Fußball-EM: Ist die Bewerbung richtig?

Kulturhauptstadt 2025, Bewerbung für die Fußball-Europameisterschaft 2024 – übernimmt sich Nürnberg da vielleicht etwas? Was die Fußball-EM angeht, so sagte Bürgermeister Christian Vogel im Stadtrat sehr klar, dass die genauen Kosten schwer bezifferbar seien – dennoch gab es nur vier Stadträte, die gegen das Vorhaben stimmten, eine Bewerbung beim Deutschen Fußball-Bund einzureichen.

Nun könnte man fragen, ob der Bau von Schulen und die Sanierung von Brücken nicht wichtiger ist als einige Spiele bei der EM 2024 in die Stadt zu holen. Auf der anderen Seite machten Vogel und Finanzreferent Harald Riedel den Stadträten auch deutlich, dass es hier nicht um Verdrängungskämpfe ginge und dass ein großer Teil der Kosten, die auf die Stadt und den Eigenbetrieb Stadion nun zukämen, ohnehin fällig würden. Jedenfalls dann, wenn die Stadt ein wettbewerbsfähiges und für den Ligabetrieb taugliches Stadion haben möchte.

Fußball-EM: Ist die Bewerbung richtig?

EM 2024: Soll Nürnberg sich bewerben?

Noch ist es nur eine Interessenbekundung, die förmliche Bewerbung steht noch aus. Aber die Stadt Nürnberg hat schon mal klargemacht, dass sie offen dafür ist, bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 wieder ihr Stadion zur Verfügung zu stellen. Wer an die Begeisterung zurückdenkt, die etwa die Fans aus den Niederlanden oder aus Trinidad/Tobago bei der Weltmeisterschaft im Jahr 2006 in die Stadt brachten, wird wohl eine Bewerbung auf den ersten Blick gut finden. Die vielen Touristen brächten natürlich auch Geld in die Stadt. Zudem käme durch eine solche Bewerbung neuer Schwung in die Debatte um die Modernisierung des Stadions. Doch da fangen die Probleme auch schon an: Die Stadt als Eigentümer kann sich den Umbau nicht leisten, der Club wohl auch nicht. Es ginge nur mit einem privaten Investor. Zudem könnte es sein, dass dem sportlichen Großereignis die Laufbahn im Stadion geopfert werden müsste – denn es steht zumindest zu befürchten, dass von Berlin abgesehen nur reine Fußballstadien den Zuschlag erhalten, weil der DFB sich in diesen Arenen mehr Stimmung verspricht. Für die Freunde der Leichtathletik wäre dies ein Schlag ins Kontor.

Marco Puschner

 

EM 2024: Soll Nürnberg sich bewerben?

Eventpalast: Was kommt da auf die Anwohner zu?

eventpalastDen Fluglärm müssen sie eh schon erdulden, jetzt befürchten die Anwohner in Almoshof und Lohe, dass sie künftig auch noch ständig Partylärm hören müssen. Warum? Weil die Eventagentur werk:b einen ganzjährigen „Eventpalast“ plant. Und weil eine andere Tageszeitung einen Artikel geschrieben hat, der den Eventpalast als lärmendes Monstrum erscheinen lässt. Bei einer Informationsveranstaltung bemühten sich die Veranstalter, Verantwortliche der Stadt und des Flughafens nun um einen echten Dialog mit den Bürgern. Keine Halligalli-Vollgas-Feiern, dafür viele Messen, Konferenzen und Ausstellungen – so stellen sich die Veranstalter ihr Projekt zumindest vor. Nur ab und zu soll das geplante Edelzelt (auf dem Foto sieht man schon mal, wie werk:b es sich vorstellt), das fünf Jahre lang am Flughafen bleiben soll, wirklich maximal ausgelastet werden. Maximal, das heißt mit 2500 Menschen. Sollten sich die Anwohner gestört fühlen, dürfen sie sich – wie zu WM-Zeiten auch – jederzeit an eine Beschwerde-Hotline wenden. Damit es gar nicht so weit kommt, will werk:b dafür sorgen, dass auf die Anwohner möglichst wenig Probleme zukommen. Günstige Parkmöglichkeiten sollen etwa verhindern, dass Gäste der Veranstaltungen ihre Autos irgendwo im Acker abstellen.

„In Nürnberg braucht es eine Veranstaltungsfläche in dieser Größe“, sagt Christian Kohlert von werk:b. Gibt es sie nicht, so könne es passieren, dass Veranstalter in andere Städte ausweichen. Welche Folgen das für die Anwohner tatsächlich hat, muss sich erst noch zeigen. Fürs erste zeigten sie sich nach der Informationsveranstaltung erst einmal beruhigt. Wie aber sehen Sie das? Was muss beim Bau des Edelzeltes unbedingt beachtet werden, um die Feierei für alle Seiten möglichst angenehm zu gestalten?

Julia Vogl

 

Ist Fifa-Chef Blatter noch tragbar?

Bei einem Ertrag von einer Milliarde Dollar und Reserven von 1,3 Milliarden Dollar sollte man bei der Fifa eher wieder an den Weihnachtsmann glauben als daran, dass hier nur Fußballwettbewerbe organisiert werden. Derzeitiger Präsident ist der Schweizer Sepp Blatter, seit 1998. Sein Ansehen ist inzwischen so durchlöchert, dass ein Schweizer Käse im Vergleich dazu eine durchgehende Fläche aufweist.

Es ist unbestritten, dass der frühere Fifa-Präsident Joao Havelange und das erst kürzlich zurückgetretene Fifa-Vorstandsmitglied Ricardo Teixeira (beide aus Brasilien) Millionen an Schmiergeldzahlungen erhalten haben.

Die beinharte schweizer Staatsanwaltschaft haute der Fifa die wasserdichten Dokumente um die Ohren, aber die stellt sich taub. Und dies, obwohl ebenfalls unbestritten ist, dass die Fifa Kenntnis von den Schmiergeldern an Personen ihrer Organe hatte. Blatter mimt den Unschuldsengel und sagt, dass die Geldgeschenke zur damaligen Zeit nicht strafbar gewesen seien.

Der 76-jährige Sepp Blatter, der von seiner Erscheinung her eigentlich sehr sympathisch rüberkommt, der seine Gesprächspartner meist mit Witz und Charme um den Finger wickelt, offenbart in der Defensive eine geradezu schmerzhafte Arroganz, wenn er süffisant anmerkt, er sei bei der Fifa für den Erfolg zuständig. Und richtig fröhlich erklärt er, was er immer schon gesagt habe: Er stehe nicht auf der Liste des Schweizer Bundesgerichts. Blatter will den Skandal einfach aussitzen.

Seine Aussichten, dann immer noch auf diesem Stuhl zu sitzen, sind nicht einmal schlecht. Denn nur in Europa ist die Aufregung über die Fifa-Schmiergeldaffäre groß. Wohingegen aus Asien oder Afrika kaum kritische Stimmen zu hören sind – und die Fifa ist eben ein Weltfußballverband.

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Ist Fifa-Chef Blatter noch tragbar?“ Geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Alkoholverbot in der Altstadt?“ Mit Ja antworteten 47 Prozent, mit Nein 53 Prozent.

 

 

Geht Ihnen der EM-Rummel auf die Nerven?

Zurzeit ist kein Entkommen möglich. Im Fernsehen läuft Fußball, im Biergarten gibt’s Public Viewing, Kollegen und Freunde kennen meist nur noch ein Thema: Fußball! Die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine hat den Alltag schon fest im Griff. Und das ist erst der Anfang. Nach dem Ende der Vorrunden sollte man sich außerdem auf stundenlange Autokorsos und nächtliche Hupkonzerte einstellen.

Dabei ist Fußball nicht jedermanns Sache, auch wenn das manche euphorische Berichterstattung glauben macht. Manche nervt es gewaltig, wenn Verabredungen mit Freunden nur noch an Tagen möglich sind, an denen die von ihnen favorisierte Mannschaft pausiert.

Oder wenn das ruhige Abendessen in einem schönen Restaurant davon unterbrochen wird, dass der Wirt pünktlich zum Anstoß einen riesigen Flachbildfernseher in den Gastraum schiebt. Die Lautstärke, ob Fernseher oder Leinwand, scheint stets die maximale zu sein.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Geht Ihnen der EM-Rummel auf die Nerven?“

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Wird Deutschland Europameister?“ Mit Ja antworteten 28 Prozent, mit Nein 72 Prozent.

Wird Deutschland Fußball-Europameister?

Gut, am Ende zählt das Ergebnis. Und immerhin hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr Auftaktspiel gegen Portugal mit 1:0 gewonnen. Doch die hohen Erwartungen, mit denen das deutsche Team nach der souveränen Qualifikation und den starken Platzierungen bei den vergangenen Turnieren zur Europameisterschaft gereist ist, haben die Schützlinge von Bundestrainer Joachim Löw noch nicht erfüllt.

Auf der anderen Seite ist Portugal freilich auch ein ganz anderes Kaliber als Qualifikationsgegner wie Aserbaidschan, Kasachstan oder auch Belgien. Und andere hoch gehandelte Favoriten für den Turniersieg wären froh, wenn sie sich zu einem glücklichen 1:0 gestolpert hätten – die Niederlande gingen gegen Dänemark zum Auftakt prompt leer aus.

Löw hat die Mannschaft seit seinem Amtsantritt 2006 kontinuierlich weiterentwickelt und mit seinen mutigen Personalentscheidungen – etwa den freiwilligen Verzicht auf die Altstars Frings und Ballack – zumeist Recht behalten. Es ist seinem Starensemble durchaus zuzutrauen, diesmal den ganz großen Wurf zu landen.

Doch findet die sehr junge Mannschaft nach dem doch etwas holprigen Auftakt ihren Rhythmus? Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Wird Deutschland Europameister?“

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Organspende – geht die Neuerung weit genug?“ Mit Ja antworteten 61 Prozent, mit Nein 39 Prozent.

Soll die EM in der Ukraine boykottiert werden?

Fußball ist eine völkerverbindende Angelegenheit. Bei internationalen Turnieren feiern Fans aller Herren Länder miteinander, egal, ob ihre Mannschaft letztendlich einen Sieg errungen hat oder nicht. Da ist die Freude am Partymachen oft doch größer als der Ehrgeiz. Doch jetzt, fünf Wochen vor Beginn der Europameisterschaft, wird der Sport zum Politikum.

Die Ukraine, neben Polen Gastgeber, ist wegen ihres Umgangs mit der früheren Regierungschefin Julia Timoschenko in die Kritik geraten. Bundeskanzlerin Angela Merkel erwägt sogar einen Boykott der Spiele.

Ist es möglich, mit gutem Gewissen im Stadion zu sitzen und den deutschen Kickern beim Spielen zuzusehen, während eine prominente Regimekritikerin im Gefängnis malträtiert wird? Diskussionen über zweifelhafte Gastgeber gab es in der Geschichte immer wieder: etwa über Argentinien, Austragungsort der WM 1978 und damals eine Militärdiktatur, die Kritiker foltern und hinrichten ließ. Auch damals erwägte Deutschland einen Boykott – und machte am Ende doch mit.

Letztlich: Wen straft man, wenn man dem Fußballturnier fernbleibt? Das Regime, auf das man Druck ausüben will oder die Menschen, die sich auf die Austragung der EM in ihrer Heimat mit viel Engagement vorbereitet haben und sich auf ihre Gäste freuen? Und wer soll wegbleiben? Nur Merkel und ihre Ministerriege? Oder am besten gleich alle? Die Fans und die Teams? Sollen die Reihen in den Stadien leer bleiben? Haben das die Spieler verdient? Eines ist jedenfalls jetzt schon klar: Diese EM wird in die Geschichte als eine umstrittene eingehen – und das ist vor allem schade für die Polen.

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Soll die EM in der Ukraine boykottiert werden?“ Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Höhere Strafen für rüpelhaftes Radfahren?“ Mit Ja antworteten 83 Prozent, mit Nein 17 Prozent.

Zu viel Gebabbel über Fußball?

„Die Wahrheit liegt auf dem Platz“, meinte einst Otto Rehhagel. Wer sich derzeit die Berichterstattung zur Europameisterschaft ansieht, könnte indes glauben, dass die Spiele nur das Vorprogramm für die Experten- und Comedyrunden abgeben. Stundenlang debattiert Johannes B. Kerner im ZDF mit seinen beiden Fachmännern, und danach präsentiert Ingolf Lücks Gaudirunde in „Nachgetreten“ viele abgestandene Gags, in denen zudem oft üble nationale Klischees – zum Beispiel gegen die osteuropäischen Teams – reproduziert werden.

Andererseits haben die Dialoge zwischen Günter Netzer und Gerhard Delling, die im Ersten die Spiele flankieren, eine treue Fangemeinde. Zudem bietet das Rahmenprogramm im TV oft auch wichtige Einordnungen. Gerade jetzt, wo die Gruppenphase zu Ende geht, benötigt der nicht so kundige Zuschauer ja auch Informationen darüber, wie sich die Mannschaften für das Viertelfinale qualifizieren. Zudem bereiten die Experten und Kabarettisten vieles auf, was der Kommentator während der Spiele schon aus Zeitgründen offen lassen muss.

Wir wollen von Ihnen wissen: Gibt es zu viel Fußball-Fachsimpelei im Fernsehen? Abstimmen können Sie (ab Montag) hier.

Die Leserfrage der vergangenen Woche lautete: Wird Deutschland Europameister? Mit Ja antworteten 32,7 Prozent, mit Nein 67,3 Prozent.

Wird Deutschland Europameister?

Die Vorschusslorbeeren sind riesig: Nach der überzeugenden Weltmeisterschaft mit einem beachtlichen dritten Platz sowie der souveränen Qualifikation für die Europameisterschaft stehen die deutschen Fußballer unter einem hohen Erwartungsdruck.
Zudem kam den Deutschen wie so oft das Losglück zugute: gegen Kroatien, Polen und Österreich ist es durchaus möglich, die Vorrunde zu überstehen, und auf einen Vertreter des bärenstarken Quartetts aus der „Todesgruppe“ C (Frankreich, Italien, Rumänien, Holland) kann das Team von Trainer Joachim Löw frühestens im Finale treffen.
Personell hat Löw zudem kaum Probleme; vom Ausfall des verletzten Routiniers Bernd Schneider mal abgesehen, konnte er bei der Nominierung seines 23-köpfigen Kaders frei unter den heimischen Elitekickern auswählen.
Doch in all die Zuversicht mischen sich freilich auch die Erinnerungen an die EM-Turniere 2000 und 2004, als ein gänzlich indisponiertes deutsches Team jeweils in der Vorrunde scheiterte und ohne Sieg abreisen musste. Der Ruf, eine Turniermannschaft zu sein, war dahin. Dabei hatten die Deutschen 2004 in der Gruppe unter anderem einen Gegner, der damals als absoluter Außenseiter galt: Aber selbst gegen Lettland sprang nur ein 0:0 heraus.
Das sollten all jene bedenken, die etwa den „Dreier“ gegen Österreich schon fest eingeplant haben. Zumal die Alpenrepublik auf dem Vormarsch ist – in der jüngsten Fußball-Weltrangliste verbesserte sie sich von Platz 101 auf 92 und überholte zum Beispiel die Fußball-Großmächte Uganda und Gabun.
Doch im Ernst: Gerade die vermeintlich leichtere Vorrundengruppe könnte zur Stolperfalle werden. Wir wollen daher von Ihnen wissen: Wird Deutschland Europameister?

Abstimmen können Sie ab Montag auf der NZ-Homepage.
Die Leserfrage der vergangenen Woche lautete: Sind Sie bereit, mehr für die Milch zu bezahlen? Mit Ja antworteten 67,0 Prozent, mit Nein 33,0 Prozent.

Zur EM hat die NZ übrigens ein eigenes Blog unter dem Titel „Die EM auf der Couch“ eingerichtet.