Soll die Blaue Nacht ausgeweitet werden?

Mehr als 300 Programmpunkte in über 80 Institutionen, Plätzen und Höfen – das Angebot bei der Blauen Nacht ist so groß, dass man nicht einmal dann alles sehen könnte, wenn man in Lichtgeschwindigkeit durch die Stadt rennt.

Monatelang bereiten sich Künstler auf diesen einen Abend vor, überlegen sich Aktionen, arbeiten an der Umsetzung. Etliche Lampen und Laternen werden präpariert, damit alles stimmig wirkt und sich die Besucher einen Abend lang an dem besonderen Flair erfreuen können. Viele von ihnen würden sich gern mehr ansehen, schaffen es aber mangels Zeit überhaupt nicht, alle für sie interessanten Stationen abzuklappern. Es soll schon vorgekommen sein, dass sich Besucher bei Verzögerungen ärgerten, weil ihr ganzer Zeitplan nicht mehr funktionierte. Die Lösung des Problems wäre einfach: Die Blaue Nachtwird abgeschafft. Stattdessen gibt es künftig ein Blaues Wochenende – und somit mehr Zeit, die Veranstaltung genießen zu können.

Eine Verlängerung könnte möglicherweise den Anwohnern nicht ganz so gut gefallen. Schließlich wäre die Stadt dann nicht nur am Samstagabend, sondern auch am Freitag oder Sonntag voll.

Julia Vogl

Soll die Blaue Nacht ausgeweitet werden?

Hat Ihnen die Blaue Nacht gefallen?

Projektion auf die Burg von Julian Vogel.

Projektion auf die Burg von Julian Vogel.

Die Innenstadt war mal wieder proppenvoll am vergangenen Samstagabend. Auch in ihrer 14. Auflage zog die Blaue Nacht die Massen an und konnte auch wieder für neue Superlative sorgen: Die Lichtaktion am Hauptmarkt von Martin Böttcher werteten Beobachter als einen der absoluten Höhepunkte in der Geschichte der Blauen Nacht, und auch Julian Vogels Einfälle, die Burg ins rechte Licht zu setzen, fanden viel Beifall.

Zudem faszinierte der Themenblock „Star Wars“ die Besucher. Die Lessingstraße wurde zum historischen Rummelplatz, es gab eine generationenübergreifende Begeisterung für Darth Vader und Co. und manche Nürnberger gingen vielleicht zum ersten Mal ins Opernhaus – weil dort die Star-Wars-Musik erklang.

Die Blaue Nacht wirkt auch weit über Nürnberg hinaus: Es kamen nicht nur Besucher aus der Metropolregion zu der etablierten Veranstaltung, sondern beispielsweise auch aus Düsseldorf, Hannover oder Bochum.

Andererseits war nicht jede Kunstaktion wirklich gelungen, das Gedränge zwischen Burg und Lorenzkirche nervte viele Besucher und die Fülle der innerhalb weniger Stunden dicht gedrängten Angebote macht es mitunter schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Wir wollen daher von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „Hat Ihnen die Blaue Nacht gefallen?“ Geben Sie Ihr Votum auf www.nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Nerven Sie die Unterschriftensammler in der Innenstadt?“ Mit Ja antworteten 71 Prozent, mit Nein 29 Prozent.

Hat Ihnen das Silvestival gefallen?

SilvestivalZum ersten Mal hat sich die Stadt Nürnberg in die lange Reihe der Veranstalter von Silvesterfesten eingereiht. Beim Programm von Kabarett bis Bossa Nova sollte für jeden etwas dabei sein, 15 Bands an acht verschiedenen Spielorten wurden aufgeboten, dazu auf dem Klarissenplatz freier Eintritt bei Salsa und Soul. Bis morgens um zwei konnten die Gäste sich aussuchen, ob sie lieber im Club Stereo tanzen oder in der Katharinenruine Gitarren-Blues hören wollten.

Tapfer kämpften sich die vielen Besucher auf den ungeräumten Fußwegen voran, um möglichst viel Verschiedenes zu sehen. Kleine Ärgernisse wie ein verspäteter Beginn im Club Stereo oder unkoordinierte Bandpausen machten manchen ausgetüftelten Laufplan, möglichst viel zu sehen, flott zunichte.

Gab es zuvor Befürchtungen der anderen Veranstalter, dass die Stadt ihnen die Kundschaft wegnehmen könnte, waren am Ende die meisten zufrieden, weil die Innenstadt voller gutgelaunter Menschen war und einige noch zum Absacken nach dem Silvestival in den Innenstadtkneipen blieben.

Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: „Hat Ihnen das ,Silvestival’ gefallen?“ Geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Gehen Sie mit Zuversicht ins neue Jahr?“ Mit Ja antworteten 63 Prozent, mit Nein 37 Prozent.
sag

Stadt will Junggesellen-Abschiede eindämmen

SchnulzeDas Ordnungsamt der Stadt Nürnberg hat eine Zunahme von Beschwerden über die so genannten Jungegesellen-Abschiede registriert: Vor allem bei Großveranstaltungen würden Anwohner in der Innenstadt über die nächtliche Ruhestörer schimpfen, zahlreiche Passanten fühlen sich belästigt von angeheiterten Junggesellen-Abschieds-Gruppen, die mit Bauchläden herumlaufen und beispielsweise Kondome unter die Leute bringen wollen. Wiederholt seien auch alkoholische Getränke verbotswidrig an Minderjährige abgegeben worden.

Diese Beschwerden waren Hintergrund für ein Schreiben des Ordnungsamts an die Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte, das der NZ vorliegt. Darin weist das Amt die Beamten darauf hin, dass auch für den Bauchladenverkauf eine Sondernutzungserlaubnis des Liegenschaftsamts vorzuweisen sei. Ansonsten drohen disziplinarische Maßnahmen wie eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Gewerbeordnung oder gegen das Bayerische Straßen- und Wegegesetz.

Zu solchen disziplinarischen Maßnahmen sei es bislang allerdings noch nicht gekommen, sagte Rainer Lenzner, Sachgebietsleiter Gewerberecht des Ordnungsamts. Man habe sich immer vor Ort gütlich einigen können. Im Gegensatz zu Bamberg halte sich das Problem in Nürnberg noch „einigermaßen im Rahmen“.

Auch Polizeisprecher Bert Rauenbusch betont, dass der Junggesellen-Abschied in Nürnberg „kein Sicherheitsproblem“ darstelle. Doch laut Lenzner seien allein auf der vergangenen „Blauen Nacht“ im Mai 20 Gruppen nicht nur aufgrund ihrer meist einheitlichen T-Shirts auffällig geworden. Auch die Gastronomen jubeln nicht gerade beim Anblick dieser Klientel: Mancher Gast ist genervt von den Störenfrieden und konsumiert wird auch nicht gerade viel: Denn meistens bringen die Junggesellen/innen-Verabschieder ihren Alkohol selbst mit.
Kathrin Walther

Shoppen in der Blauen Nacht – eine gute Idee?

Am nächsten Samstag wälzt er sich wieder durch Nürnberg: der Besucherstrom der Blauen Nacht. Rastlos, ziellos, gut gelaunt, prinzipiell kunstinteressiert, hauptsächlich aber begierig danach, in einer völlig aufgedrehten Innenstadt umherzulaufen.

Diesem Strom würden viele Einzelhändler sich allzu gerne als Wellenbrecher in den Weg stellen, indem sie ihre Läden zum Verkauf öffnen. Sie sehen dass Lokale und Eisdielen an diesem Abend das Geschäft des Monats machen und das Publikum so entspannt wie nie herumstreunt.

Warum also nicht das Fest zu einer langen Einkaufsnacht erweitern? Auch die dargebotene Kultur ist bei dem „Event“ längst nicht so frei von Kommerz und Werbung, wie ihre Väter es ursprünglich wollten. Und die Kundschaft nimmt Gelegenheiten zum Konsum bei aller Jammerei über Geldknappheit ja doch immer irgendwie wahr. Boutiqueninhaber im Altstadthof, die in einer Blauen Nacht einmal wohlmeinend kleine Tische zur Bewirtung aufstellten, bekamen Bußgeldbescheide – typisch deutsch, ärgerten sie sich. Die Stadt darf das Ladenschlussgesetz natürlich nicht eigenmächtig aussetzen, könnte aber eine Ausnahme beantragen, wie etwa zur Spielwarenmesse.

Wenn sie es denn wollte. Stolz auf seine Erfindung der ersten deutschen großen Kulturnacht, belässt das städtische Kulturreferat es bislang bei der Inszenierung verträglicher Kunst im öffentlichen Raum. Museen als Spaßlabore, Kunstinstallationen als Massenbeglückung – das ist das Ziel. Käme auch noch blaues Shopping hinzu, müssten sich die Veranstalter dem Vorwurf der Beliebigkeit und Anbiederung aussetzen. Schon öfter haben Händler die Stadt um Öffnung bei der Blauen Nacht ersucht. Am Kulturprogramm, beklagt das Projektbüro, hätte sich da im Gegenzug aber keiner von ihnen je ernsthaft beteiligen wollen.
Wir wollen deshalb von unseren Lesern wissen: Shoppen in der Blauen Nacht – eine gute Idee? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Ist Fürth auf ewig „unaufsteigbar“? Mit Ja antworteten 63,4 Prozent, mit Nein 36,6 Prozent.