Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Die Polizei hat dieses Jahr zusammen mit der Stadt Nürnberg ein neues Verkehrskonzept für das Klassik-Open-Air erarbeitet. So wurden einige Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt und der Verkehr umgeleitet (Foto: Michael Matejka). Die Polizei und die Stadt Nürnberg sahen im neuen Verkehrskonzept wichtige Verbesserungen: Die Maßnahme sollte die Sicherheit der Veranstaltung erhöhen.

Außerdem versprachen sich die Verantwortlichen mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger, die aufgrund der Zufahrtssperren die Straße einfach überqueren konnten. Andererseits erforderte die Umsetzung einen höheren Aufwand für die Polizei und einiges an Umstellungen für die Autofahrer, die nicht zum Klassik-Open-Air wollten. Ella Schindler

Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Sollen Straßenbahnen und Busse häufiger Vorfahrt haben?

Der Straßenverkehr in Nürnberg hat in den letzten Jahren nicht zugenommen, das hat die letzte Verkehrszählung der Stadt deutlich gemacht. Sie liegt aber auf einem konstant hohen Niveau. 150.000 Pendler fahren pro Tag mit dem Auto nach Nürnberg und wieder raus. Für viel Bewohner ist das zu viel, sie leiden unter Lärm und schlechter Luftqualität. Stadt versucht deshalb, den Öffentlichen Personennahverkehr zu stärken und attraktiver zu machen. Sicher, manchen Zeitgenossen geht der Ausbau der U-Bahn- und Straßenbahnnetze zu langsam voran, aber der ÖPNV-Ausbau ist auch teuer. Am 22. Mai werden im Nürnberger Nordwesten zwei weitere U-Bahnhöfe in Betrieb genommen und Richtung Erlangen wird für viel Geld die Stadt-Umland-Bahn in den nächsten Jahren gebaut.
Doch es gibt auch kleine Schritte, die den ÖPNV attraktiver machen. Mit Ampelschaltungen und Abmarkierungen bekommen Straßenbahnen und Busse Vorrang gegenüber dem Individualverkehr eingeräumt, so dass sie pünktlicher und schneller fahren können. In der vergangenen Woche hat der Verkehrsausschuss beschlossen, am Spittlertorgraben, zwischen Plärrer und Kontumazgarten, Straßenbahnen und Busse durchgängig auf einer eigenen Fahrspur fahren zu lassen, damit es zu weniger Verzögerungen kommt. Es haben zwar nur noch 250 Meter für die durchgängige Fahrspur von Busse und Bahnen gefehlt, doch für die Autofahrer entsteht ein Flaschenhals, weil ihnen nur noch eine Spur zur Verfügung steht. Mit dieser Regelung wird aber sichergestellt, dass die Nutzer von Busse und Bahnen ihre Anschlussverbindung auch tatsächlich erreichen.
Den Autofahrern hat Baureferent Daniel Ulrich versprochen, dass ihre Fahrzeit zwischen Plärrer und Am Wegfeld insgesamt nicht länger wird, weil durch die Neuregelung der Verkehrsfluss besser wird. Die CSU ist überzeugt, dass im Alltag Staus programmiert sind und hält die Aktion für „kopflastig“. Aber, es im Verkehr allen Recht zu machen, geht nicht.

Sollen Straßenbahnen & Busse häufiger Vorfahrt haben?

Sind Sie für Nulltarif bei Bus und Bahn?

Auf den ersten Blick muss man da ja zustimmen: Wer ist schon ernsthaft gegen Nulltarif bei Bus und Bahn? Schaut man genauer hin, ist freilich klar, dass der ohnehin stets in den roten Zahlen befindliche öffentliche Personennahverkehr dann anderweitig finanziert werden müsste: zum Beispiel über Steuern.
Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie und der Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG), hat so ein Modell kürzlich im NZ-Interview ins Gespräch gebracht. Die hohen Zuwachszahlen, die der VAG aus dem Nulltarif erwachsen würden, hätten positive Auswirkungen auf die Stadt, glaubt Hasler: Weniger Autos sorgten für mehr Lebensqualität, für die Umwelt wäre dies womöglich eine enorme Entlastung.
Ob es aber wirklich so angenehm ist, in dann übervollen Bussen und Bahnen unterwegs zu sein? Und was ist mit den Menschen, die diese Verkehrsmittel trotzdem nicht nutzen? Die auf ihr Auto nicht verzichten wollen oder die die Umwelt schonen, indem sie eher per Rad oder zu Fuß unterwegs sind? Hier stellt sich dann die Gerechtigkeitsfrage, wenn sie mit ihren Steuermitteln für den öffentlichen Nahverkehr aufkommen müssen, obwohl sie ihn gar nicht nutzen. Auf der anderen Seite wird auch der bestehende ÖPNV aufgrund der defizitären wirtschaftlichen Situation permanent aus öffentlichen Geldern bezuschusst.

Marco Puschner

Sind Sie für Nulltarif bei Bus und Bahn?

Gefallen Ihnen die Pläne zum Bahnhofsvorplatz?

Das Chaos vor dem Hauptbahn­hof soll ein Ende haben, das Tor zur Altstadt ein ordentliches Er­scheinungsbild bekommen. Wer künftig das Gebäude verlässt und ins Zentrum möchte, muss auch nicht mehr in die Unterwelt abtauchen, sondern kann gerade­wegs über den Platz gehen.
Lange hat es gedauert, bis die Stadtverwaltung nun ihre Pläne vorstellen konnte. Unter anderem werden die Taxis umziehen, wer seinen Pri­vatwagen abstellen will, soll nach Möglichkeit ins Parkhaus fahren und für alle, die mal eben jeman­den aus dem Auto aussteigen las­sen, gibt es auch einen speziellen Platz. Verändert wird, das war auch der Wunsch der Politik, das Beleuchtungskonzept. Der Bahn­hofsvorplatz (Foto: Claus Hirche, architektur & design) wird heller ange­strahlt, was der Sicherheit zuträg­lich sein soll.
Der ganz große Wurf hätte nach Meinung von Baureferent Daniel Ulrich anders ausgesehen. Unter anderem hätte man, wäre Nürn­berg eine wohlhabende Stadt, den Verkehr unter die Erde verlegen können. So aber ist eine kleine Lösung für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes zustande ge­kommen.

Gabi Eisenack

Gefallen Ihnen die Pläne zum Bahnhofsvorplatz?

Frankenschnellweg: Schadet der Aufschub der Stadt?

Wie lange die juristische Auseinandersetzung um den Frankenschnellweg dauern wird, kann derzeit niemand sagen. Vor Gericht und auf hoher See weiß man eben nie, was passiert. Während die Weltmeere in den vergangenen Jahren an Unübersichtlichkeit verloren haben, gibt es bei der Justiz neue Untiefen: Wie passen Länderrecht und EU-Recht zusammen?
Für den Frankenschnellweg bedeutet es, dass zwischen zwei und fünf Jahren alles möglich ist.

Derzeit gehen die Befürworter zwar davon aus, dass am Ende doch gebaut werden kann, doch wie gesagt können Gerichte immer wieder überraschend entscheiden. Für die Stadt bedeutet dies aber nicht nur deutlich höhere Kosten, sondern auch eine ganze Kette von Problemen: Mit dem kreuzungsfrei ausgebauten Frankenschnellweg sollte das ganze Umfeld des Kohlenhofs neu geordnet werden. Dabei geht es um Gewerbe- und Wohnflächen. Auch die Bahn hat ihre Planungen auf den neuen Frankenschnellweg abgestimmt. Wenn der Freistaat mit dem großen Bauprojekt eine neue Technische Universität auf dem ehemaligen AEG-Gelände in einigen Jahren beginnt, dann käme der Umleitungsverkehr des Frankenschnellwegs noch hinzu, wenn er denn kommt.

Wenn die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs wirklich ernst genommen wird und man eben nicht sagen kann, es ist nur eine Formalie, weil eine Umweltverträglichkeitsprüfung fehlt, dann wird die ganze Entwicklung im Westen stocken, weil keine Klarheit über die Verkehrswege besteht. Mit neuen Konzepten zu den schon sehr weit gediehenen Planungen zu beginnen, wird wenig ergiebig sein, denn sie wurden eigentlich alle schon einmal vom Beirat zum Frankenschnellweg in einem sehr zähen Prozess besprochen und verworfen. Außerdem weiß man ja nicht, wie das Gerichtsverfahren ausgeht. Die einzige richtige Alternative wäre der ganze Stopp des Projekts: Dann bleibt es so, wie es ist und es würden 500 Millionen Euro nicht ausgegeben.

André Fischer

Frankenschnellweg: Schadet der Aufschub der Stadt?

Haben Sie noch Vertrauen in die Bahn?

urn:newsml:dpa.com:20090101:100722-99-01183Alle Wetter, die Bahn! Der einstige Werbeslogan hat einen ganz neuen Beigeschmack bekommen. Erst kapitulierten letzten Winter ICE-Züge reihenweise vor der Kälte. Jetzt bringt die Hitze das hochmoderne Reisegerät in Probleme. Die Klimaanlagen streiken – tausende Fahrgäste litten unter Sauna-Temperaturen, auf der Strecke Berlin-Köln kollabierten zahlreiche Reisende im Zug, in Bielefeld musste bald eine halbe Schulklasse ins Krankenhaus gebracht werden. Ein Desaster.

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Fühlen Sie sich durch Überwachungskameras gestört?

Fast nirgendwo kann man sich mehr unbeobachtet fühlen. In der U-Bahn, in der Straßenbahn, an öffentlichen Plätzen, in Banken, Kaufhäusern und Supermärkten: Überall hängen Überwachungskameras, neuerdings alleine sechs Stück in der Königstorpassage (die NZ berichtete). Wer weiß, wie viel Videomaterial bereits von jedem von uns existiert – und wer es sich anschaut. Kann man sich überhaupt noch irgendwo ungehemmt bewegen, wenn man permanent von elektronischen Augen verfolgt wird?
Andererseits: Die U-Bahn-Schläger von München wären ohne Überwachungskameras womöglich nie überführt worden. Auch im Nürnberger Raum konnte schon einigen Übeltätern dank Videoaufnahmen der Prozess gemacht werden. Und wer weiß, wie viele Straftaten gar nicht erst begangen wurden, weil die potenziellen Täter sich von den Kameras abschrecken ließen.
Offenbar gibt es mittlerweile aber auch in vielen Bars Überwachungskameras – und das, obwohl sie aus datenschutzrechtlichen Gründen nur in Ausnahmefällen erlaubt sind. Schließlich fühlt man sich als Gast beim Feiern unbeobachtet und will sich ungezwungen geben können. Einige Betreiber rechtfertigen den Kameraeinsatz mit der Sorge um die Sicherheit: Sie wollen Vandalismus und Handtaschendiebstähle verhindern.
Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Fühlen Sie sich durch Überwachungskameras gestört? Geben Sie Ihr Votum auf der NZ-Startseite ab.
Die Frage der vergangenen Woche lautete: Soll die Stadtbibliothek wie geplant gebaut werden? Mit Ja antworteten 43,1 Prozent, mit Nein 56,9 Prozent.

sieb

Sind Sie mit der Bahn zufrieden?

Zugausfl.JPGNun, eigentlich gehört die Bahn ja uns Steuerzahlern. Doch das haben die Vorstände der Bahn sowie der mittlerweile als Lügner entlarvte Minister Wolfgang Tiefensee wohl aus dem Auge verloren. Aus dem Auge verloren haben sie aber auch die gegenwärtige Finanzkrise. Denn die Lehren, die sogar in Finanzfragen Unbeleckte daraus ziehen können, sind doch die: keine Börsengänge, Privatisierungen und Finanzanreize für Manager mehr. Vor allem nicht so, wie bei der Bahn praktiziert, dass man alles andere auch noch diesen, falschen Schritten unterordnet.

Der Fahrgast spielt nämlich bei der Verfolgung solch großer Ziele schon längst keine Rolle mehr. Da wird dann mit Herstellern von Zügen gepokert, werden gleichzeitig mit den Gehältern die Fahrpreise erhöht, werden Verspätungen, Zugausfälle, Unbequemlichkeiten  und Nervungen in Kauf genommen. Das Reisen mit der Bahn wird mehr und mehr zur Geduldsprobe. Die Radsätze der kompletten ICE-T-Reihe müssen auf Risse kontrolliert werden. Denn diese könnten schuld sein an der Entgleisung eines ICE in Köln vor einigen Wochen. Die Folge sind Zugausfälle oder der Einsatz von Ersatzzügen. Diese kommen jedoch häufig verspätet an, weil sie die ICE-Geschwindigkeiten nicht erreichen. Informieren können sich die Kunden bei Hotlines, am Bahnhof und im Internet. Trotzdem sieht man verzweifelte Menschen an den Gleisen. Bis Februar wird es durch die Kontrollen noch zu Einschränkungen kommen und schon jetzt liegen die Nerven blank. Ein weiteres Ärgernis: An den Preiserhöhung von bis zu sechs Prozent zum 14. Dezember will die Bahn trotz aller Probleme festhalten. Dennoch gibt es auch Stimmen, die sagen, man solle nicht ständig auf der Bahn herumhacken, in einem so großen Unternehmen könne nicht immer alles reibungslos ablaufen. Zudem hätte die Bahn beim letzten Streik  ein vorbildliches Krisenmanagement gezeigt

Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Sind Sie mit der Bahn zufrieden? Ihr Votum können Sie ab Montag hier abgeben.
Die Frage der vergangenen Woche lautete: Soll die GEZ abgeschafft werden? Mit Ja antworteten 78,9 Prozent, mit Nein 21,1 Prozent.

Fühlen Sie sich in der U-Bahn noch sicher?

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Schläge, Tritte, unfassbare Brutalität – dass sich die Gewaltausbrüche junger Menschen in München und Frankfurt gerade in der U-Bahn ereignet hatten, ist wohl kein Zufall. Die Bahnhöfe mit den langen Gängen lassen sich schwer überwachen, gerade nachts sind sie oft menschenleer.

Die VAG in Nürnberg betont zwar: „Wir haben objektiv betrachtet die sicherste U-Bahn in Deutschland, wenn auch der subjektive Eindruck manchmal ein anderer ist. Aber wir können unsere Gesellschaft nicht erziehen“, so Rainer Müller, der technische Vorstand. Doch verdreckte Sitze und mitunter aggressives Verhalten der Mitfahrer machen es der U-Bahn nicht leichter, das schlechte Image abzuschütteln. Außerdem verunsichert die Diskussion um Jugendgewalt so manchen Fahrgast. Wir wollen daher von Ihnen wissen: Fühlen Sie sich in der U-Bahn noch sicher? Abstimmen können Sie wie immer über den Link rechts unten auf der NZ-Homepage.

Nervt Sie der Streik der Lokführer?

streik-klein.jpgZurzeit werden sogar Nicht-Meldungen zu Schlagzeilen: „Für nächste Woche keine Streiks angekündigt“ oder „Bahn-Chaos blieb aus“. Denn die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn (DB) streiten sich schon seit Monaten um einen Tarifvertrag. Die Folge: Immer wieder kommt es zu Streiks, immer wieder müssen sich Bahnkunden nach Notfahrplänen richten und manchmal stundenlang auf einen Zug warten. Seit neuestem ist auch der Güterverkehr von den Streiks betroffen.Und so wird es wohl noch lange bleiben: Der Tarifkonflikt ist extrem festgefahren. Nach den Streiks in der letzten Woche droht die GDL nun mit einer unbefristeten Arbeitsniederlegung, wenn die Bahn kein neues Angebot vorlegt. An den Verhandlungstisch wollen beide Parteien nur unter bestimmten Voraussetzungen, die der jeweils andere zu erfüllen habe.

Seltsam nur, dass GDL-Vorsitzender Manfred Schell und Bahn-Personalchefin Margret Suckale dazu bereit waren, sich in der Talkshow „Anne Will“ zu treffen.