Wir helfen dem Minister

soederAls Politiker hat man es in Stylingfragen manchmal schon schwer. Ständig gibt es Termine, immer Fotografen. Wie schön ist es da, dass auch Politiker mal Urlaub haben – und da auch so herumlaufen dürfen, wie sie es am schönsten finden. Auch bei Markus Söder steht jetzt so ein Urlaub an. Wie er ab kommender Woche aber aussehen will, das weiß er noch nicht. Ganz der Social-Media-Profi fragt er jetzt die Facebook-Gemeinde um Hilfe. „Ab nächster Woche Urlaub: Bart oder nicht? Was meint ihr?“ schreibt er jetzt bei Facebook und postet dazu ein Foto, das ihn mit (derzeit schwer angesagten) Bart zeigt. Die ersten Kommentare dazu ließen nicht lang auf sich warten. „Bitte um wichtige politische Themen kümmern, zum Beispiel Griechenland, Bahnstreik oder die nimmer endende Flüchtlingsproplematik“, schreibt etwa ein User. „An scheena Mo entstellt nix“, schreibt hingegen eine Nutzerin. Wie sehen Sie das? Mögen Sie Söder lieber mit oder ohne Bart im Urlaub begegnen? Stimmen Sie ab.

 

 

Soll sich Söder rasieren?

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Braucht Nürnberg ein reines Fußballstadion?

Die Fans sollen näher ran ans Geschehen auf dem Spielfeld, findet Martin Bader. Deswegen würde der Sportvorstand des 1.FC Nürnberg gerne dem Beispiel anderer Vereine folgen und die Spielstätte des Clubs in eine reine Fußball-Arena umbauen lassen.

Ob er den Anhängern damit aber wirklich einen Gefallen tut, ist fraglich, denn viele Fans mögen das Nürnberger Stadion gerade wegen der roten Laufbahn und der achteckigen Form. Die Neubauten vieler Bundesligisten seien austauschbare Betontempel ohne individuellen Charme, meinte zum Beispiel kürzlich ein Mitglied der Initiative „Max-Morlock-Stadion jetzt!“ im Gespräch mit der NZ. Kämmerer Harry Riedel hat allen Umbauplänen für dieses Jahrzehnt angesichts der angespannten Haushaltssituation ohnehin eine Absage erteilt und sich von Baders Vorstoß wenig erfreut gezeigt. Dennoch, die Debatte wird weitergehen.

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Braucht Nürnberg ein reines Fußballstadion?“.

Hat Nürnberg zu viele Museen?

Nach jahrelanger Hängepartie hat die bayerische Schlösser- und Seenverwaltung zugestimmt, das Kaiserburg-Museum mit einem neuen Konzept aufzuwerten. 3,5 Millionen Euro soll die Verschönerung kosten. Deshalb lautet unsere Frage der Woche: „Hat Nürnberg zu viele Museen?“.

PRO: Nürnberg hat eine vielfältige Museumslandschaft – und das ist gut so. In einer Zeit, in der ein allgemeinverbindlicher Wissenskanon durch eine wachsende Zahl an Informationsmöglichkeiten verwässert und dabei ist, ganz verloren zu gehen, können Museen wie ein kollektives Gedächtnis wirken. Diese Sammlungen bieten jedoch nicht nur Raum für Erinnerung, sondern auch für Bildung. Und um möglichst viele Menschen zu erreichen, braucht es ein facettenreiches Museumsangebot.

Darunter dürfen durchaus viele kleine Museen vertreten sein, denn auf manchen wirken riesige Kulturtempel wie das Germanische Nationalmuseum abschreckend. Lieber viele kleine Museen anzusiedeln, anstatt Sammlungen nur in wenigen großen Museen zu konzentrieren, kann darüberhinaus auch zur (touristischen) Stadtteilaufwertung genutzt werden.

Nürnberg braucht kleine, in sich geschlossene Museen, gerne auch mit ausgefallenen Spezialthemen. Denn so bietet sich die Chance, der breiten Bevölkerung neue Welten zu eröffnen, die sie – wäre das Thema nicht museal aufbereitet – nie betreten hätten. cur

CONTRA: 14 Museen hat Nürnberg. Und das sind nur die städtischen. Dazu kommen noch die großen staatlichen und privaten, zum Beispiel das DB Museum, das Germanische Nationalmuseum. Zu diesen gesellen sich die kleinen Häuser, etwa das Uhrenmuseum, das Friedensmuseum. Auch die Bayerische Seen- und Schlösserverwaltung hat Nürnberg entdeckt: Das Museum in der Kaiserburg soll modernisiert werden.

Museen gehören zum Kultur- und Bildungsangebot und machen damit auch die Lebensqualität einer Stadt aus. Doch muss Geld und Raum gegeben werden für Häuser, die Ausstellungen für allerkleinste Interessengruppen konzipieren? Für ein Museum, das die Vergangenheit im winzigsten Detail ausleuchtet – wie schon so viele andere auch? Statt in schönen Immobilien den Glanz der Vergangenheit zu polieren, sollte man Menschen die Möglichkeit geben, darin zu wohnen, sich zu treffen, Kunst zu machen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dass dann vielleicht ein Museum weniger in der Stadt ist, wird wahrscheinlich kaum auffallen. ng

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Hat Nürnberg zu viele Museen?“

Sollen die NS- Bauten erhalten bleiben?

Instandsetzen oder verfallen lassen: Der Umgang mit NS-Bauten ist eine echte Glaubensfrage – nicht nur in Nürnberg. Während die einen fürchten, der Nationalsozialismus werde mit dem Erhalt von Orten wie dem Zeppelinfeld verherrlicht, sehen die anderen darin eine Chance, die grausame Geschichte für die nachfolgenden Generationen begreifbar zu machen.

Hinzu kommt die Geldfrage: 60 bis 75 Millionen Euro soll die Instandsetzung von Zeppelinfeld und -tribüne kosten. Falls die Mitglieder des Kulturausschusses sich für die Umsetzung des entsprechenden Konzeptpapiers entscheiden, wird die Stadt zwar Gelder vom Bund beantragen; doch die Kommune wird wohl trotzdem tief in die Tasche greifen müssen.
Ohne Instandsetzung fällt alles in sich zusammen.

Das Geld muss jedoch aufgebracht werden, wenn die Zeppelintribüne für die Nachwelt erhalten bleiben soll: Bauexperten haben festgestellt, dass die Anlage ohne die Instandsetzung nach und nach in sich zusammenfallen würde.

Das Gelände ist nicht als bloßes Mahnmal gedacht, sondern vielmehr als öffentlich zugänglicher Lernort. Eine Glasfront soll Einblick in den Goldenen Saal gewährleisten, in dem auch Filmvorführungen sowie Theater- und Musikveranstaltungen geplant sind. Auf dem Zeppelinfeld soll Fußball gespielt werden, es soll ein Treffpunkt für Jugendliche werden.

Von Ihnen wollen wir diesmal in unserer Leserfrage wissen: „Sollen die NS-Bauten erhalten bleiben?“

Soll der Opernball wieder glamouröser werden?

Es war nicht der erste Nürnberger Opernball, der nicht mehr ausverkauft war. Zum zehnjährigen Jubiläum mehren sich kritische Stimmen, wie das gesellschaftliche Ereignis der Region künftig gestaltet werden müsse, um weiterhin ausreichend Anziehungskraft für Sponsoren und Besucher zu bieten. Die Meinungen gehen hier – nicht unter den Hauptsponsoren – auseinander.

Will man – gesellschaftlich, wirtschaftlich wie in den Medien – überregionale Aufmerksamkeit erreichen (ein Anspruch, mit dem der Ball aus der Taufe gehoben wurde), müsse man rasch etwas ändern, bevor der Opernball endgültig zu einem schönen, aber lokalen Ereignis schrumpfe. So sagen die einen.

Andere wiederum sehen keinen Anlass für große Veränderungen, finden, dass der Ball sein Format gefunden hat und vermissen u.a. glamouröse Namen, keineswegs.

Von Ihnen wollen wir diesmal in unserer Leserfrage wissen: „Soll der Opernball wieder glamouröser werden?“

Eurokrise: Haben Sie Angst um Ihr Geld?

Unsere täglichen Schreckensnachrichten gib uns heute: Hilfspakete, Griechenland, Sondergipfel, Italien, Sorgenkind, Irland, Schuldendilemma… Da werden Unsummen von Geldern genannt, und wenn beispielsweise von einem griechischen Schuldenberg von mehr als 350 Milliarden Euro die Rede, wirkt das oft hinzugefügte Adjektiv „gigantisch“ wirklich lächerlich.

Vergleichbar mit der Frage an die Griechen, ob sie jetzt „große“ Angst um Ihr Geld haben. Griechenland ist pleite, welches Land wird das nächste sein?

Längst hat auch die meisten Deutschen das ungute Gefühl erfasst, am Ende des langen und abgrundtief schwarzen Schuldentunnels selbst gewaltig Federn lassen zu müssen: Allein für den ab 2013 geplanten Europäischen Stabilitätsmechanismus soll Deutschland Garantien in Höhe von 168 Milliarden Euro abgeben – und das ist erst der Aufgalopp. Experten (auch so ein Reizwort) warnen vor Panik. Der neue Notfallplan der Euroländer bringe erst einmal „Beruhigung“. Bundeskanzlerin Merkel forderte am Wochenende mehr Geduld mit Griechenland – Versäumtes könne nicht über Nacht behoben werden.

Wir wollen von Ihnen diesmal in unserer Leserfrage wissen: Eurokrise: Haben Sie Angst um Ihr Geld? Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Falls es kippt: Würden Sie das Radrennen vermissen?“ Mit Ja antworteten 44,2 Prozent, mit Nein 55,8 Prozent.

Falls es kippt: Würden Sie das Radrennen vermissen?

Riesig ist der Aufwand, den das Nürnberger Radrennen verlangt. Altstadt- und Ausfallstraßen bis ins Umland werden gesperrt. Hunderte Sicherheitsmitarbeiter koordinieren die Abläufe.

Die Mittel dafür aufzubringen, ist für die städtische Sportverwaltung zum Kraftakt geworden. Daher steht das Traditionsrennen nach dem 21. Mal ernsthaft vor der Abschaffung. Für ein Drittel der 150000 Euro Ausgaben für die Neuauflage 2012 gibt es momentan keinen Finanzier.

Der Radsport steckt in der Krise, heißt es immer. Jedoch: Es gibt die berechtigte Hoffnung, ihn mit gelungenen Breitensportveranstaltungen wiederzubeleben. Nürnbergs aktuelles Konzept mit den vielen Amateur-Wettbewerben erscheint dem Publikum sympathisch, auch wenn es für die „Tagesschau“ zu uninteressant bleibt. Die Beschwerdeführer, die sich von dem Spektakel belästigt fühlen, sind nach Erfahrungen aller Beteiligten in der Unterzahl. Und nicht zuletzt appellierte der Ironman-Lokalmatador Hannes Schmidt am Sonntag ans Selbstbewusstsein der „Sporthochburg Nürnberg“: Bei so viel erst- und hochklassigen Teams im Fußball, Hockey, Handball oder Tennis könne München nicht mithalten. Deshalb gehöre auch eine Radveranstaltung nach Nürnberg.

Von Ihnen wollen wir diesmal in unserer Leserfrage wissen: Würden Sie das Radrennen vermissen?

Christian Ude – geeigneter Ministerpräsident?

Was für ein Knall: Nicht nur die CSU staunt, auch die bayerische SPD kann es kaum fassen, denn sie hat etwas bekommen, mit dem sie wohl nicht mehr rechnen konnte: einen namhaften Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013.

Christian Ude muss der SPD in Bayern deshalb wie Phönix aus der Asche erschienen sein. Eigentlich hat sich der clevere langjährige Münchner Oberbürgermeister selber wie das Kaninchen aus dem Zylinder gezaubert. Auf solche „Zaubertricks“ hätte Horst Seehofer sicher gerne verzichtet.

Mit Christian Ude droht ihm ein ernst zu nehmender Kandidat um das höchste politische Amt in Bayern. Ude könnte, wenn für Seehofer alles schief läuft, der Kretschmann Bayerns werden. Der voll ausgebildete Jurist und Journalist ist seit 18 Jahren roter Oberbürgermeister im Herzen des tiefschwarzen Bayerns. Er hat in München keinerlei Verschleißerscheinungen gezeigt, im Gegenteil: 2008 wollten ihn 66,8 Prozent wieder als OB haben. Gewinnt Ude 2013, schreibt er Geschichte: Der letzte SPD-Sieg einer bayerischen Landtagswahl war 1953.

Allerdings vertritt der stets eloquente Ude Positionen, die bei vielen Genossen für Sodbrennen sorgen, Stichwort dritte Start- und Landebahn in München. Und wollen die Wähler in Bayern Christian Ude wirklich im Verbund mit Grünen und Freien Wählern – etwas anderes kommt kaum in Frage – bayerische Politik machen sehen?

Von Ihnen wollen wir diesmal in unserer Leserfrage wissen: „Christian Ude – ein geeigneter Ministerpräsident?“

Kommt der Club wieder unter die ersten Sechs?

Nachdem in der Spielzeit 2009/10 der Klassenverbleib nur äußerst mühsam und in der Relegation geschafft worden war, hätten wohl selbst ganz optimistische Club-Fans im vergangenen Sommer nicht mit einer derart sorgenfreien Saison gerechnet: In der Abschlusstabelle 2010 rangierte der 1.FC Nürnberg auf Platz sechs, ein ganz toller Erfolg für Trainer Dieter Hecking und seine Schützlinge.

Mit dieser Platzierung und der gelungenen Vorbereitung im Rücken kann der Club selbstbewusst in die neue Runde starten; falls es Kapitän Raphael Schäfer und Co. gelingen sollte, Rang sechs zu wiederholen, würde das diesmal sogar die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb bedeuten.

Allerdings war die Saison 2010/11 auch eine ganz besondere: Vermeintliche Größen der Branche wie Schalke, Bremen oder Wolfsburg befanden sich im Dauertief, Außenseiter wie Hannover, Nürnberg oder Mainz mischten die Liga auf. So etwas ist nicht beliebig wiederholbar. Zudem hat der Club neben dem früheren Torschützenkönig Marek Mintal – das Fan-Idol spielte zuletzt sportlich keine große Rolle mehr – gleich vier absolute Leistungsträger verloren. Der kampfstarke Abwehrrecke Andreas Wolf, Ilkay Gündogan und Mehmet Ekici, die beiden Kreativköpfe im Mittelfeld, sowie Julian Schieber, zuverlässiger Vollstrecker im Sturmzentrum, verdienen ihr Geld mittlerweile woanders.

Ob der FCN diesen gewaltigen Umbruch verkraftet? Mit dem 1:0 gegen Hertha BSC Berlin vom vergangenen Samstag hat der Club eine erste Antwort darauf gegeben. Skeptiker meinen, der FCN könne froh sein, wenn er eine gewisse Distanz zu den Abstiegsrängen wahrt. Andererseits gab es auch 2010 eine relativ große personelle Fluktuation, und Hecking hat sehr schnell ein neues, erfolgreiches Team geformt. Klappt das ein weiteres Mal? Wir wollen in unserer Leserfrage von Ihnen wissen: „Kommt der Club wieder unter die ersten Sechs?“

Gefällt Ihnen die neue Delfinlagune?

Am Samstag durften die Tiergarten-Besucher zum ersten Mal die neue Delfinanlage bestaunen – viele Tiergartenfreunde zeigten sich begeistert von der Lagune. Die Großen Tümmler können nun unter freiem Himmel schwimmen und verfügen über wesentlich mehr Platz als früher.Die Besucher wiederum haben die Möglichkeit, vom Bistro Lagunenblick oder von der Zuschauertribüne aus Delfine und Seelöwen bei ihren Kunststücken zu bewundern.

Kritiker allerdings sagen, dass auch die Lagune die Grundbedürfnisse von Delfinen nicht annähernd erfüllt. Der Bewegungsdrang dieser Tiere sei so groß, dass sie ihn auch in der deutschlandweit ersten Freiluftanlage für Meeressäuger nicht ausleben könnten. Manche fragen auch, ob das Risiko eines über 24 Millionen Euro teuren Baus gerechtfertigt ist, wenn man nicht weiß, ob es in der neuen Anlage gelingt, Delfinnachwuchs zu züchten. Zudem wird der Tiergartenbesuch durch die Lagune auch teurer – zumindest für diejenigen Besucher, die früher kein Ticket für das Delfinarium gelöst haben.

Von Ihnen wollen wir diesmal in unserer Leserfrage wissen: „Gefällt Ihnen die neue Lagune?“