Mehr Markierungen an Gefahrenpunkten?

Nach dem Unfall mit einem schwer verletzten Radfahrer (76) im Fuchsloch wird die Straßenmarkie­rung auf der Adolf-Braun-Straße heiß diskutiert. Schon vor längerer Zeit hatte die Stadt auf beiden Fahr­spuren kurz vor dem Radweg weiße Querstreifen anbringen lassen. Je näher die Streifen zum Fahrradweg liegen, desto geringer ist der Ab­stand der Streifen zueinander. Auto­fahrer bekommen dadurch das Gefühl, schneller zu fahren und sol­len intuitiv dazu gebracht werden, abzubremsen.
Nach der Überzeugung des städti­schen Verkehrsplanungsamtes hat sich diese „Rüttelmarkierung“ be­währt. Autofahrer würden sowohl optisch als auch durch das Rütteln ihres Wagens auf den leichten Erhe­bungen auf den Gefahrenpunkt Rad­weg aufmerksam gemacht. Ins glei­che Horn stößt Jens Ott vom Allge­meinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Während man früher als Radler lange habe warten müssen, um die Adolf-Braun-Straße passie­ren zu können, seien inzwischen immer mehr Autolenker dazu be­reit, abzubremsen und die Radfah­rer vorbeizulassen.
Ähnliche Markierungen hat die Stadt auf dem abschüssigen Rad­weg am Rathenauplatz angebracht (die NZ berichtete), um Radler vor den Gefahren der Kreuzung zu war­nen. Und in der Flußstraße, wo Rad- und Autofahrer mitunter an­einander geraten, will das Verkehrs­planungsamt demnächst ebenfalls solche Markierungen anbringen las­sen.
Kritiker hingegen meinen, dass Autofahrer die Warnstreifen im
Fuchsloch auch als Zebrastreifen auffassen und trotz ihres Vorrech­tes für Radfahrer bremsen. Das könnte zu Verwirrungen führen und letztlich Unfälle provozieren. Der Unfall mit dem 76-Jährigen sei da­für ein Beispiel.

Text: Tilmann Grewe

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