Ist die Kurzstrecke kundenfreundlich?

Alles sollte einfacher werden. Im Untergrund zwei Stationen, an der Oberfläche vier. So viele Haltestel­len weit dürfen die Kunden seit der Tarifreform im öffentlichen Nahver­kehr mit einem Kurzstreckenticket fahren. Im Gegensatz zu früher, als Pläne an den jeweiligen Haltestel­len anzeigten, was alles noch zum Kurzstreckenbereich gehört, sollte nun eine klare, einfache Regel gel­ten.
Umsteigen darf man deswegen auch nicht mehr. Das rief die Linke Liste auf den Plan, die im Stadtrat eine Reform der Reform forderte. Und auch die Grünen wollen sowohl das Umsteigen als auch das Pausemachen innerhalb der Fahrt ermöglichen und zudem die Unter­scheidung zwischen U-Bahn einer­seits sowie Tram und Bus anderer­seits aufheben – das Kurzstrecken­ticket sollte generell vier Stationen gelten, finden sie. VAG-Chef Josef Hasler plädierte indes im Stadtrat dafür, an der seit 1. Januar gelten­den Regel festzuhalten. Oberbürger­meister Ulrich Maly sagte aber, dass sie nochmals auf den Prüf­stand soll.

Ist die Kurzstrecke kundenfreundlich?

10 Kommentare in “Ist die Kurzstrecke kundenfreundlich?

  1. Je mehr Vorstände sich die VAG leistet um so teurer wird der Fahrpreis! Das ist logisch!
    Und offensichtlich verderben viele Köche den Brei: Welche Logik steht eigentlich hinter dieser Trennung U-Bahn, Bus und Tram? Das erschließt sich wohl nur Eingeweihten!

  2. Bereits in unserer Delegiertenversammlung des Nürnberger Stadtseniorenrates im Januar diesen Jahres haben sich mehrere Delegierte negativ über den neuen Kurzstreckentarif geäußert. Seitdem lässt die Kritik von Senior(inn)en aus den Stadtteilen, die bei uns eingeht, nicht nach. Wir vertreten im Stadtseniorenrat mit mehr als 130.000 älteren Bürgern ein gutes Viertel der Nürnberger Stadtbevölkerung und haben ihre Bedenken u.a. an unseren Oberbürgermeister, Herrn Dr. Maly, und an den Vorstand der VAG weitergetragen. Bisher wurde bei der neuen Tariffindung dieser Teil der Bevölkerung offensichtlich nicht ausreichend berücksichtigt. Wir wünschen uns diesbezüglich ein nochmaliges Überdenken und eine entsprechende Anpassung.

  3. Der Ausführung von Herrn Gruber schließe ich mich als Stadtseniorentätin Vorstandschaft ausnahmslos an. In anderen Ländern kann man für kleines Geld den ganzen Tag fahren und auch die Strecken unterbrechen. Unsere Stadträte – politische Vertreter – sollten eine Änderung baldigst realisieren.

  4. Wir vom Stadtseniorenrat sind Ansprechpartner für die Älteren. Aus der Südstadt erhalte ich massive Kritik wegen der neuen Kurzstreckentarife. Ein Beispiel: Bank -und Sparkassenfilialen schließen. Senioren müssen in die Innenstadt fahren um Überwesisungen zu erledigen bzw. Bargeld abzuheben. Jetzt hat sich eine Bargeldabwebung bon ungefähr können 3,00 Euro auf 6,00 Euro erhöht. Online-Banking kann die Seniorin nicht, denn sie hat keinen Computer und will sich dafür auch keinen anschaffen. Junge Leute können von der Frankenstraße bis zur Lorenzkirche laufen, aber diese Senioren mit dem Rollator“ eben nicht. Die Kurzsichtigkeit des Vorstasndes bei der VAG wird auch sehr emotional kritisiert.

  5. Preiserhöhungen sind notwendig und richtig. Doch es wird zurecht kein Verständnis geben für folgende Fakten: Ticketpreis Maffeiplatz -> Lorenzkirche (Innenstadt)

    Preis für die Strecke Dezember 2015: 1,80 Euro
    Preis für die Strecke Januar 2016: 3,00 Euro

    Das ist eine Erhöhung um 66%! Wie Eva Nickel schreibt ist man als Pärchen bis zu 12 Euro los und sogar ein Tageticket ist mit 11,50 Euro schon drin, mit dem man bis nach Fürth fahren könnte! Alles für eine Strecke, die sogar zu Fuß super machbar ist und mit dem Fahrrad schnell zu überwinden. „Mal eben in die Stadt“ und sei es auch nur kurz ist damit ein teures Vergügen. Als Fan des ÖPNV und Unterstützer des Systems werde ich bei einer solchen Preispolitik stinksauer und wende mich frustriert ab! Wenn ich dann noch von vgn-Seite höre, das neue System habe sich bewährt und es gebe keine Beschwerden in Kombination mit der berechtigten Kritik zum Beispiel in diesem Blog finde ich einfach keine Worte mehr! Für die kurze Strecke in die Stadt zahle ich gerne den Kurzstreckentarif (als Nichtpendler kann sich ein Dauerabo privat einfach nicht lohnen, so oft fährt man nicht in die Stadt), den 66%-teurer-Preis zahle ich nicht!

  6. Ich finde die Kurzstrecke nicht kundenfreundlich. Ich wohne in der Südstadt und in der Gugelstraße sind 4 Haltestellen (Lothringer-, Siemens-, Schuckert- und Humboldstraße) in relativ kurzem Abstand. Man kommt höchstens bis Christuskirche oder von der Siemensstraße zum Aufseßplatz (dieser ist aber auch leicht zu Fuß zu erreichen). Aber viele ältere Bürger sind nicht mehr so gut zu Fuß und umsteigen ist auch nicht möglich. Früher kam man wenigstens zum Bahnhof und konnte von dort bequem die Innenstadt erreichen

  7. Auto abstellen, vom Hasenbuck zum Bahnhof war das mit Kurzstrecke möglich.

    Jetzt jedoch geht das nicht mehr. Ich zahle für 2 Pers.hin und zurück mittlerweile 10,50 € und wahrscheinlich nächstes Jahr wieder mehr.

    Fazit: Mit dem Auto in die Stadt – Parkhaus. Ist möglich mit Wochenendtarif 8 €/Tag am Bahnhof.

    Was hat sich die VAG da ausgedacht.

  8. Ich bin nur eine sogenannte Gelegenheitsfahrerin und würde aber gerne, wenn ich in die Innenstadt möchte, mit dem Bus fahren. Ich wohne am Volkspark Marienberg und bis jetzt war es bis zum Hauptmarkt eine Kurzstrecke. Seit 1. Januar 2016 muß ich jetzt 3,00 Euro einfach (kein Automat in der Nähe, wenn man gerade keine 4-er Karte zur Hand hat, die allerdings auch nicht viel billiger ist) bezahlen.

    Mit der Kurzstreckenkarte kann ich nur 4 Haltestellen fahren, d.h. von der HSt. Marienbuck (Kilianstraße ) bis HSt. Langer Steig (immer noch Kilianstraße). Das sind nur ca. 900 m !!!

    Somit sind für mich die öffentlichen Verkehrsmittel im Kurzstreckenbereich keine Alternative mehr.
    Wenn man schnell mal zu zweit in die Stadt will (Fahrzeit mit dem Bus ca. 15 Min.) muss man
    12,00 Euro bezahlen !!! Nicht gerade sehr kundenfreundlich.

  9. Besonders ärgerlich ist, dass das Umsteigen ausgeschlossen ist. So benötigt man von der Haltestelle Rothenburger Straße zur Haltestelle Weißer Turm ein Langstreckenticket, obwohl es nur zwei UBahn Haltestellen sind.

  10. Der Stadtseniorenrat Nürnberg hält dieses Angebot für falsch. Nicht jeder ältere Bürger braucht eine Monatskarte, aber der Besuch beim Arzt, in der Apotheke oder bei kleinen Einkäufen wird die Nähe zur Wohnung genutzt. Eine Nutzung von nur zwei U-Bahn-Stationen bzw. von nur vier Trambahn-Haltestellen ist nicht bürgerfreundlich, zumal man auch nicht umsteigen darf. Nicht jeder wohnt so in der Großstadt, dass dieses Angebot realistisch ist. Eine Fahrkarte für die Kurzstrecke, unabhängig von der Anzahl der Stationen ist die vernünftige Lösung. Hoffentlich sieht die Geschäftsleitung der VAG dies ein und unsere politischen Vertreter im Rathaus sollen dies bald realisieren.

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