Sind Knöllchen für Falschparker zu billig?

Wer in Nürnberg verboten parkt, der musste im vergangenen Jahr im Schnitt gerade einmal 14,56 Euro berappen – und das auch nur, wenn er dabei erwischt wurde. Freilich: Es gibt Ecken in der Stadt, in denen Parksünder den Verkehrsüberwachern ganz sicher ins Netz gehen. Wer etwa rund um deren Hauptquartier an der Gleißbühlstraße nur kurz falsch parkt, der ärgert sich gewaltig, wenn er ein Knöllchen bekommt. Es gibt aber auch Ecken in der Stadt, an denen kommen die Kontrolleure vielleicht nicht ganz so oft vorbei. Wenn das dann auch noch Ecken sind, in denen man sonst eigentlich nur ins Parkhaus fahren kann, wenn man sein Fahrzeug irgendwo abstellen will, dann kommen Autofahrer schnell auf durchtriebene Ideen. Vielleicht kommt es ja günstiger, wenn sie sich das Parkhaus sparen, illegal und kostenlos parken und ganz bewusst ein Knöllchen riskieren. Im Ernstfall kostet das eben ein paar Euro. Zwei Knöllchen in der Woche kosten bei weitem nicht so viel wie eine Woche im Parkhaus zu parken.

Autofahrer, die lieber Knöllchen riskieren, als Gebühren für ein Parkhaus zu bezahlen, gibt es immer mehr – und das sehr zum Ärger der anderen Verkehrsteilnehmer. Der Anwohner etwa, die keinen Bewohnerparkplatz finden, weil auf den vorhandenen Stellflächen jede Menge Auswärtige ohne entsprechende Berechtigung stehen. Oder der Menschen, die brav ein Ticket lösen und Gebühren bezahlen, die sich andere nicht leisten wollen.

Bewusste Falschparker sind ein Ärgernis. Und es werden immer mehr. Das sagen zumindest die Verkehrsüberwacher. Sie finden: So kann es nicht weitergehen. Einen Lösungsvorschlag haben sie auch schon: Die Knöllchen müssen teurer werden. Das schmerzt dann zwar auch diejenigen, die nur aus Versehen kurz parken, sorgt aber für mehr Ordnung auf den Straßen.

Julia Vogl

Sind Knöllchen für Falschparker zu billig?

4 Kommentare in “Sind Knöllchen für Falschparker zu billig?

  1. 10-15 € in Kombination mit geringer Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, sind natürlich billiger als das Parkhaus. Was viele nicht wissen, beim Stehenbleiben nach Erhalt eines Knöllchen gilt Vorsatz und damit ein wesentlich höheres Bußgeld. Aber Bußgeldsachen sind Bundeskompetenz, nur die Abschlepp-Politik liegt in Händen der Kommunen….

  2. Mich wundert immer nur, wie wenig Sorgen sich die Halter um ihre Autos machen, wenn sie die Gehwege zuparken. Wenn ich da mal an kleine Kinder denke, die auf dem Gehweg radfahren (müssen) und denen oft nicht mal ein Meter Platz bleibt – die sind ja auch noch nicht so spursicher… So einen Schaden zahlt einem doch niemand (muss ja auch nicht).

    Hinsichtlich der in Feuerwehrzufahrten parkenden Autos frage ich mich immer, weshalb da nicht einer der Anwohner die Polizei holt und um Abschleppen bittet, insbesondere, wenn da über Nacht geparkt wird. Ich hätte schon ein ernsthaftes Interesse daran, dass die Feuerwehr im Ernstfall zum Haus kommt.

    Und nur mal so als provokanter Vorschlag: wenn die Gehwege durch parkende Autos blockiert werden, bleibt nur für alle, die Straße zu benutzen – Fußgänger, Kinderwägen, Rollstuhlfahrer, Rollatoren, große und kleine Radler… Shared Space für alle, im ganzen Stadtgebiet nur noch Schrittgeschwindigkeit :-).

  3. 11. 06. 2019

    Mit viel Getöse, Politprominenz und einem Kindergarten wurde vor einigen Jahren (nach vorher jahrelanger Diskussion im Stadtrat) die Celtisstraße (neben dem „Südtstadtpark“ am Bahngleis) als „verkehrsberuhigte“ Einbahnstraße (blaues Schild) eingeweiht.
    Jetzt stehen da immer mehr Autos aller Größen (der Straßenebelag ist sehr verunreinigt durch auslaufende Flüssigkeiten) im absoluten Parkverbot.
    Dort befindet sich auch die Tagungsstätte „Karl-Bröger-Zentrum“; diese ist zugleich der örtliche Sitz der SPD.
    Knöllchen gibt es sehr selten.
    Ein Schelm, wer sich dabei etwas denkt?

  4. In „meiner“ Straße gibt es auf einer Seite ein eingeschränktes Parkverbot. Das hindert die wenigsten daran, diese Seite vollzuparken. Gerne auch mit den größeren Autos der bekannten Frachtführer. Zum Glück bestand bisher keine Notwendigkeit für den Einsatz von Feuerwehr oder Krankenwagen. Die hätten ihre Mühe, dort durchzukommen, wenn ich schon mit meinem normalen PKW links und rechts der Spiegel nur noch wenige Zentimeter zur Verfügung habe.

    Mir sind einige dieser Fahrzeugführer bekannt und auch, dass sie den Strafzettel, der im Schnitt nur einmal im Monat verteilt wird, gerne in Kauf nehmen. Es ist einfacher, als nach einer geeigneten Fläche zu suchen, näher zur Wohnung und billiger, als eine Garage/ein Stellplatz.

    Und ja, diese gibt es. Wenn das eine Auto dann allerdings ein SUV ist und nicht in die in den 50er Jahren erbauten Garage passt, stellt man sich eben ins Parkverbot.

    Weshalb Rücksicht nehmen auf andere? Z.B. Rollstuhlfahrer, die dann den Gehweg nicht mehr benützen können.

    Für mich ist so etwas Vorsatz und sollte nach wiederholtem Male härter geandet werden (höhere Geldsummen, Punkte im Norden Deutschlands,…).

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