Ist Nürnberg zu autofreundlich?

Nürnberg baut seine U-Bahn aus und hat gerade eine neue Straßenbahnstrecke eröffnet. Und trotzdem hat sie jeder Nürnberger weiter in seinem Bekanntenkreis: die ÖPNV-Miesmacher. Sie sind stolz darauf, nie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. In der U-Bahn hätten sie Angst, Busse kämen unpünktlich, die VAG sei zu teuer, und mit dem Radfahren haben sie es auch nicht so. Die Schattenseiten des Autoverkehrs in einer immer dichter besiedelten Stadt blenden diese Leute gerne aus: die hohen Kosten für den eigenen Pkw, den gestiegenen Parkdruck in allen Wohnstraßen, das Stop-and-go jeden Tag am Ring, den umtosten Bahnhofsplatz (Foto: Stefan Hippel) oder die schlechte Luft durch Stickstoffdioxid.
Es ist schon was dran am Lamento der Grünen und der Fahrradvertreter: Nürnberg ist immer noch sehr attraktiv für Autofahrer. Es gibt massenhaft Gratis-Parkplätze und im Städtevergleich eher selten Strafzettel. Die CSU im Stadtrat behütet den Autoverkehr immer noch. Zu autofreundlich ist die Stadt auch für den Bund Naturschutz. Wenn der Verband nun allerdings seine Opposition zum kreuzungsfreien Frankenschnellweg gegen Straßenrückbaumaßnahmen an anderer Stelle eintauschen will, drängt er die Frage leider nur in die ideologische Schublade.

Isabel Lauer

Ist Nürnberg zu autofreundlich?

4 Kommentare in “Ist Nürnberg zu autofreundlich?

  1. Kein Durchgangsverkehr für Lkw. Na Bravo! Was ist denn reiner Durchgangsverkehr? Dann kommen auch Ihre bestellten Internet-Waren nicht mehr an. Ach halt, das ist ja kein Durchgangsverkehr.

  2. Nürnberg ist extrem rückständig, was dieses Thema angeht. Die meisten dürften neue Konzepte einfach aus Prinzip ablehnen.Weniger Autos wäre was Gutes, also ist der Nürnbergerg prinzipiell dagegen, obwohl er selber der stark Geschädigte ist.

  3. Nürnberg lebt von den Gewerbesteuereinnahmen und nicht von einem „Bad Nürnberg“. Die Verteufelung des Autos ist m.E. völlig verkehrt. Denn, wenn es in der Automobilindustrie kräbnkelt, steht der gesamt Arbeitsmarkt Kopf. Sie den Fall Opel. Wird ein Automobilwerk oder mehrere geschlossen geht das große Geheule los. Die idiologische Scheinheiligkeit tritt dann offen ans Tageslicht. Keine Arbeitsplätze bedeutet dann nur noch klare Luft für ein Heer von Arbeitslosen. Es sollte vielmehr darauf geachtet werden, daß luftverpestende alte , hier vor allem Diselfahrzeuge, aus dem Verkehr gezogen werden und bei den Schadstoffmessungen zwischen notwendige Hauptverkehrsdurchgangsstraßen und nur durchschnittlich verkehrsbelastenden Straßen unterschieden wird. Nur dann kann der mündige Bürger frei entscheiden welches Verkehrsmittel er benutzen will.

  4. ALLE Städte sind ZU autofreundlich. Die Stinker verpesten unsere Luft und machen uns krank. Unsere Politiker schauen zu und schwätzen nur noch Mist (siehe grünreg. Stuttgart!).
    Das richtige Konzept kann nur ein deutlich günstigerer ÖNV in Verbindung mit knallharten Fahrverboten sein. DURCHGANGSverkehr für LKW muss verboten werden.
    Die VAG- Wucherpreise sind für Rentner nicht mehr leistbar, sie werden geradezu in die Auto-Mobilität gezwungen!

    Unsere Konsequenz: Keine Mobicard mehr!

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