Fehlt Gastronomie am Wöhrder See-Strand?

Die Füße in den Sand stecken, eine kalte Brise spüren, dem Rauschen des Wassers lauschen. Für das richtige Urlaubsfeeling an einem heißen Sonnentag fehlt nur noch: ein eiskalter Cocktail in der Hand. Während das meiste davon für die Nürnberger mit dem Sandstrand bei der Wasserwelt Wöhrder See bereits in Erfüllung gegangen ist, bleibt dem Strandbesucher sein Wunsch nach Erfrischung noch verwehrt. Nicht nur, weil er sich den Sprung ins kühle Nass verkneifen muss, sondern auch weil er kein frisches kühles Nass die Kehle runterspülen darf. Gespült wird auch bei den wenig einladenden Dixi-Klos nicht, die zur Zeit als Toiletten-Ersatz herhalten müssen.

Schließlich bietet das Naherholungsgebiet bisher kaum Gastronomie, an der sich die Besucher laben könnten. Stimmen werden laut, die ein gemütliches Plätzchen zum Verweilen mitsamt Imbiss vermissen. Das Café Seehaus in der Veilhofstraße beispielsweise sei ihnen zu weit weg und auch der vorhandene Kiosk bietet nur kleine Kost. Die Stadt veröffentlichte jüngst eine Stellenanzeige, in der sie einen Mieter oder Investor für das „privat zu finanzierende Gastronomie-Projekt am Sandstrand“ sucht, das „einen eingeschossigen Baukörper mit einer Grünfläche von etwa 200 Quadratmetern“ vorsieht. Bis ein Mieter tatsächlich gefunden und das Lokal gebaut ist, soll es immerhin bis Ende 2016 dauern. Selbst Bürgermeister Christian Vogel findet: „Das ist tatsächlich eine lange Zeit.“ Ein Trost ist da vielleicht, dass sich der künftige Gastronom und die Gäste nicht mehr vor Wildgänsen fürchten müssen, die die Terrasse verdrecken.

Meike Ledermann

Gastronomie für den Strand am Wöhrder See?

Ist das Bratwurstdorf jetzt fränkisch genug?

Wenn am Dienstag das Nürnberger Bratwurstdorf eröffnet wird, ist alles anders als im letzten Jahr. Aus gutem Grund: „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt“, erklärten die Veranstalter. Recht sauer war die Gestaltung des Festes damals vielen Nürnbergern aufgestoßen. Nun also wurden die Verkaufsbuden im alpenländischen Stil, komplett mit Wegweisern zu imaginären Käsereien und Almen, gegen solche vom Christkindlesmarkt eingetauscht. Auch die aus dem Süden importierte volkstümliche Musik wird sparsamer und dezenter eingesetzt. Dafür gibt es – neben der Bratwurst, natürlich – mehr Vesperangebote aus der hiesigen Küche. Und der neue Standort der Veranstaltung, der Trödelmarkt, erinnert auch mehr an einen gemütlichen fränkischen Dorfplatz als der Lorenzer Platz. Unaufgeregter, regionaler, abgelegener – so will das Nürnberger Bratwurstdorf seiner Ikone besser gerecht werden als im letzten Jahr. Nach dem Ärger und der Empörung seinerzeit wollen wir nun von Ihnen wissen: Ist das Nürnberger Bratwurstdorf jetzt fränkisch genug?
Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Ist die RTL-Babyshow verwerflich? Mit Ja antworteten 87,9 Prozent, mit Nein 12,1 Prozent. oelf

Weg mit dem Bratwurstdorf?

Erffnung.JPGAm Sonntag schließt das so genannte „Bratwurstdorf“ an der Nürnberger Lorenzkirche seine Pforten. Auch wenn Oberbürgermeister Ulrich Maly die Veranstaltung positiv begleitete, auch wenn der EU-Schutz der Nürnberger Rostbratwurst als Anlass herbeigezogen wurde, so richtig warm wurden die Nürnberger mit diesem neuen Event nicht. Anwohner und Kirchenbesucher beschwerten sich über den Lärm und die ziemlich schlichten Musikbeiträge. Auch die Gestaltung des Dorfes, die eher an Südtirol als an Nürnberg erinnerte, mutete seltsam an. Da der Bratwursthersteller „Schlüter“ mit den Dorf aber schon anderenorts Station machte, konnte man so den Einheimischen immerhin zeigen, dass Nürnberg von weiter weg gesehen, praktisch in den Alpen liegt. Also: Nürnberg oder Bozen, alles Wurst!

Ob diese Erkenntnis aber eine solche Veranstaltung rechtfertigt, zumal man in Nürnberg bekanntlich das ganze Jahr über problemlos zu seinen Bratwürsten kommt, und das auch noch in landestypischem Ambiente, scheint fraglich. Da aus solchen Events meist Dauereinrichtungen werden, wollen wir in unserer Leserfrage wissen: Soll das „Bratwurstdorf“ wiederholt werden? Ihr Votum können Sie ab Montag hier abgeben, Kommentare können Sie aber auch an dieser Stelle hinterlassen.

Die Leserfrage der vergangenen Woche lautete: Gibt es zu viel Fußballfachsimpelei im Fernsehen? Mit Ja antworteten 94,9 Prozent, mit Nein 5,1 Prozent.