Kinderbetreuung: Soll sie kostenlos sein?

Kinder sind ihren Eltern ganz besonders viel Wert und sie kos­ten auch viel Geld. Jasmin Laub, Bundestags-Direktkandidatin für die FDP im Nürnberger Süden und Schwabach, hat drei Kinder, die in einer Kindertages­stätte betreut werden. 1320,60 Euro muss sie dafür im Monat bezahlen. Der Geschwisterrabatt ist dabei schon abgezogen. Viel Geld bleibt bei einem Teilzeitjob dann nicht mehr übrig. Für Laub leisten Kindertagesstätten weit mehr als nur die Betreuung. „Sie vermitteln Bildung. Was aber das Umfeld Kinder-Tagesstätte mit speziell für das Alter ausgebilde­ten Fachkräften leistet, werde ich daheim meinen Kindern nie bie­ten können“, so Laub, die selber Lehrerin und Pädagogin ist.
Die FDP-Politikerin kritisiert, dass im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz der Besuch einer Kinderta­gesstätte in Bayern nicht kosten­los ist. Für Laub ist das ein Stand­ortnachteil. Dass sozial Schwä­chere unterstützt werden, wenn ihre Kinder eine Kita besuchen, hält sie für ungerecht. Angesichts der Beträge, die bei mehreren Kin­dern zusammenkommen, müssten sich Normalverdiener inzwischen überlegen, ob sie ihre Kinder in einer Einrichtung betreuen las­sen. Wenn sie es nicht tun, würde der Nachwuchs auf Bildungschan­cen verzichten. Der Besuch einer Kindertagesstätte müsste deshalb grundsätzlich kostenlos sein, damit alle Kinder gleichermaßen gefördert werden, fordert Laub.
Dem steht entgegen, dass die Sozialausgaben schon sehr hoch sind. Der Haushalt der Stadt Nürnberg geht, wenn man alles zusammenzählt, zur Hälfte in den Sozialbereich. Kostenlose Kinder­tagesstätten müsste komplett das Land finanzieren. Vor dieser Belastung dürfte der Freistaat aber trotz guter finanzieller Lage zurückschrecken. Wenn einmal kostenlose Kindertagesstätten angeboten werden, dann gibt es kein zurück mehr.
André Fischer

Kinderbetreuung: Soll sie kostenlos sein?

4 Kommentare in “Kinderbetreuung: Soll sie kostenlos sein?

  1. Guten Tag!
    Was gibt da Frau Laub so kühn von sich:
    „Das Zusammenleben mit verschiedenen andern Persönlichkeiten, die teilweise aus anderen Kulturen kommen, kann ich meinen Kindern daheim … nicht anbieten. Und gerade dieses Zusammenleben scheint in unserer durchmischten Welt dringend nötig zu lernen zu sein.“
    Das ist doch nur ein plumper Versuch, es zu rechtfertigen, daß Kinder – ohne finanzielle Not – die meiste Zeit außerhalb der eigenen Familie verbringen.
    Denn was nützt es, andere Persönlichkeiten teilweise aus anderen Kulturkreisen kennenzulernen, wenn durch diese aufs materielle geprägte Einstellung viele Ehen auseinanderbrechen, Kinder immer öfters bei Vater oder Mutter aufwachsen und ihnen ein gewachsenes Familienbild (Eltern, Großeltern, Urgroßeltern) fremd ist.
    Die Folgen dieser ach so gepriesene Freiheit, wo jeder das tut, was ihm gefällt und nicht mehr das, was für den andern tatsächlich gut ist, sind unübersehbar an einem nie dagewesenen Ausmaß an Burnout bzw. Depressionen zu erkennen.
    Außerdem ist die Masse unserer Gesellschaft mit Menschen aus andern Kulturen bisher stets zurecht gekommen. Und das ohne Kitas oder ganztägiger Schulbetreuung.
    Wer mit unserer Kultur nicht zurecht kommt, sind doch die vielen Migranten aus dem islamischen Kulturkreis, die von unserer derzeitigen Regierung mit einer rechtswidrigen „Willkommenskultur“ zum chaotischen Einfallm in unser Land eingeladen worden sind.
    Und warum? Weil viele deutsche Frauen sich zu schade sind, ihr vorhandenes Potential für Kinder einzusetzen und so deutsche Arbeitskräfte nicht im ausreichenden Umfang zur Verfügung stehen.
    Panem et circensis (Brot und Spiele) bedeutete schon einmal das Aus für eine große Weltmacht!

  2. Jetzt melde ich mich einmal zu Wort. Natürlich würde ich meinenKindern daheim viel Wärme geben und sicherlich auch viel Wissen vermitteln. Aber das Zusammenleben mit verschiedenen ändern Persönlichkeiten, die teilweise aus anderen Kulturen kommen, kann ich meinen Kindern daheim und auch nicht in einer Krabbelgruppe anbieten. Und gerade dieses Zusammenleben scheint in unserer durchmischten Welt dringend nötig zu lernen zu sein.
    Ja. Eine KiTa ist teuer. Und selbst die Beiträge, die ich gerade bezahle sind nicht ausreichend. Auch die Kita meiner Kinder bekommt Zuschüsse. Bei mir ist der Betrag aktuell sehr hoch, da ich zwei Krippenkinder habe. Ab Oktober wird es deutlich billiger werden.
    Ja. Mein Mann und ich können uns diesen Betrag (1300€ im Monat) leisten.
    Nein. Es ist nicht egoistisch. Ich engagiere mich und hoffe natürlich etwas zu erreichen. Für mich wird es sicher keine Verbesserung mehr geben. Bis sich hier etwas ändern würde, sind meine Kinder bereits in der Schule.
    Ja. Ein wenig populistisch ist die Forderung formuliert. Ich habe hier einen Betrag herausgegriffen, der nur kurzfristig anfällt. Er macht aufmerksam. Nichtsdestotrotz ist hier ein Problem da: selbst in städtischen Krippen in Nürnberg fällt ab 2018 ein Betrag von 290€ für sechs Stunden an. Diese Buchungszeit würde uns nicht genügen. Rechne ich das hoch, würden wir selbst in einer städtischen Krippe für zwei Jahre 11 600€ für ein Kind bezahlen. Das ist sehr viel.
    Und das was ich mit sozial Schwachen meinte, ist nicht, dass ich denen die Förderung streichen wollen würde. Ganz im Gegenteil- sie sollten das nicht einmal beantragen müssen! Hier handelt es sich um Bildung. In KiTas wird ein Zusammenleben geübt, Werte vermittelt, Sprache gelernt- da muss der Zugang einfacher werden und allen möglich sein.
    Die Kostenfrage ist sicher ein Problem. Billig ist das nicht. Ich bin trotzdem der Meinung: Bildung sollte uns das wert sein. Der Besuch einer Uni kostet keinen Betrag. Ist es dort billiger? Nein.
    Hochschulbildung bekommt kulturell bedingt mehr Anerkennung. Ist es wirklich richtig, oben für Einige etwas teuer zu finanzieren und unten, wo Grundlagen für alle gelegt werden könnten, Eltern zur Kasse zu bitten? Ich finde das nicht gut.

  3. Was da Frau Laub – selbst Lehrerin und Pädagogin – fordert, ist Egoismus pur und hat mit Liebe zu Kindern nichts zu tun. Moderen ausgedrückt, ist solches populistisch bzw. als fake news zu bezeichnen.
    Wenn Frauen glauben, Karriere machen zu müssen, indem sie außer Haus für fremde Arbeitgeber ihre Arbeitskraft einsetzen und es als minderwertig ansehen, ihre eigenen Kinder zu betreuen, dann ist dies zum Weinen.
    Wer hat denn Deutschland zu dem gemacht, was es heute ist?
    Menschen mit hervorragender Bildung und dies ohne Besuch von Kitas und sonstigen Kinderverwahranstalten.
    Unsere Mutter – ohne Abschluß einer höheren Lehranstalt – hat drei Kinder liebevoll betreut, so daß alle von uns eine gute Bildung erhalten haben.
    Ich selbst – Jahrgang 1942 – habe zusammen mit meiner Frau – ohne Kitas – vier Kinder großgezogen, die allesamt eine gute Ausbildung erhalten haben.
    Meine Frau – nicht Lehrerin – hat nur überwacht, daß die Kinder ihre Hausaufgaben ordentlich erledigt haben. Die Bildung im allgemeinen Wissen wird ja von der Schule vermittelt.
    Wichtig ist, daß sich Kinder im Elternhaus geborgen wissen.
    Wer im Übrigen Kinder nur als Wirtschaftsfaktor sieht oder um damit zu glänzen, der sollte lieber keine Kinder in die Welt setzen.

  4. Ich bin der Meinung, dass kostenlose Kinderbetreuung nicht finanzierbar ist. Der Monatsbeitrag beträgt ja nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten.
    Dass Kindertagesstätten in der heutigen Zeit enorm viel mehr leisten müssen als nur Betreuung, ist unbestritten.
    Die Bemerkung von Frau Jasmin Laub aber, dass was das Umfeld KITA leistet, sie ihrem Kind zuhause nie bieten könne, finde ich doch sehr fragwürdig. Ebenso ihre Anmerkung, dass sie es für ungerecht hält, dass nur sozial Schwächere unterstützt werden.
    Sie ist auch der Meinung, wenn man seine Kinder nicht in einer Einrichtung betreuen lässt, würde der Nachwuchs auf Bildungschancen verzichten.
    Das heißt, Mütter, die ihre Kinder bis 3 Jahre zuhause betreuen, sind unfähig, sie bildungsgerecht zu erziehen.
    Meine Tochter ging erst mit 3 1/2 Jahren in den Kiga. Sie hat ihre schulische Laufbahn erfolgreich mit dem Fachabitur abgeschlossen und arbeitet heute als Erzieherin in einer evang. Kinder-tagesstätte mit Krippe und Kindergarten Lkrs.ERH. Die Gebühren für 3 Kinder unter 3 Jahren belaufen sich dort auf ca. 620 Euro (Geschwisterrabatt berücksichtigt) bei einer 40-45 Std.-Betreuung pro Woche. Im Kindergarten ab 3 Jahren entsprechend weniger. Das letzte Kindergartenjahr wird außerdem mtl. mit 100 Euro bezuschusst. Bei 1320,60 € mtl. kann es sich bei Frau Laub nur um eine private Einrichtung handeln. Also kein Maßstab.
    Allerdings frage ich mich, warum die Kita-Beiträge in den Landkreisen nahe Nürnberg um einiges günstiger sind als in der Stadt Nürnberg.

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