Sollen Straßenbahnen und Busse häufiger Vorfahrt haben?

Der Straßenverkehr in Nürnberg hat in den letzten Jahren nicht zugenommen, das hat die letzte Verkehrszählung der Stadt deutlich gemacht. Sie liegt aber auf einem konstant hohen Niveau. 150.000 Pendler fahren pro Tag mit dem Auto nach Nürnberg und wieder raus. Für viel Bewohner ist das zu viel, sie leiden unter Lärm und schlechter Luftqualität. Stadt versucht deshalb, den Öffentlichen Personennahverkehr zu stärken und attraktiver zu machen. Sicher, manchen Zeitgenossen geht der Ausbau der U-Bahn- und Straßenbahnnetze zu langsam voran, aber der ÖPNV-Ausbau ist auch teuer. Am 22. Mai werden im Nürnberger Nordwesten zwei weitere U-Bahnhöfe in Betrieb genommen und Richtung Erlangen wird für viel Geld die Stadt-Umland-Bahn in den nächsten Jahren gebaut.
Doch es gibt auch kleine Schritte, die den ÖPNV attraktiver machen. Mit Ampelschaltungen und Abmarkierungen bekommen Straßenbahnen und Busse Vorrang gegenüber dem Individualverkehr eingeräumt, so dass sie pünktlicher und schneller fahren können. In der vergangenen Woche hat der Verkehrsausschuss beschlossen, am Spittlertorgraben, zwischen Plärrer und Kontumazgarten, Straßenbahnen und Busse durchgängig auf einer eigenen Fahrspur fahren zu lassen, damit es zu weniger Verzögerungen kommt. Es haben zwar nur noch 250 Meter für die durchgängige Fahrspur von Busse und Bahnen gefehlt, doch für die Autofahrer entsteht ein Flaschenhals, weil ihnen nur noch eine Spur zur Verfügung steht. Mit dieser Regelung wird aber sichergestellt, dass die Nutzer von Busse und Bahnen ihre Anschlussverbindung auch tatsächlich erreichen.
Den Autofahrern hat Baureferent Daniel Ulrich versprochen, dass ihre Fahrzeit zwischen Plärrer und Am Wegfeld insgesamt nicht länger wird, weil durch die Neuregelung der Verkehrsfluss besser wird. Die CSU ist überzeugt, dass im Alltag Staus programmiert sind und hält die Aktion für „kopflastig“. Aber, es im Verkehr allen Recht zu machen, geht nicht.

Sollen Straßenbahnen & Busse häufiger Vorfahrt haben?

3 Kommentare in “Sollen Straßenbahnen und Busse häufiger Vorfahrt haben?

  1. Gängelung ist es, wenn Autofahrer anderen die Luftqualität verpesten und sie mit Lärm belästigen. Die Maßnahmen sind richtig, aber längst überfällig. In anderen Städten ist der Vorrang schon lange normal. Daß Nürnberg zu besonders teuren Ausbaumaßnahmen neigt, ist Teil des Prtoblems, Buslinien sind viel effizienter und können in großer Zahl von heute auf morgen eingerichtet werden. Das hat schon auch was mit der VAG selber zu tun und dem Hang ihrer Führungskräfte, mit Prestigeobjekten glänzen zu wollen.

  2. Generelles Tempo 30km/h, Ausbremsen von Autofahrern wo es nur möglich ist. Den ÖPNV jedes Jahr teurer machen. Eine Einzelfahrt kostet aktuell € 3,-.So sieht Verkehrspolitik in Nürnberg/Deutschland aus.
    Die Autoindustrie mit Zulieferern, eine tragende Säule der deutschen Wirtsachaft, wird permanent schlecht geredet und langsam aber sicher kaputt regiert.

  3. Alles was die SPD gegen Autos tun kann, macht sie. Da arbeitet sie nicht mit dem Koalitionspartner CSU, entgegen der Abmachungen, zusammen. Jeder der ein Auto hat will damit auch fahren und parken können. – Die Frage in der NZ ist eine generelle Frage für Vorrangschaltungen des ÖPNV. Deshalb kann sie nur bedingt auf den Spittlertorgraben bezogen werden. Dort bin ich aber dagegen. Es wird zu Staus kommen und die Luft wird dadurch nicht besser. Mit einer Ampelschaltung könnte man den Schienenverkehr auch zügig regeln. Aber das ist wieder die typische Gängelung, die der Stadt später teuer zu stehen kommt; siehe Frankenschnellweg.

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