Zuckersteuer auf Softdrinks?

Es ist in nicht wenigen Supermärk­ten, Lokalen und Imbissbuden so: Ein Mineralwasser kostet dasselbe wie eine Cola. Ja, und?
Angesichts neuer Nachrichten über die Volkskrankheit Diabetes stellt sich die Frage, ob das so blei­benmuss. Schließlich kann ein maß­loser Konsum der allzeit verfügba­ren Zuckergetränke zum Ausbruch der unheilbaren Stoffwechselstö­rung beitragen. Der Weltgesund­heitstag hat alarmierende Zahlen in Umlauf gebracht: Allein in Deutsch­land ist die Zahl der neu Erkrank­ten seit der Jahrtausendwende um 40 Prozent gestiegen. 6,7 Millionen Deutsche sind laut Deutscher Diabe­tes- Hilfe betroffen, darunter zwei Millionen unerkannt. Die fatalen Folgen: vermeidbare Herz-Kreis­lauf- Todesfälle, Fußamputationen, Erblindungen.
Denn Diabetes vom Typ 2, wie ihn die große Mehrheit hat, wird durch ungesunde Ernährung und Übergewicht ausgelöst. Appelle an die Selbstdisziplin scheinen zu ver­hallen. Viele Gesundheitsexperten wünschen sich daher, dass der Staat erzieherisch eingreift. Eine Besteue­rung von künstlich gesüßten Geträn­ken wäre so eine Maßnahme. Frank­reich und Mexiko tun das schon, Großbritannien schließt sich gerade an. Bei „Alkopops“, die Jugendliche zum Komatrinken animieren, brach­te die Steuererhöhung 2004 tatsäch­lich den erwünschten Dämpfer. Andere Gesundheitsökonomen sind
skeptisch. Zur Diabetes-Prävention gehöre viel mehr, vor allem Bil­dungsarbeit. Nicht einzelne Produk­te seien zu ächten, sondern ein zu komfortabler, kalorienreicher Lebensstil allgemein.

Isabel Lauer

Zuckersteuer auf Softdrinks?