Filmproduzenten oder Comicverlage geradezu darauf anzulegen schienen, als „jugendgefährdend“ auf den Verbotsindex zu kommen.

Clemens Helldörfer

Ist ein Werbeverbot für Tabak sinnvoll?