Ist die Absage an Drogenchecks richtig?

 

Dass auf Partys ab und zu Drogen genommen werden, lässt sich nicht verhindern. Dass gepanschte Drogen Menschen töten, allerdings schon. In anderen Ländern hilft der Staat deshalb dabei, dass die Drogen, die man zwar eigentlich nicht nehmen soll, wenigstens sicher sind. In Zürich etwa bietet das Drogeninformationszentrum der Stadt regelmäßig Drogenanalysen an. Das Ergebnis kann man erfragen, Warnungen landen direkt im Internet. Auch in Wien gibt es ein solches Projekt bereits – und auch hier wird jeden Monat gewarnt, wenn Pillen andere Inhaltsstoffe enthalten, als die, mit denen geworben wird. Ebenso bekommt man einen Überblick wie die hochpotenten (und damit besonders gefährlichen) Pillen gerade aussehen. Die Drogentester sind auch bei Veranstaltungen unterwegs. Konsumenten können dort ihren Stoff testen lassen – bevor sie ihn einwerfen oder falsch dosieren.
Die Stadtrats-SPD wollte nun klären, ob ein solches Projekt auch in Nürnberg sinnvoll wäre. „Wir wollen keinen Anreiz für mehr Drogen-Konsum setzen“, so Ulrich Blaschke im September. Er findet: „Die Vermeidung von Lebensgefahren und schweren Gesundheitsschädigungen erlaubt auch unkonventionelle Wege.“
Im Bericht an den Gesundheits- und Sozialausschuss sprechen sich Experten gegen den Vorschlag der SPD aus – zur Freude der CSU. „Die Idee klingt absurd“, so deren Fraktionschef Marcus König, „man lässt vor dem Discobesuch ganz einfach mal von der Stadt die Drogen prüfen und bekommt sie dann zum baldigen Konsum zurück“. Er befürchtet auch, dass Kleindealer einen solchen Service nur zu gern annehmen würden, um ihre Ware prüfen zu lassen.

Julia Vogl

Ist die Absage an Drogenchecks richtig?

1 Kommentar in “Ist die Absage an Drogenchecks richtig?

  1. In der Drogenpolitik gibt es -wie auf anderen Politikfeldern- zwei wesentliche Wege: Appeasement oder Konfrontation, Fordern und fördern oder verwöhnen. Der Staat kann versuchen, den Drogenkonsum möglichst gesundheitsunschädlich zu machen, durch Fixerstuben, Drogenchecks usw, aber das ist Symptompolitik und kann allenfalls vorübergehend gelten, denn es geht nicht an die Ursachen und perpetuiert den Konsum und die Kosten. Auf andere Politikfelder übertragen, entspräche das einer Legalisierungs-und Subventionierungspolitik für strafbare Handlungen. Prävention mit Bekämpfung der psychosozialen Ursachen ist nachhaltiger als die Behandlung der Symptomatik und muss das langfristige Ziel bleiben!

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