Was tun gegen Cybermobbing?

NZ-mobbingBeschimpfung, Verleumdung, Erpressung, Fotomontagen: Cybermobbing hat viele Gesichter. Meist sind es Jugendliche, die Gleichaltrige über einen längeren Zeitraum gezielt fertig machen. Eltern und Lehrer erfahren erst viel zu spät von der Hetze im Netz. Wir haben nachgefragt: Was kann man eigentlich tun, wenn man selbst Opfer wird – oder die eigenen Kinder?

Markus (Name geändert) ist ein Opfer besonders perfiden Mobbings geworden. Ein Mitschüler stellt ihm ein Bein, Markus fällt auf die Nase. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Der Nürnberger Schüler vergräbt die Hände wie immer tief in den Taschen und bekommt sie nun nicht rechtzeitig heraus, um sich abzustützen. Das Video, auf dem ihm Blut im Rhythmus seines Pulsschlags aus beiden Nasenlöchern spritzt, wird 15.000-mal angeklickt, er wird in der ganzen Region zum Gespött, kassiert bösartige Kommentare.

Er hat sich gewehrt und ist zur Polizei gegangen. Die hat dem Täter sein Handy abgenommen – er wird es nicht zurückbekommen. Aber ein Foto oder Video aus dem Internet zu löschen, ist schwierig. Was einmal online ist, bleibt oft dauerhaft zu finden.

Was also tun, wenn man im Netz fertiggemacht wird?

Damit es gar nicht so weit kommt, kann man einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Es ist eigentlich ein alter Hut, aber noch immer vergeben viel zu viele Menschen unsichere Passwörter – und verraten sie auch noch ihrer besten Freundin. Die kann aber morgen die schlimmste Feindin werden und dann zum Beispiel das Facebook-Profil manipulieren, mit falschen Fotos oder Einträgen. Christian Brunner von der Polizeiberatung Zeughaus rät deshalb, ein möglichst schwieriges Passwort zu wählen und es geheimzuhalten.
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Straßenbahn am Rathaus vorbei?

Derzeit wird der Nahverkehrsenwicklungsplan für Nürnberg erstellt. Experten prüfen, wo das Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs noch Lücken hat und die Verknüpfungen zwischen Bussen und Bahnen weiter zu verbessern sind. Am Ende wird es Vorschläge für Optimierungen geben. Der Stadtrat wird dann abwägen müssen, ob der verkehrliche Nutzen einer Einzelmaßnahme ihre Investition rechtfertigt. Erst dann wird sich zeigen, was nur wünschenswert ist und was auch finanziert werden kann.

Einer der Vorschläge, der bislang bei den Bewertungen gut wegkommt, ist die Ost-West-Querung durch die nördliche Altstadt mit zwei Straßenbahnlinien. Das würde für das Straßenbahnnetz von erheblichem Vorteil sein, weil Durchmesserlinien gebildet werden können. Durchmesserlinien oder Durchgangslinien von Straßenbahnen verbinden Außenbereiche mit dem Zentrum einer Stadt, ohne dass umgestiegen werden muss, was sie für Nutzer attraktiv macht. Eine Straßenbahn durch die Äußere und Innere Laufer Gasse, am Rathaus sowie an der Sebalduskirche vorbei und dann weiter in die westlichen Außenbereiche könnte gut nachgefragt werden.

Auf der anderen Seite gibt es ein exzellentes Busnetz in Verbindung mit der U-Bahn in der Altstadt. Der Bau einer neuen Straßenbahn würde Millionen kosten und das historische Ambiente im Umfeld des Rathauses erheblich stören. Eine Straßenbahn in der Inneren und Äußeren Laufer Gasse würde zudem für Engpässe beim Autoverkehr sorgen.

Wir wollen deshalb in unserer Leserfrage diese Woche von Ihnen wissen: Straßenbahn am Rathaus vorbei? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Freuen Sie sich auf den Stadtstrand? Mit Ja antworteten 42,3 Prozent, mit Nein 57,7 Prozent.
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Preiserhöhung: Ist der Tiergarten sein Geld wert?

Flocke geht, es gibt keine Elefanten mehr – und nun will der Tiergarten auch noch die Preise erhöhen? Da mag sich mancher fragen, ob der Besuch am Schmausenbuck überhaupt noch lohnt.

Selbstverständlich, meint Helmut Mägdefrau, der stellvertretende Tiergartenchef. Elefanten gebe es überall, dafür haben wir Delfine, die sonst kaum jemand hat. Und die bald sogar in einer schicken neuen Lagune. Außerdem kann es nach Flocke nur dann ein neues Eisbärenbaby geben, wenn die große Schwester Platz für ihren Vater Felix macht. Ein Liebespaar braucht nun mal seinen Freiraum.

Die höheren Einnahmen fließen in neue Projekte, die den Tiergarten noch schöner machen sollen. Ganz nebenbei: Im bundesweiten Vergleich steht der Nürnberger Tiergarten preislich immer noch gut da – er rangiert in der unteren Hälfte.

Was meinen Sie: Ist der Tiergarten sein Geld wert?

Braucht Nürnberg noch eine Partnerstadt?

Nürnberg möchte international mehr auf sich aufmerksam machen. Da passt es gut, dass es eine Initiative in der Stadt gibt, die mit der spanischen Stadt Córdoba eine Beziehung eingehen möchte. Es wäre die, na, wer weiß es auf Anhieb? die 15. Partnerstadt. In der Warteschleife nach Córdoba befindet sich mit Kronstadt aus Siebenbürgen schon die nächste Stadt, die eine Beziehung eingehen möchte.

Nur die Älteren werden sich noch daran erinnern, was für ein Theater es im letzten Jahrhundert war, bis eine Partnerschaft eingegangen werden konnte. Den Verantwortlichen wurde damals unterstellt, dass sie in der Welt herumgaukeln und Geld verplempern. Im Zuge der Globalisierung und der Aufwertung der Regionen in der EU steht man den Partnerstädten inzwischen sehr positiv gegenüber: Partnerstädtebeziehungen fördern die Integration und haben immer auch positive wirtschaftliche Folgen.

Wir wollen deshalb wissen: Braucht Nürnberg noch eine Partnerstadt? Geben Sie Ihr Votum hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Setzt Michael Oenning zu sehr auf junge Spieler? Mit Ja antworteten 44,0 Prozent, mit Nein 56,0 Prozent.

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Fachambulanz für Sexualstraftäter: Segen oder Fluch?

In Nürnberg entsteht – nach München – die zweite Fachambulanz für Sexualstraftäter in Bayern (die NZ berichtete). Dort sollen bis zu 70 Sexualstraftäter gleichzeitig nach der Haftentlassung therapiert werden. Betrieben wird die Ambulanz von der Stadtmission.

„Resozialisierung ist der beste Opferschutz“, erklärte Anna-Margareta Oldenburg, Leiterin der Stadtmission, bei der Eröffnung. Sie wisse, dass Sexualdelikte „heftige Emotionen auslösen“, mahnte aber, die Betroffenheit dürfe den Blick nicht trüben. „Es genügt nicht, dass Sexualstraftäter kontrolliert werden – sie müssen lernen, sich selbst zu kontrollieren.“ Jede Außenkontrolle könne schließlich durchbrochen werden.

Was meinen Sie: Ist die Fachambulanz für Sexualstraftäter eine gute Idee? Hilft sie, (potentielle) Opfer zu schützen? Diskutieren Sie mit!