Uber: Brauchen Taxis Konkurrenz?

Unter Nürnbergs Taxi-Unternehmen herrscht Unruhe. Den Anlass dafür bieten Signale aus der Bundespolitik, wonach das Personenbeförderungsgesetz geändert werden könnte. Die künftige Zulassung privater Vermittler nach dem Muster des US-amerikanischen Dienstes Uber steht im Raum. Ja sogar von einer möglichen Aufweichung der Taxi-Tarife ist die Rede. Bislang zahlt der Fahrgast hier Fixpreise je Kilometer bzw. Minute Wartezeit, die von der jeweiligen Kommune in Deutschland festgelegt werden. Künftig könnte dieser Tarif einen Höchstpreis markieren, der nicht über- aber sehr wohl unterschritten werden darf.
Sollte es so kommen, dann stünde auch den Nürnberger Taxerern  (Foto: Anja Hinterberger) wohl einige Konkurrenz ins Haus. Private Autofahrer müssen nicht mit den Betriebs- und Personalkosten kalkulieren, die ein Taxi-Unternehmen zu finanzieren hat – von der Fahrzeug-Abschreibung über Kfz-Steuer und Versicherung, Benzin- und Werkstattkosten bis hin zum Lohn für die Fahrer. Auch wenn, wie man immer mal wieder als Taxi-Fahrgast zu hören bekommt, der eine oder andere Unternehmer den gesetzlichen Mindestlohn für seine Fahrer mit kreativen Arbeitszeitmodellen unterläuft.
Kritiker halten dem entgegen, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Soll heißen: Taxi-Dienstleistungen sind quer durch die Republik ein Monopol, das zu hüten die Unternehmer und Taxi-Genossenschaften viele Anstrengungen unternehmen. Die in allen Städten streng limitierten Lizenzen werden selten weitergegeben – und dann auch nur gegen gesalzene Ablösezahlungen, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Dieses Monopol aufzubrechen, werden höchste Zeit, meinen die Kritiker.

Tilman Grewe

"Uber: Brauchen Taxis Konkurrenz?"

„Soll das Volksbad saniert werden?“

Einst der große Stolz Nürnbergs, wurde das Volksbad am Plärrer dem Verfall preisgegeben. Nach seiner Schließung im Jahr 1994 hat kein Nutzungskonzept gefruchtet. Das Interesse der Bevölkerung am historischen Jugendstil-Gebäude bleibt groß. Die Stadt Nürnberg würde das Volksbad (Foto: Stefan Hippel) sanieren, wenn es genügend Zuschüsse seitens des Bundes und des Landes gäbe. Doch die Kosten würden sich nach den jüngsten Schätzungen auf 60 Millionen Euro belaufen. Dabei bliebe es jedoch nicht. Denn nach der Sanierung gäbe es nur ein paar Jahre Ruhe. Dann müsste die Stadt wieder Geld in die Hand nehmen und in die notwendigen Reparaturen und Weiterentwicklung des Bades investieren. Die Einnahmen aus Eintrittspreisen wären ein Tropfen auf den heißen Stein. Die hohen Sanierungs- und die unvermeidbaren Folgekosten: Das Volksbad könnte sich zu einem Millionengrab entwickeln.

Dabei hat Nürnberg schon genug Bereiche, in denen die Stadt ihren Geldbeutel weit aufmachen muss: Alleine die notwendige Sanierung der Brücken fordert regelmäßig Summen im dreistelligen Millionenbereich ein. Jede Menge Nürnberger Schulen müssen ebenfalls saniert und neue gebaut werden. Es fehlt auch an Geld, um soziale Belange der Stadt wirklich zufriedenstellend zu regeln. Warum soll dann das Geld ausgerechnet in ein altes Bad, wenn auch im Jugendstil gebaut, fließen?

Andererseits: Die Stadt Nürnberg müsste die Sanierung des Volksbades nicht alleine stemmen. Wenn es hohe Zuschüsse vom Freistaat und Bund gäbe, dann wäre die Belastung nicht mehr gar so hoch. Vielleicht lassen sich doch auch noch Investoren finden, die mit einem klugen Konzept aus Trocken- und Nassnutzung das Bad in ein prosperierendes Geschäft umwandeln? Für viele Nürnberger ist das Volksbad zudem eine Herzensangelegenheit. Es hat einen großen historischen und architektonischen Wert für die Stadt und trägt zur Identifikation mit ihr bei. Diese Faktoren lassen sich nicht immer mit Geld bemessen, sind aber wichtige Pfeiler einer Stadtgesellschaft.

Und: Eine Möglichkeit, im Westen der Stadt auch im Winter schwimmen zu gehen, fehlt tatsächlich. Im Volksbad könnten wieder viele Schüler das Schwimmen lernen, was angesichts der steigenden Nichtschwimmer-Zahlen dringend notwendig wäre. Und gepaart mit anderen – vielleicht sozialen und kulturellen – Angeboten könnte sich das Volksbad zu einem wichtigen Ort entwickeln, an dem sich die Bürger aus Gostenhof und anderen Teilen der Stadt begegnen könnten.

Ella Schindler

"Soll das Volksbad saniert werden?"

Skandale: Ist Olympia noch attraktiv?

Wenn der olympische Gedanke noch nicht tot ist, so kränkelt er zumindest chronisch. Nicht erst jetzt, wenige Tage vor Beginn der Winterspiele in Südkorea, mehren sich wieder die ablehnenden Stimmen. Olympia – ist das eigentlich etwas anderes als eine Dauerwerbesendung und ein Konjunkturprogramm für die Baubranche? Und sollte das Publikum nicht besser ins örtliche Stadttheater gehen, wenn es eine Tragikomödie über Betrug und Bestechlichkeit des Menschen sehen will?

Nach den dopingverseuchten Radrennen und der ins Zwielicht geratenen Fifa hat mittlerweile auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Ansehen schwer gelitten. Es bekommt die Doping-Probleme nicht in den Griff, im Gegenteil. Der Umgang mit betroffenen Teilnehmern aus Russland war halbherzig, jetzt hebeln auch noch Sportrichter verhängte Sperren wieder aus. Skirennfahrer Felix Neureuther tat am Wochenende in einem Interview nicht als Erster sein Unbehagen kund. Der Glanz der Medaillen verblasse, kritisiert er, weil das Programm aufgebläht und kommerziell sei. Die Athleten selbst müssten endlich protestieren.

Was gibt es überhaupt noch Gutes über Olympia zu sagen, von der Traditionswahrung abgesehen? Vielleicht dass der Sport in einer mehr denn je zerstrittenen Welt eines der letzten Instrumente für Völkerverständigung darstellen kann – gerade im Fall der beiden Koreas? Oder der Bildungsaspekt. Als Zuschauer kann man abwegige Sportarten entdecken, atemberaubende Spitzenleistungen sauberer Athleten bewundern, von denen sich zu Hause auf dem Sofa nur träumen lässt. Olympia war immer auch Unterhaltung und Emotion. (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Isabel Lauer

Skandale: Ist Olympia noch attraktiv?

"Senf dazu" ist "Blog des Monats"

Es hat ein bisschen gedauert mit der endgültigen Bestätigung. Jetzt ist es aber amtlich, genauer gesagt bloggeramtlich: Der Bloggerdienst „Bloggeramt“ hat unser Blog „Senf dazu“ zum Blog des Monats November gewählt (zuvor waren wir dort schon „Blog der Woche„).

Freilich ist der November schon ein paar Tage her und die Stimmenzahl war jetzt nicht gerade überwältigend. Aber sei`s drum: Wir freuen uns trotzdem.

Ehrung für "Senf dazu"

Naja, der Brüller ist es nicht, und ein Preisgeld ist auch nicht damit verbunden. Aber immerhin: Nachdem Zeitungen im Internet derzeit sonst eher was auf die Mütze bekommen, ist so eine Anerkennung doch schön. Der Bloggerdienst „Bloggeramt“ hat „Senf dazu“ zum Blog der Woche gekürt. Mit folgender Begründung:

Mal abgesehen, dass es sich hierbei um ein sehr interessantes Blog mit aktuellen Inhalten handelt, lohnt sich auch ein Besuch für Internetnutzer, die nicht aus dem Raum Nürnberg kommen.

"Komm wir spielen" live mit Meyer und Kusenberg

Theater meets Fußball. Ex-Club-Trainer Hans Meyer trifft Schauspieldirektor Klaus Kusenberg. Beide tauschen heute, Freitag, 18. April, zwischen 19 und 21 Uhr ihre Erfahrungen und Meinungen über Drama, Dramatik und Regie auf den verschiedenen Nürnberger Spielflächen aus. Auf dem Feld und der Bühne. NZ-Mitarbeiter Wolfgang Kerler berichtet hier im „Senf dazu“-Blog live über das Spielgeschehen. Damit Sie immer auf dem laufenden sind, sollten sie die Blog-Seite regelmäßig aktualisieren (einfach die Taste „F5“ auf Ihrer Tastatur drücken). Sonst verpassen Sie die spannenden Szenen.

Sie können außerdem den Gesprächspartnern selbst Bälle zuspielen. Geben Sie einfach hier Ihren Kommentar ab – egal ob Frage, Meinung oder Kritik. Wir geben diese dann direkt an Hans Meyer und Klaus Kusenberg weiter.

Hier die Live-Berichterstattung:

19.05 Uhr: Mit wenigen Minuten Verspätung nehmen Hans Meyer, Klaus Kusenberg und Moderator Dieter Bracke ihre Plätze auf der Bühne ein. Der Marmorsaal im Presseclub ist voll bis zur hintersten Reihe. Dieter Bracke begrüßt Hans Meyer als den „erfolgreichsten Club-Trainer der letzten Jahrzehnte“. Außerdem räumt Bracke mit einem alten Irrtum über Hans Meyer auf: „Er ist kein Rosenzüchter.“ Klaus Kusenberg, der Schauspieldirektor, wird heute auch über den Umzug des Schauspiels sprechen. weiter lesen

Fragen an Meyer und Kusenberg

meyer.JPGUnter dem Titel „Komm wir spielen“ veranstaltet die NZ am Freitag, 18. April, ab 19 Uhr, eine Diskussionsrunde mit dem ehemaligen Club-Trainer Hans Meyer und Schauspieldirektor Klaus Kusenberg. Es geht dabei um Drama und Dramatik auf dem Spielfeld. Das hört sich erst einmal akademisch und abgehoben an. Aber die NZ-Leser und NZ-online-User können dafür sorgen, dass es durchaus etwas konkreter wird. kusenberg.JPGBei der Veranstaltung wird NZ-Mitarbeiter Wolfgang Kerler nämlich live aus dem Presseclub bloggen (hier in „Senf dazu“) und Moderator Dieter Bracke mit den Fragen aus dem „Publikum“ versorgen. Wenn Sie also etwas von Hans Meyer oder Klaus Kusenberg wissen wollen, hier werden Sie geholfen.

Blogger verändern die Welt – nachhaltig

blogger_klein.jpgAuf der BioFach habe ich wieder einmal gestaunt, wie weit die Bio-Welt schon ist. Das war, bevor ich beim Treffen der nachhaltigen Blogger war: Denn dann wusste ich, dass die Bio-Welt noch viel weiter ist. Jedenfalls in Blogs. Im Pressecenter des CCN West traf sich am Freitag Abend eine verschworene Gemeinschaft, die sich aber größtenteils zum ersten Mal von Angesicht zu Angesicht sah: Kritische Konsumenten wie von den wundervollen Blogs http://www.karmakonsum.de/ und http://www.konsumguerilla.net/. Diese Leute sind so wichtig für die Bio-Branche, denn sie sind witzig, ideologiefrei und zeigen, dass bewusstes Handeln nix mit Freudlosigkeit zu tun hat.

Hedwig Danzer (http://nachhaltigkeit.blogs.com/) von den Möbelmachern hatte sich für dieses Treffen stark gemacht und wirklich die Creme de la creme der Menschen versammelt, denen es nicht egal ist, wie andere leben und wie ihr eigenes Leben in einigen Jahrzehnten aussehen wird. Die NürnbergMesse (http://www.nuernbergmesse.de/) hatte Raum, Essen und Manpower zur Verfügung gestellt – und Kommunikationschef Peter Ottmann gab zwar zu, noch nix zu verstehen von der Blogger-Welt, aber zu wissen, dass dieses Medium auch für die Messe von großer Bedeutung sein wird. Sein Mitarbeiter Geoffrey Glaser wird in Zukunft noch mehr zu tun haben.

Aber tatsächlich: Wer hätte gedacht, dass Leute ein Dorf mit nachhhaltiger Lebensweise in Österreich planen (http://www.lebensdorf.at/) oder eine Saftkelterei durch ihren Blog (http://www.saftblog.de/) bekannter wird als durch ihr eigentliches Produkt?

Dieses Bloggertreffen zeigte, dass es so viele Menschen gibt, deren Weg und Ziele ähnlich sind – und für die das Internet eine unglaublich tolle Plattform ist. Nach der Müsli-Revolution steht jetzt also die Blogger-Revolution bevor. Und auf der nächsten BioFach werden diese Menschen sicher eine noch größere Rolle spielen. Anfangen muss man halt mal.