Hat Nürnberg genug Kleingärten?

Hunderte haben eine Petition unterschrieben, es liegen mehrere Anträge der Stadtratsfraktionen dazu vor: die Kleingartenanlage in der Grimmstraße hat viele Unterstützer. Sie wollen verhindern, dass aus dem bepflanzten Grundstück Bauland wird. Doch genau das hat die Eigentümerin Aurelis GmbH vor, die Stadt kann ihr in die Pläne nicht viel reinreden. Was Nürnberg aber machen kann: neue Kleingärten schaffen. Erstens ist sie sowieso gesetzlich dazu verpflichtet, bei einer aufgelösten Schrebergarten-Anlage für Ersatz zu sorgen. Zweitens hat Nürnberg zu wenig Grün, darin sind sich auch alle einig. Kein Wunder, dass der aktuelle Vorschlag der Verwaltung, in Zukunft 160 neue Parzellen zu errichten, von den Parteien angenommen wurde.
Doch reicht das aus? Die Wartelisten sind lang, fast 500 Hobbygärtner möchten eine Parzelle pachten, durchschnittlich müssen sie zwei Jahre lang darauf warten (Foto:dpa). Die Anlagen sind Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, Menschen erholen sich hier – das ist immens wichtig, gerade wenn man keinen Balkon hat oder in von Feinstaub belasteten Vierteln wohnt. In den Schrebergärten wird Integration gelebt, hier treffen Generationen zusammen.
Doch die Errichtung einer Anlage ist mit hohen Kosten verbunden. Oft sind es Brachflächen, die mit großem Aufwand erschlossen werden müssen. Nürnberg ist notorisch klamm, auch der aktuelle Haushalt ist wie immer auf Pump finanziert.
Ngoc Nguyen

Hat Nürnberg genug Kleingärten?

 

 

2 Kommentare in “Hat Nürnberg genug Kleingärten?

  1. Es herrscht doch über Wohnungsknappheit und die Mieten explodieren…
    Ich frage mich, ob es sich Städte überhaupt erlauben dürfen, wertvolle Reserven für Gartenzwerge und Gemüsebeete für einige WENIGE auf Kosten der MEHRHEIT vorzuhalten? Natürlich sind Grünflächen sehr wichtig für die Stadt und ihre Bewohner, allerdings sind Kleingärten alles andere als „für jeden zugängliche“ Grünflächen. Bauland ist bekanntlich knapp und daher muss man diskutieren, wie die Flächen genutzt werden können, damit möglichst viele Menschen davon profitieren!

    Meiner Meinung nach, ist die Frage falsch gestellt. Sie muss lauten: Hat Nürnberg genug BAUFLÄCHEN für Wohnungen? (Und kann deswegen auch Kleingärten vorhalten?)

  2. Kleingärten kommen aus einer anderen Zeit mit anderen Voraussetzungen. Grünflächen in der Stadt sind wichtig, aber nicht zwingend die Kleingärten. Ich bezweifele stark, dass die Gärten „allen Menschen“ zugute kommt, sondern oft sind diese Gärten mehrere Jahrzehnte bei einer Familie im „Besitz“. Besser wären echte „urbane Gärten“, die allen Menschen offen stehen! Wir haben in jeder Stadt eine Flächen-Konkurrenz: Bauland für Wohnen, Stellplätze, Straßen, Grünflächen. Unsere Flächen sind knapp, also muss die Fläche so gerecht wie möglich verteilt werden. Ich plädiere für (kostengünstigen) Wohnraum, auch wenn dies auf Kosten von Kleingärten oder Stellplätzen geht! Im übrigen kann die Stadt schon heute einen bestimmten „Grünflächenanteil“ im Neubau durchsetzen. Die Argumente von Kleingartenvereine sind oft vorgeschoben. Eigentlich möchte man den Status Quo erhalten, auch wenn es zu Lasten der Allgemeinheit geht. Klare Antwort: Kleingärten NEIN! (attraktive Grünflächen und urbane Gärten JA!)

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