Soll Falschparken noch teurer werden?

Stadt Nürnberg, Polizei und Feuerwehr haben eine neue Kampagne vorgestellt: Plakate und strengere Kontrollen sollen in den nächsten Wochen mehr Autofahrer zum korrekten Parken erziehen. Der Slogan „Falschparken kostet Leben!“ benennt das Problem: Wer in zweiter Reihe, in Kurven, in Feuerwehreinfahrten steht, blockiert im Ernstfall Lebensretter bei einem akuten Einsatz.

Bewusstseinskampagnen sind eine gute Sache – aber in diesem Fall ein sehr mildes Instrument. Erfahrungsgemäß lenkt man dreiste Bürger erst dann auf die Bahn des Gemeinsinns, wenn es ihnen ans Geld geht. Solange simples Falschparken 15 Euro kostet und bei Behinderung eines Rettungsfahrzeugs höchstens 65, nehmen viele Menschen einen Strafzettel in Kauf und verlassen sich auf die Unterbesetzung der Kontrolleure. Sie finden, dass eine kommunale Verkehrspolitik eben für ausreichend Parkplätze zu sorgen habe. Aber: Würde sich diese Haltung bei 200, 300 Euro Bußgeld vielleicht ändern?

Isabel Lauer

Soll Falschparken noch teurer werden?

1 Kommentar in “Soll Falschparken noch teurer werden?

  1. Falschparken (auch Parken in zweiter Reihe, Radfahren auf dem Gehweg, usw.) nehmen zu, weil die Kontrollen und die Bußgelder zu gering sind. Bußgelder sind Bundesgesetze. 10-15 € bei geringer Chance des Erwischt-Werdens sind billiger als die sicher anfallenden Kosten im Parkhaus. Abschleppen findet nur in Extremfällen statt. Höhere Bußgelder und physische Barrieren würden etwas Abhilfe schaffen. Aber das Parkproblem ist grundsätzlicher und deshalb muss unterschieden werden in Anwohner, Handwerker, Gewerbetreibende, Einpendler und Touristen: Für Pendler und Touristen, das Hauptproblem beim Innenstadtparken, gibt es Park+Ride-Plätze an der Stadtgrenze (13 in Nürnberg), ferner können Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter ein Firmanabo (Rabatt im VGN) abschließen. Man kommt also um Einfahrtbegrenzungen in eine mittelalterliche, enge Innenstadt nicht herum, wie es London, Leipzig, München… praktizieren.

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