Soll der Bahnhofsbunker ein Museum werden?

Kaum hatte der Förderverein Nürnberger Felsengänge die Termine für Führungen durch den Atombunker im Hauptbahnhof veröffentlicht, da waren sie schon wieder ausgebucht. Auch zusätzlich anberaumte Rundgänge am vergangenen Wochenende waren stets gut gefüllt. Die Nürnbergerinnen und Nürnberger interessieren sich für ihre Geschichte – und das nicht nur zum Jubiläum des Mauerfalls. Der Förderverein würde gerne regelmäßig Führungen, zum Beispiel an jedem Wochenende, in den Atombunker anbieten. Bisher müssen alle Führungen aufwändig von der Stadt genehmigt werden. Deshalb gibt es nur Sonderführungen zu bestimmten Anlässen.

Von verschiedenen Seiten wurde bereits mehrfach die Einrichtung eines Museums im Bahnhofsbunker angeregt. Ein derart wichtiges Stück Zeitgeschichte müsse einem größeren Publikum regelmäßig zur Verfügung stehen, so die Argumentation der Museumsbefürworter. Hohe Kosten für Brandschutz, Verkehrssicherung und Betrieb ließen die Pläne aber wieder in der Schublade verschwinden.

Soll der Bahnhofsbunker ein Museum werden?

Begrüßen Sie die Abschaffung der Sargpflicht?

Es gibt sie bisher nur noch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern: die Sargpflicht. Sie soll nun in Bayern abgeschafft werden. Damit soll es Muslimen und Juden in Zukunft ermöglicht werden, ihre Toten statt in einem Sarg in ein Tuch eingehüllt zu beerdigen, wie es in den beiden Religionen üblich ist.

Um die Umsetzung der Neuregelung werden sich die Städte kümmern müssen – eine Herausforderung. Denn es ist nicht klar, wie diese Form der Bestattung in der Praxis umgesetzt werden kann. Es kommen Fragen auf: Wie bekomme ich jemanden, der von einem Tuch umgeben ist, pietätvoll in ein Grab? Wie kann ich den Toten zuvor lagern? Außerdem zersetzt sich ein Leichnam langsamer, wenn er in einem Tuch beigesetzt wird.

Vor allem Stimmen aus der SPD begrüßen die Neuregelung, diese sei ein überfälliges Zeichen des Respekts gegenüber unterschiedlicher Bestattungstraditionen. Die Sozialdemokraten sehen darin vor allem einen Fortschritt in der Integrationspolitik.

Claudia Urbasek

Begrüßen Sie die Abschaffung der Sargpflicht?

Soll Nürnberg ein Wildtierverbot erlassen?

Die Frage, ob es in Ordnung ist, Löwen, Zebras oder Kamele in die Manege zu schicken, wird immer wieder mit Leidenschaft diskutiert, wenn ein Zirkus mit Wildtieren in Nürnberg gastiert. Derzeit ist es der Zirkus Krone, der auf dem Volksfestgelände sein Zelt aufgebaut hat.

Tierschützer sehen die Städte in der Pflicht und fordern, dass sie Gastspiele von Zirkussen mit Wildtieren auf öffentlichen Arealen verbieten. Eine Reihe von Kommunen hat bereits Verbote erlassen – die allerdings von Gerichten immer wieder gekippt werden. Unter anderem, weil die Künstler ein Recht auf Arbeit hätten. Zirkusbesitzer verweisen außerdem auf die Amtstierärzte, die streng kontrollierten, wie die Tiere gehalten und versorgt werden.

Gabi Eisenack

Soll Nürnberg ein Wildtierverbot erlassen?

Soll das Radrennen zurückkommen?

Leistungssport zum Anfassen, schweißtreibender Wettkampf hautnah: Dafür stand das Radrennen rund um die Nürnberger Altstadt viele Jahre lang. Der Wettkampf der Profis und Semiprofis zog zunehmend die Massen an. Dann erschütterte die Doping-Skandalserie im Radsport die Sportöffentlichkeit – und ließ das Zuschauerinteresse an dem Nürnberger Happening zusehends schwinden. So stark, dass schließlich die Nürnberger Versicherung als Hauptsponsor ausstieg – die Traditionsveranstaltung musste am Ende eingestellt werden.

Jetzt, vier Jahre später, scheint plötzlich ein Hoffnungsschimmer am Horizont auf: Die Deutschland-Tour, die 2018 aus der Taufe gehoben wurde, könnte 2020 ihr Finale in die Noris verlegen (die NZ berichtete). Sportbürgermeister Klemens Gsell (CSU) und Stadtkämmerer Harry Riedel (SPD) scheinen bereits guter Dinge zu sein, dass dieser sportliche Coup gelingen könnte. Zumal die Zustimmung des Stadtrats, dafür mindestens 300 000 Euro lockerzumachen, bereits als weitgehend ausgemacht gilt. Ein solches Großereignis würde Nürnberg einige mediale Aufmerksamkeit bescheren. Zudem ist Radfahren (wieder) „in“ – im Sportbereich ebenso wie im Privaten: Wohl noch nie in der Geschichte unserer Stadt waren so viele Radfahrer täglich auf den Straßen zu sehen.

Nicht zuletzt wäre das Finale der Deutschlandtour ein Leckerbissen für Radsport-Enthusiasten. Allerdings hätte ein solches Event durchaus Schattenseiten: die Absperrung der Altstadt jeweils für einen ganzen Sonntag etwa, mit entsprechenden Konsequenzen für Autofahrer und Altstadt-Bewohner. Oder die Frage, ob die genannten 300 000 Euro vielleicht auch an anderer Stelle gut angelegt wären.

Tilmann Grewe

Soll das Radrennen zurückkommen?

Stadtbibliothek: Soll sie auch am Sonntag öffnen?

Eine Stadt befindet sich im ständigen Wandel, genauso wie die Bedürfnisse ihrer Bewohner. Manches verliert an Bedeutung, anderes gewinnt an Zuspruch. Auch wenn die Menschen heute vielleicht weniger Bücher lesen als früher, der Beliebtheit der Nürnberger Stadtbibliothek tut das keinen Abbruch. Rund eine Million Besucher im Jahr zählt das Haus. Denn längst sind Bibliotheken keine staubigen Büchertempel mehr. Sie sind ein Ort mit Aufenthaltsqualität. Schon morgens stehen die Bürger vor dem Tor Schlange und warten, dass sich endlich das Gitter hebt.

In der Stadtbibliothek trifft sich die ganze Gesellschaft, hier ist Teilhabe möglich, hier darf sich jeder zu Hause fühlen, ob Arm oder Reich, ob Jung oder Alt, ob mit deutschen Wurzeln oder ausländischen. Nicht jeder kommt zum Lesen, aber es sind die Bücher, die eine besondere Atmosphäre schaffen. Die SPD hat in einem Antrag an die Verwaltung vorgeschlagen, die Stadtbibliothek auch gelegentlich an Sonntagen zu öffnen, um besonders Familien anzusprechen. Das ist eine gute Idee, aber nicht nur für Eltern und Kinder. Eine Bibliothek, die am Sonntag öffnet, kann auch ein attraktives Angebot für Menschen sein, die sich einsam fühlen. Und deren Zahl steigt. Allerdings muss das Angebot finanziert sein. Die Haushaltskasse der Stadt lässt dafür kaum Spielraum.

Gabi Eisenack

Stadtbibliothek: Soll sie auch am Sonntag öffnen?

Hauptmarkt: Gefallen Ihnen die bunten Stühle?

Mit keinem anderen Platz in ihrer Stadt sind die Nürnberger so streng wie mit dem Hauptmarkt. Die Frage, was dort veranstaltet oder auf- und abgestellt werden darf, mündet in der Regel in kontroversen Debatten. Da macht die Möblierungsfrage keine Ausnahme. Die Stadt hat einiges an Sitzgelegenheiten ausprobiert: Bierbänke (zu wacklig), graue Alu-Stühle und jetzt bunte Designerstühle aus Stahl. Echte Hingucker, sagen die einen, peinlich, die anderen.

Hauptmarkt: Gefallen Ihnen die bunten Stühle?

Braucht Nürnberg eine Surferwelle?

Nürnberg ist eine Fußballstadt. Der Club ist der Verein der Herzen, auch wenn er oft Kummer macht. Längst sorgen aber auch andere Disziplinen, Vereine und Sportler für Begeisterung und volle Ränge, ob Hockey, Basketball, Ringen oder Radfahren. Die Stadt weiß, wie wichtig der Sport für die Menschen, ihr Wohlbefinden und das Miteinander ist.

Dass die Verwaltung offen für neue Sportarten ist, kommt vor allem bei den jungen Leuten gut an. Manche Trends verabschieden sich bald wieder, manche bleiben. Blickt man nach München, gehört das Surfen auf einem Fluss dauerhaft zu den beliebten Freizeitbeschäftigungen. Auch in Nürnberg soll nun auf der Pegnitz am Fuchsloch ein Ort für Surfer entstehen. In der Politik herrscht ein großer Konsens darüber, dass die Welle eine Bereicherung für die Stadt sein wird. Kritiker dagegen halten sie für überflüssig.

Gabi Eisenack

Braucht Nürnberg eine Surferwelle?

Höhere Strafen für Müllsünder?

Da bleibt ein Einweg-Grill liegen, dort wird eine Zigarettenkippe hingeschnippt, Kaffeebecher landen auf der Wiese, Sofas im Wald. Das Müllproblem in den großen Städten wächst. Da kann die Verwaltung noch so viele Abfalltonnen aufstellen lassen und ihre Mitarbeiter immer häufiger zum Aufräumen losschicken: Besserung scheint nicht in Sicht. Weil es offenbar kein Mittel gegen Ignoranz gibt.

Vielleicht hilft nur eines: den Müllsündern wehtun, indem saftige Strafen verhängt werden. Einige Kommunen haben die Bußgelder bereits erhöht. Wer in der Mannheimer Einkaufsmeile seinen Kaugummi auf den Boden spuckt, zahlt zum Beispiel bis zu 250 Euro Strafe. Das Wegwerfen eines Zigarettenstummels wird mit 75 Euro belangt. Dagegen muten die 15 bis 35 Euro in Nürnberg harmlos an. Thorsten Brehm, der OB-Kandidat der SPD, fordert deshalb, die Strafen zu erhöhen.

Abschreckung mag ein gangbarer Weg sein. Manches Problem lässt sich offenbar doch am besten über den Geldbeutel lösen. Aber: Damit sie wirkt, muss auch kontrolliert werden. Dazu braucht es personelle Kapazitäten.

Gabi Eisenack

Höhere Strafen für Müllsünder?

Mathe-Abitur: Ist die Aufregung gerechtfertigt?

„2016 war es anspruchsvoll, 2017 war es machbar, 2018 war es nahezu leicht und 2019 enthielt plötzlich Aufgabenstellungen, die vorher kaum einer gesehen hatte“, heißt es in einer Petition an das Kultusministerium über das Mathe-Abitur. Und weiter: „Wir Abiturienten bitten darum, den Notenschlüssel zu senken und dem Schwierigkeitsgrad anzupassen.“ Unterschrieben haben die Petition bislang mehr als 75000 Menschen – das Mathe-Abi wirklich geschrieben hat nur ein Bruchteil davon. Die Argumente der Unterzeichner: Die Aufgaben waren zu schwer, die Zeit hat nicht ausgereicht. Einfach hinnehmen wollen sie das nicht, schließlich hat die Prüfung am Ende Einfluss auf den Abischnitt – und der ist wichtig, wenn man mit anderen Abiturienten – auch aus anderen Bundesländern – um Studienplätze konkurriert.

Die Aufregung der Schüler hat hohe Wellen geschlagen – auch in den Medien. Dort meldeten sich auch Schulleiter zu Wort. Viele von ihnen halten die Aufgaben für durchaus machbar. Freilich, sie seien ungewohnt formuliert gewesen. Dass Schüler künftig aber mehr um die Ecke denken müssen, sei gewollt und auch so angekündigt worden.

Überhaupt: Etliche Kommentatoren in den sozialen Netzwerken meinen auch, dass die Aufgaben durchaus lösbar seien. Nur sei es gerade bei Mathe – für etliche Schüler nach wie vor ein Angstfach – eben so, dass jeder Jahrgang meint, er habe die schwersten Aufgaben bekommen. Außerdem: Es geht um den höchsten Schulabschluss. Ein gewisser Anspruch gehöre da schon dazu.

Julia Vogl

Mathe-Abitur: Ist die Aufregung gerechtfertigt?

Sollen E-Scooter künftig auf Gehsteigen fahren können?

Sie sind leicht, klein und herrlich flink. Und weil sie einen Elektromotor haben, muss man sich noch nicht einmal besonders anstrengen, wenn man damit durch die Stadt flitzt. Bald könnten die E-Scooter auch in Deutschland erlaubt sein, manche sogar auf Gehwegen.
Eigentlich hängt es jetzt nur noch am Bundesrat. Gibt der sein Okay, dann flitzt man bald mit Tretrollern von Termin zu Termin – das Kabinett zumindest hat eine entsprechende Verordnung bereits beschlossen. Und die sieht vor, dass man künftig ganz ohne Führerschein mit den Flitzern durch die Stadt sausen kann. Mit Rollern, die maximal zwölf Stundenkilometer schaffen, soll man sogar auf dem Gehweg fahren dürfen.
In vielen europäischen Städten sieht man die Menschen die Flitzer schon benutzen. Und klar: Praktisch sind die Roller in jedem Fall. Man ist flink unterwegs, kommt nicht ins Schwitzen und kann das recht handliche Gefährt auch noch ganz leicht mit in die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen. Für viele Pendler könnten sie also eine echte Alternative zum eigenen Auto sein und daher der Umwelt nützen.
Unumstritten sind die umweltfreundlichen Flitzer aber trotzdem nicht. Vor allem die geplante Regelung, maximal zwölf Stundenkilometer schnelle Roller auch auf Gehwegen fahren zu lassen, stößt nicht bei allen auf Gegenliebe. Kritiker befürchten dort Nutzungskonflikte und eine Zunahme von Unfällen. Tretrollerfahrer und Fußgänger könnten sich schließlich in die Quere kommen.

Julia Vogl

Sollen E-Tretroller auf Gehsteigen fahren dürfen?