Passt der Kunstbrunnen vor das Opernhaus?

Die Aufregung war groß, als das Neue Museum bekanntgab, dass der mobile und begehbare Kunstbrunnen „Hexagonal Water Pavilion“ von Jeppe Hein (Foto: Harald Sippel) in diesem Sommer nicht mehr auf dem Klarissenplatz Groß und Klein erfreuen wird. Die Begründung: Die Kunst müsse sich weiterentwickeln – der „Temple Of No Shopping“, ein neues Kunstwerk aus 400 Metallfässern, wird im Sommer auf dem Klarissenplatz stehen.
Seitdem wird nach einem Alternativstandort für den begehbaren Brunnen gesucht. In einem Gespräch von Oberbürgermeister Ulrich Maly und der Referentenrunde kristallisierten sich drei Vorschläge heraus: der Andreij-Sacharow-Platz, der Aufseßplatz sowie der Richard-Wagner-Platz vor dem Opernhaus. Der Richard-Wagner-Platz hat die besten Chancen, ausgewählt zu werden, denn das Staatstheater beteiligt sich möglicherweise an den 30.000 Euro Aufbaukosten.
Und damit hat der Platz die besten Chancen, auf dem am wenigsten die Menschen vorbeikommen, die in den vergangenen Jahren den Brunnen am meisten nutzten – nämlich Familien mit Kindern, Flaneure und Touristen. Der Klarissenplatz erlebte durch den Brunnen eine enorme Aufwertung, ein Effekt, den der Aufseßplatz und der Andreij-Sacharow-Platz sicher mehr vertragen könnten als der Richard-Wagner-Platz.
Andererseits muss der Aufbau des Kunstbrunnens finanziert werden, und das ist offenbar bisher nur am Richard-Wagner-Platz möglich. Kommt das Geld nicht zusammen, droht der Brunnen im Depot zu verschwinden. Demzufolge ist ein Brunnen auf dem Platz vor dem Musentempel vielleicht besser als gar kein Brunnen.

Claudia Urbasek

Passt der Kunstbrunnen vor das Opernhaus?

2 Kommentare in “Passt der Kunstbrunnen vor das Opernhaus?

  1. Kunst muß sich weiter entwickeln, heißt es. Ob es sich bei den Petrolemfässern um eine Weiterentwicklung handelt kann jeder für sich entscheiden. Aber wenn tatsächlich mal ein Kunstwerk breite Zustimmung, besonders bei den Kindern im Sommer findet muß es natürlich weichen, denn Kunst mit der jeder etwas anfangen kann, die auch noch dynamisch ist und großen Raum für die Fantasie des Einzelnen bietet ist bei den Verantwortlichen anscheinend zu gewöhnlich. Der „Temple Of No Shopping“ paßt viel besser auf den Richard Wagner Platz, dazu die alte Antonov aus dem Opernhaus außerdem eignen sich die Petroleumfässer hervorragend für ein Reggae-Festival. Wäre auch eine Weiterentwicklung der Kunst.

  2. Es war immer erfrischend, fröhliche Kinder (und auch manche Erwachsene) im Brunnen herumtollen zu sehen. Wer kommt schon tagsüber auf den Platz vor dem Opernhaus? Kinder sicher nicht. Diese Jeppe Hein Installation erinnert mich auch an seine doppelt so große Brunnen-Installation in Perth, der Hauptstadt von Westaustralien (ein Foto habe ich vor Jahren an die NZ geschickt), wo sie auf einem Platz mitten in der Fußgängerzone steht und für alle eine Attraktion ist. Nebenan ist ein Café mit Außensitzplätzen, wo sich die Mütter/Eltern erholen können.
    Ich plädiere daher für eine Aufstellung in der Fußgängerzone – oder wenigstens in der Nähe, z.B. nördlich oder östlich der Lorenzkirche.

Kommentarfunktion geschlossen.