Sind Sie für ein Böllerverbot an Silvester?

Auch wenn der Anlass diesmal ein besonderer ist, ist die Kritik an der lauten Silvesterknallerei eigentlich alle Jahre wieder zu hören. Diesmal war es der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele, der ein Verbot von besonders lauten Geböllere vorgeschlagen hat. Ansonsten, so argumentiert er könnte der Krach die zur Zeit spürbare Terrorangst noch weiter anschüren.

Die Reaktionen auf Ströbeles Vorstoß fielen überwiegend kritisch aus. Schließlich gebe es in Deutschland bereits klare Vorgaben für den maximalen Lärm von Knallkörpern (Foto: Caroline Seidel) und auch so ausgewiesene feuerwerksfreie Zonen, wird argumentiert. Dazu gehören etwa die Umgebung von Krankenhäusern und Seniorenheimen und feuergefährdete Bereiche. In Nürnberg ist bereits seit einiger Zeit die Burg eine solche Tabuzone, weil es in dem Gedränge auf der Freiung immer wieder zu Gefährdung von Feiernden gekommen war. Wesentlich weiter ist man bereits in den Niederlanden, wo in diesem Jahr 56 Gemeinden angekündigt haben, feuerwerksfreie Zonen einzurichten. So etwas dürfte auch im Sinne vieler Tierschützer sein, die immer wieder darauf hinweisen, welchen Stress die Knallerei bei vielen Haustieren auslöst.

Ein ganz praktisches Argument für ein Böller-Verbot könnte schließlich der massive Feuerwerks-Müll sein, der alljährlich zum 1. Januar die Straßen verunstaltet. Vor allem die immer beliebteren Mehrfach-Batterien schlagen hier zu Buche.
Die Feuerwerks-Befürworter halten all dem entgegen, dass man nicht einfach so fest verwurzelte Bräuche über Bord werfen sollte. Außerdem beschränke sich die Knallerei ja in Deutschland weitestgehend auf die Silvesternacht.

Clemens Helldörfer

 

Sind Sie für ein Böllerverbot an Silvester?