Rauchverbot in der Öffentlichkeit?

Debatten um Rauchverbote verlaufen unversöhnlich und finden bis heute kein Ende. Das macht sie aber nicht überflüssig. In Schleswig-Holstein ist dieser Tage das Rauchen auf öffentlichen Spielplätzen verboten worden. Das ist in Bayern übrigens schon seit 2008 der Fall – was aber weitgehend unbekannt blieb. Jedenfalls haben Lungenmediziner die Gesetzesänderung im Norden wieder zum Anlass genommen, noch viel weiterreichende Rauchverbote zu fordern: auch im Auto und in der Öffentlichkeit generell. Passivrauchen schädige insbesondere die Lungen von Kindern unumkehrbar, also sei es unbedingt einzudämmen.

Streng medizinisch betrachtet kann es hier keinen Einwand geben. Jede nicht gerauchte Zigarette tut dem Körper gut, auch dem des Gegenübers. Und ein Mangel an Gelegenheiten minimiert die Lust so manches Gelegenheitsrauchers. Gesundheitsaufklärung und rücksichtsvolles Miteinander nützen einem Kind von Rauchern sonst nämlich nichts. Auf der anderen Seite lässt sich Menschen kein gesundes Leben per Gesetz verordnen. In Gaststätten, am Arbeitsplatz und in Verkehrsmitteln ist der Tabak schon weitgehend zurückgedrängt. Der Rest, so kann man freiheitlich argumentieren, fällt nun mal in den Bereich der allgemeinen Lebensrisiken.

Isabel Lauer

Rauchverbot in der Öffentlichkeit?

4 Kommentare in “Rauchverbot in der Öffentlichkeit?

  1. Lieber Carsten, kleines Missverständnis, ich zumindest will nicht an der Rauchfreiheit in der Öffentlichkeit (und der Raucherwerbung) festhalten, aber wenn nur ca. 30 % der Bevölkerung Raucher sind, erklärt das doch nicht, warum 60 % gegen das Verbot sind, sie unterschätzen einfach die Gefahren des Passivrauchens, des negativen Vorbilds und der sonstigen Nebenfolgen….

  2. Das würde doch erklären, weshalb aktuell 60 Prozent gegen ein Rauchverbot sind, Herr Schuehlein. Wo doch jedem bekannt sein müsste, wie ungesund Rauchen ist und zum überleben nicht benötigt wird. Weshalb also daran festhalten?

  3. ….und welche Aussagekraft soll das haben, Carsten? Raucher werden wohl dagegen sein, Nichtraucher teilweise dafür, teilweise dagegen und Ex-Raucher ebenso. Auf die Konvertiten geht man dann gerne los, was ich als unlogisch betrachte, denn vor denen muss man hohen Respekt haben und falls Sie für eine Verbot sind, kann man ihnen nicht Egoismus oder fehlende Toleranz vorwerfen. Wichtiger wäre wohl, was Mütter, Kinder, Asthmatiker, Ärzte, SÖR und Feuerwehr dazu sagen.

  4. Ihr solltet in eurer Umfrage auch erfassen, wer von den Teilnehmern Raucher ist und wer nicht. Ich denke, das hat Einfluss auf das Ergebnis.

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