Muss sich die CSU neu aufstellen?

Es war eine Schicksalswahl für die CSU. Sie hat ihr schlechtestes Ergebnis seit 1950 eingefahren, ihre als gottgegeben geglaubte absolute Mehrheit eingebüßt. Sicherlich: Im Maximilianeum können die Christsozialen auch weiterhin, geschrumpft, den Ton angeben. Aber geht das jetzt wirklich noch, ohne zuvor in die Innenschau zu gehen?

Auch wenn es zum Habitus dieser Partei gehört, Selbstkritik mit Kraftmeierei zu kaschieren – hinter den Kulissen liegen die Nerven blank. Da lief so vieles einfach schlecht in den vergangenen drei Jahren. Die ständigen Schmutzeleien zwischen München und Berlin. Das systematische Verprellen von früher treu-schwarzen Kirchenkreisen. Dazu eine trotzige Überbetonung des bayerischen Sonderwegs, der doch immer mehr Menschen in Zeiten weltweiter Herausforderungen überholt und merkwürdig ideologisch erscheint. Viele CSU-ler merkten spätestens im Bürgerdialog des Wahlkampfs, dass Eifer und Aktivität die große Ratlosigkeit kaum noch verdecken können (Foto: Roland Fengler, v.l. Michael Frieser, Oscar Schneider, Sebastian Brehm, Karl Freller, Barbara Regitz und Jochen Kohler beim CSU-Wahlabend in Nürnberg).

Eine Neuaufstellung nach dieser Wählerquittung scheint angebracht, das schuldet die CSU schon allein ihrer großen Vergangenheit. Aber muss das gleich das Führungspersonal betreffen und nicht vielleicht eher die Programmatik? Hektisches Herumrudern dürfte die Glaubwürdigkeit jetzt nicht erhöhen. Vielleicht wäre daher mehr gewonnen, wenn die Konservativen ihre Selbstbespiegelung stoppen, wenn sich die Parteispitze endlich mit sich selbst aussöhnt – und Ruhe gibt. Keine Panik, ein Wahlergebnis ist nun mal immer auch seiner Zeit und Gesellschaft geschuldet.

Isabel Lauer

Muss sich die CSU neu aufstellen?

1 Kommentar in “Muss sich die CSU neu aufstellen?

  1. Politik ist und war schon immer ein schmutziges Geschäft. Das hat bereits Otto von Bismarck verkündet.
    Aber zu glauben, mit Palastrevolutionen, wie sie in der CSU seit dem Sturz von Stoiber und jetzt von Seehofer praktiziert werden, von politischen Fehlleistungen ablenken zu können und daraus Kapital zu schlagen, zeugt von Torheit, die ihresgleichen sucht.
    Da muß man sich wundern, daß es noch immer so viele mit Verstand ausgestattete Zeitgenossen gibt, die ihre Hoffnung auf Menschen setzen und sich nicht nur verarschen lassen, sondern beim Verarschen auch noch mitmachen, indem sie glauben, mit ihrer Stimme zur Besserung unserer todkranken Welt beitragen zu können.
    Wer einen machtbesessenen christlichen Heuchler wie Markus Söder nicht durchschaut, der kann einem nur leidtun. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.
    Nur verführbare oder Menschen, die die Augen vor der Wahrheit verschließen, fallen auf das christliche Gehabe Söders herein, der sein Christsein wie eine Monstranz vor sich herträgt, Gottes Heiliges Wort für seine machtpolitischen Zwecke schamlos mißbraucht, einen Kreuzerlaß in die Wege geleitet hat und mit einem kräftigen “Grüß Gott“ auf den Lippen, von der widersprüchlichen Politik seiner Partei ablenken will.
    Hatten doch die CSU- Obersten zu Recht gegen die rechtwidrige Willkommenspolitik von Frau Merkel & Co gewettert, zu Recht die nach Gottes Wort gotteslästerliche Ehe für alle verurteilt.
    Aber wo blieben die entsprechenden Taten? Alles nur leeres Gerede, um die Bevölkerung zu verdummen.
    Im Übrigen hätte ich gerne ‘mal erfahren, was denn überhaupt Christen – im Gegensatz zu aufrechten Atheisten – kennzeichnet, denen z.B. der EKD Ratsvorsitzende Bedford-Strohm erst jetzt wieder eine wichtige Rolle im politischen Geschehen zugeschrieben hat.
    Nebenbei, was die Grünen betrifft und das Getöns, das um deren Wahlerfolg gemacht wird, so sind diese doch nur ein Sammelbecken von Leuten, die angeblich aus Nächstenliebe und Barmherzigkeit Flüchtlingen helfen wollen.
    Die meisten von ihnen aber keine Hemmungen haben, wenn es darum geht, eigene ungeborene Kinder im Mutterleib umbringen zu lassen (der Papst bezeichnet dies als Auftragsmord) oder die Homosexualität gutheißen, wo dann erst gar keine Kinder entstehen. (Das gilt allerdings im eingeschränkten Umfang auch für andere Parteien, die das nicht so offen zugeben).
    So fehlt eigener deutscher Nachwuchs im Wirtschaftsleben, der dann durch Kapazitäten aus dem Ausland, wo Kinderkriegen noch als Bestandteil des Lebens gesehen wird, kompensiert werden muß.

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