Soll das Handyverbot an Schulen fallen?

Immer und überall klingelt es. Fortwährend spricht ein Mensch in ein Smartphone oder spielt damit herum. Ist es da nicht gut und richtig, dass wenigstens in der Schule Sendepause herrscht? Die Frage, ob die Handynutzung an Schulen erlaubt oder verboten werden soll, wird seit langem heftig diskutiert – auch jüngst erhitzte das Thema bei einer Podiumsdiskussion in Nürnberg die Gemüter. Die Zahl der Befürworter und Gegner hielt sich in etwa die Waage. Dass die Schüler für eine Freigabe sind, versteht sich. Aber es gibt auch Politiker, für die das Handy-Verbot abgeschafft gehört, so etwa Nürnbergs Schulbürgermeister Klemens Gsell. Befürworter des Verbots fürchten, dass es mit der Handy-Freigabe an Schulen zu Missbrauch kommt, dass zum Beispiel Mobbing betrieben wird, indem Schüler Aufnahmen von Klassenkameraden oder Lehrern ins Netz stellen. Auch sehen sie mit Skepsis die viele Aufmerksamkeit, die Smartphones auf sich ziehen. Rauben sie den Kindern nicht das letzte Bisschen Konzentrationsvermögen? Ist es nicht wichtig, gegen die permanente Ablenkung anzugehen und Pausen zu verordnen?

Nein, sagen die Gegner des Verbots. Sie halten die strikte Linie, die nicht nur in Bayern gilt, für antiquiert. Das Smartphone sei nun einmal ein Teil der Lebenswirklichkeit der jungen Leute, finden sie. Es sei doch besser, ihnen einen vernünftigen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Gerät beizubringen, statt es zu verbannen. Bestimmte Regeln könnten außerdem einen ungebremsten Gebrauch im Unterricht eindämmen. Und schließlich: Möglichkeiten, dem Unterricht geistig fernzubleiben, gibt es auch jenseits des Mobiltelefons reichlich. Stichwort: Schiffeversenken.

Gabi Eisenack

Soll das Handyverbot an Schulen fallen?