Hauptmarkt: Muss sich etwas ändern?

Der Wochenmarkt am Hauptmarkt (Foto: Eduard Weigert) ist eine ganz wichtige Einrichtung in der Innenstadt, denn er belebt das Kopfsteinpflaster, und Menschen können sich mit frischen Lebensmitteln aus der Region eindecken. Doch, was gut ist, kann man noch besser machen. Das Bild, das der Hauptmarkt derzeit bietet, hat wenig mit Qualität zu tun.
Wer von der Fleischbrücke Richtung Burg blickt, schaut erst einmal auf drei locker aufgestellte Imbissbuden, die sich mit eher beliebig positionierten Tischen und Werbetafeln optisch aufdrängen. Das ist das Bild, das Touristen und Besucher von der Stadt mitnehmen. Es wäre ein leichtes, die Stände zusammenzurücken und sie an einer besser geeigneten Stelle zu positionieren.
Wer in einem Café am Hauptmarkt sitzt, der muss in der Regel auf die Rückseite von Ständen schauen. Besser wäre es, die Verkaufsstände Rücken an Rücken aufzureihen, damit das Ausfransen des Marktes verhindert wird und Dichte entsteht: Wenn etwas im landläufigen Sinn schön ist, dann halten sich Menschen dort gerne auf, reden miteinander und kaufen mehr ein.
Beispiele in Italien, Spanien oder Frankreich gibt es zuhauf. Der Hauptmarkt sollte zu einem Treffpunkt entwickelt werden, davon würden auch die Händler mit höheren Umsätzen profitieren. In Nürnberg wird zu oft die Bedeutung der ästhetischen Qualität des öffentlichen Raums unterschätzt. Wer Touristenmetropole sein will und finanziell davon profitiert, der muss seine gute Stube besser als bisher in Ordnung halten. Es fehlt nicht nur an einem Konzept für die Weiterentwicklung des Wochenmarkts, sondern auch an kleinen Dingen: Sitzen, ohne etwas zu verzehren, kann man sich fast nirgendwo erlauben.
Die Gegner von Veränderungen auf dem Hauptmarkt sagen, gerade diese lockere Struktur macht den Reiz des Marktes aus – eine Form von Freiheit. Außerdem würden die Imbissbuden dort stehen, wo die meisten Touristen sind. Es passt doch alles.

André Fischer

Hauptmarkt: Muss sich etwas ändern?

7 Kommentare in “Hauptmarkt: Muss sich etwas ändern?

  1. Ich kaufe seit vielen Jahren meine Lebensmittel am Hauptmarkt. Es gibt ausser Gemüse und Obst dort Hühner, Käse, Butter, gute Öle, gute Eier, Honig vom Imker, der nicht hergeflogen wurde, etwas Fisch, etwas Fleisch und Wurst, sogar Nudeln, Kuchen und Balkonpflanzen. Fast alles, was wir so brauchen. Ich finde, dass sich der Hauptmarkt aber leider in Richtung fast-food-Buden und Touristen-Bedarf entwickelt. Dies gefällt mir nicht. Die Gastronomie bietet genügend, um die Touristen satt zu kriegen. Mir ist klein Problem, dass nicht alle Stände rot-weisse Planen haben. Aber Gedanken mache ich mir natürlich schon darüber, warum der Hauptmarkt so vor sich hindümpelt, was nicht an den Händlern liegt.
    Warum ist das so? Sind wir wirklich alle so versaut von den unsäglichen Discountern, dass uns einfach egal ist, wie Lebensmittel angeboten werden, Hauptsache billig? Lieber schnell in die Gemüseabteilung des Discounters hüpfen, 20 cent sparen, anstatt beim Bauern Gemüse aus der Region kaufen. Denn das höre ich laufend, wenn ich erzähle, dass ich am Hauptmarkt einkaufe, es sei so teuer dort….Viele der Stände, die ich hier im Laufe der Zeit geschätzt habe, mussten aufgegeben, weil der Umsatz einfach nicht reichte. Die Stadt hat da schon dran zu arbeiten, dass der Hauptmarkt schöner wird, keine Frage. Aber wir Konsumenten könnten auch was dazu beitragen. Indem wir die Lebensmittel, die dort angeboten werden, mehr schätzen könnten, nicht nur ein Foto vom Marktstand machen, wenn wir als Tourist in der Stadt sind…..Dort einkaufen, als Nürnberger oder von wo auch immer……

  2. Hinter den Kulissen tut sich was – aber an anderer Stelle: St. Egdien startet im Juni einen Bio-Wochenmarkt im Willstädter Schulhof, bei dem man hoch qualitative Lebensmittel bekommt, aber auch gerne bei einem Espresso verweilen und die idyllische Aussicht auf Kirche und Palais genießen kann. Jeden Freitag Nachmittag ab 24. Juni!

  3. Bei der Diskussion um den Wochenmarkt ist man schnell beim generellen Eindruck den unser Hauptmarkt bietet. Montags bis Mittwochs, ziemlich verlassen und nur ein paar vereinzelte, regionale Gemüsestände unterbrechen dieses Bild. Ab Donnerstag und erst recht am Samstag herrscht reges Treiben mit mehr Ständen. Dennoch es fehlt an Atmosphäre eines guten Frischmarktes und der schmucken guten Stube, den Hauptmarkt.
    Und dann ist es wieder soweit, ein Event folgt den anderen und der Wochenmarkt muss wieder auf die Brücke. Für einige bringt das sogar mehr Umsatz. Die Stand Betreiben leben vom Geschäft mit Stammkunden und den Touristen.
    Worum geht es den Verantwortlichen der Stadt Nürnberg. Sollten nicht Haupt- und Obstmarkt umgestaltet werden ? Konzepten warten schon seit Jahren auf ihre Verwirklichung ? Mit einer Veränderung an einer Stelle könnte man beginnen.
    Kann man viele Tonnen Sand für ein paar Stunden zum Hauptmarkt fahren, sollte das aufstellen von Pflanzen und Bänken keine Problem sein. Wer es vergessen haben sollte. Der Neptunbrunnen würde den Hauptmarkt zu alten Glanz verhelfen und füllen. Doch bei den Events stören. Bürger und Touristen sollten an die Stadt Nürnberg die Frage richten. Wollt ihr den Hauptmarkt in den nächsten Jahren wirklich so lassen ?

  4. Der Hauptmarkt: ein trostloser, langweiliger Platz, der wohl das ganze Jahr sehnsüchtig darauf wartet, von den Christkindlesmarktbuden besetzt zu werden. Oft, wenn ich über den Markt laufe, denke ich an: schöne, interessante, einladende, lebendige Marktplätze, die es in jeder anderen Stadt gibt. In jeder! Aber Nürnberg ist halt anders.

    Ein möglicher Slogan wäre: „Kommen Sie in unsere Stadt und bewundern Sie die angestaubte Langeweile – seit Jahrhunderten unverändert“. Wobei Nürnberg ja mal ziemlich umtriebig war.

    Noch ein möglicher Slogan: „Bitte umgehen Sie den Hauptmarkt weitläufig.“

    Oder: „Der Hauptmarkt, der Platz der unbegrenzten Unmöglichkeiten“.

    Aber: passt zu Nürnberg!

  5. Ein sehr sehr trauriges Gesamtbild
    was dieser doch historische Platz ausstrahlt! In jedem noch so kleinen
    „Kaff“ in Italien gibt es schönere Plätze! Die zuständigen Beamten sollten sich schämen!!! Der Platz ist schmutzig, assozial, langweilig, hässlich!!! Die Angebote: alles der gleiche Kram! Armes Nürnberg!!!
    Die zuständigen Beamten würde ich gerne auf meine Kosten einladen, sich beispielsweise den Nash Markt in Wien anzusehen, vielleicht würden Ihnen dann ‚mal die „Lichter aufgehen“. Aber wenn es nicht einmal dem Oberbürgermeister auffällt, der täglich diesen Platz vor Augen hat, was soll man da noch sagen!!!
    Über die Reinigung des Platzes und Leerung der Mülleimer fange ich am Besten erst gar nicht an etwas zu schreiben, schade für die Zeit!
    Wie sagen es die Franken immer so schön: des wa scho immer su und des soll a so bleim!

  6. Also ich wohne direkt im Zentrum und komme bald jeden Tag zum Hauptmarkt. Was man hier unter „Guter Stube“ versteht, kann ich nicht nachvollziehen. Gerade an Sonn- und Feiertagen irren die armen Touristen eher irritierend auf einen großen leeren Kopfsteinpflasterplatz herum. Ja sicher fehlen hier Pflanzen, Bänke und irgendwie auch etwas für Kinder und Jugendliche, analog wie beim Kornmarkt. Natürlich sollten die Dinge auch mobil sein, damit schnell und unkompliziert wieder Raum für Veranstaltungen am Marktplatz geschaffen werden kann. Jetzt ist der Marktplatz für mich nur ein leerer Platz, deren einziger Sinn darin besteht, für größere Veranstaltungen brach zu liegen.

  7. Die Frage ob sich etwas ändern muss ist müßig, wenn man sieht wie oft sie in der Vergangenheit gestellt wurde und wie wenig (nichts) sich geändert hat.

    Schaut man sich jedoch in anderen deutschen Großstädten um, sieht man sehr schnell den Unterschied. Der Hauptmarkt wirkt nicht einladend oder zum verweilen. Nur ansässige Restaurants bieten Sitzgelegenheiten.

    Positives Gegenbeispiel bietet beispielsweise der Schlossplatz in Stuttgart. Sitzbänke, Bäume für Schatten und Blumenrondelle zur Begrünung wie dort würden reichen, um die Atmosphäre zu ändern. Kleine Änderungen, ohne das historische Wesen des Platzes zu ändern, sondern dieses zu unterstreichen.

    Alle Änderungen, die die Anmutung modernisieren würden und sich nicht unauffällig einfügen würden, sind strikt abzulehnen, da dadurch der einzigartige historische Charme, weswegen jährlich viele Touristen zu uns kommen, verloren ginge.

    Ich bin sicher man wüsste was zu tun ist, nur am Willen oder Mut zur Umsetzung fehlt es. Obwohl diese Maßnahmen nicht viel kosten würden.

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