EM 2024: Soll Nürnberg sich bewerben?

Noch ist es nur eine Interessenbekundung, die förmliche Bewerbung steht noch aus. Aber die Stadt Nürnberg hat schon mal klargemacht, dass sie offen dafür ist, bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 wieder ihr Stadion zur Verfügung zu stellen. Wer an die Begeisterung zurückdenkt, die etwa die Fans aus den Niederlanden oder aus Trinidad/Tobago bei der Weltmeisterschaft im Jahr 2006 in die Stadt brachten, wird wohl eine Bewerbung auf den ersten Blick gut finden. Die vielen Touristen brächten natürlich auch Geld in die Stadt. Zudem käme durch eine solche Bewerbung neuer Schwung in die Debatte um die Modernisierung des Stadions. Doch da fangen die Probleme auch schon an: Die Stadt als Eigentümer kann sich den Umbau nicht leisten, der Club wohl auch nicht. Es ginge nur mit einem privaten Investor. Zudem könnte es sein, dass dem sportlichen Großereignis die Laufbahn im Stadion geopfert werden müsste – denn es steht zumindest zu befürchten, dass von Berlin abgesehen nur reine Fußballstadien den Zuschlag erhalten, weil der DFB sich in diesen Arenen mehr Stimmung verspricht. Für die Freunde der Leichtathletik wäre dies ein Schlag ins Kontor.

Marco Puschner

 

EM 2024: Soll Nürnberg sich bewerben?

Christkindlesmarkt: Soll er verlängert werden?

Alle Jahre wieder wirft der gute alte Christkindlesmarkt Fragen auf. Ist er schön genug für die Konkurrenz? Könnte er zum Beispiel noch schöner werden, wenn er länger dauerte? Zielgruppen für eine längere Betriebszeit bis zum Jahresende gäbe es durchaus. Da sind die Nürnberg-Touristen, die heute zwischen Heiligabend und Silvester nur tote, verhüllte Buden vorfinden. Und da sind die Einheimischen, die im Advent mal wieder viel zu gehetzt für einen beschaulichen Bummel waren. Man kennt das: Als Durchschnitts-Berufstätiger steckt man bis Weihnachten knietief in Arbeit, schafft es gerade mal auf einen Glühwein zum Markt. In der Woche zwischen den Jahren hätte man plötzlich Luft.

Die Mehrzahl der deutschen Weihnachtsmärkte schließt noch immer spätestens an Heiligabend. Doch seit vielen Jahren halten etliche Städte ihre Märkte bis zum 30. Dezember offen: Dortmund, Duisburg, Mönchengladbach, Lübeck, Schwerin und Magdeburg beispielsweise – offenbar mit guten Erfahrungen. Auch in Hamburg und Berlin dauern einige Märkte bis zum Jahresende.
Die Gegner einer Ausweitung weisen freilich darauf hin, dass ein Weihnachtsmarkt in die Vorweihnachtszeit gehört. Auf dem Nürnberger Markt wird traditionell sehr viel Weihnachtsschmuck verkauft – braucht das nach den Festtagen noch jemand? Das christliche Fest setzt den überfälligen Schlusspunkt für den Rummel und Kommerz. Die Klage darüber ist übrigens schon mindestens 400 Jahre alt. In der Chronik der Nürnberger Altstadtkirche St. Sebald beklagte im Jahr 1616 Pfarrer Lüder am Heiligen Abend, dass er die Vesper- und Nachmittagspredigt ausfallen lassen musste, weil „wegen des Einkaufens zum Kindleinsbescheren keine Leut vorhanden gwest“. Andererseits: Vielleicht wären diese Einkäufer in die Kirche gegangen, wenn sie den Markt noch ein paar Tage länger hätten besuchen können?

Isabel Lauer

Christkindlesmarkt: Soll er verlängert werden?

Verkaufsoffener Sonntag nur noch in der Altstadt?

 

Der Streit um den verkaufsoffenen Sonntag (Foto: Eduard Weigert) ist alt, aber erhitzt trotzdem immer wieder die Gemüter. In Nürnberg gibt es vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr: zwei in der gesamten Stadt ohne Südstadt, zwei nur in der Südstadt. Die Verwaltung betont, dass diese Regelung rechtskonform sei, signalisiert aber Gesprächsbereitschaft mit den Kritikern – vor allem Kirchen und Gewerkschaften.
Die Kommunen dürfen an Sonntagen nur anlässlich von Märkten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen die Läden aufsperren lassen. Dies sieht das Ladenschlussgesetz vor. Darin steht außerdem geschrieben, dass die Veranstaltung und die Läden, die offen haben, nicht zu weit auseinander liegen dürfen. Wenn also, wie am kommenden Sonntag, die Geschäfte wegen des Herbstmarkts offen haben, sollten dann nicht auch nur die Geschäfte in der Altstadt öffnen dürfen? Reichen nicht generell zwei verkaufsoffene Sonntage im Jahr – und die dann nur im Stadtzentrum?
Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Verkaufsoffener Sonntag nur noch in der Altstadt?“ – In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren. Vergangene Woche haben wir Sie gefragt: „Zu viel Aufhebens um den 1. Schultag?“ Teilgenommen haben 88 Leser. Mit Ja antworteten 93,2 Prozent, mit Nein 6,8 Prozent.

Gabriele Eisenack

 

 

 

 

 

 

Verkaufsoffener Sonntag nur noch in der Altstadt?

  • Ja (86%, 6 Stimmen)
  • Nein (14%, 1 Stimmen)

Wähler insgesamt: 7

Sind Autorennen noch zeitgemäß?

Das Norisring-Rennen (Foto: Ralf Rödel) gehört zu den Höhenpunkten des Sportjah­res in Nürnberg. Auch diesmal verfolgten wieder Zehntausende Besucher das Geschehen. Sie kommen, weil sie fasziniert sind von der Technik, von der (be­grenzten) Macht des Menschen über die Maschine, von der Geschwindigkeit. Wer einmal auf der Tribüne sitzt, kann sich dem Flair der Veranstaltung schwer­lich entziehen. Doch: Ist diese Art von Sport heute wirklich noch zeitgemäß? Die Menschen leiden unter dem Lärm in den Städten, sie leiden unter schlechter Luft. Warum also einer Faszination anhängen, die dazu beiträgt und dann auch noch gefährlich ist? Andererseits: Treibhausgase verursacht schließ­lich jeder, der mit dem Auto unter­wegs ist. Und lebensgefährlich kann auch Skifahren sein.

Gabi Eisenack

Sind Autorennen noch zeitgemäß?

Böllerverbot für die Altstadt?

So manchem Besucher, der in der Silvesternacht in der Altstadt unterwegs war, wurde angst und bange: Schließlich zischten Rake­ten und Kracher (Foto: Ralf Rödel)  inmitten der dicht gedrängten Menschen in alle Richtungen. Weil die Freunde des Feuerwerks ihre Böller allzu rücksichtslos in die Gegend war­fen, überkam viele Besucher ein mulmiges Gefühl. Sie fühlten sich akut gefährdet.
Doch es sind nicht nur solche Sicherheitsaspekte, die die Grü­nen im Nürnberger Stadtrat jetzt dazu bewogen haben, für eine feu­erwerksfreie Altstadt zu plädie­ren. Schließlich besteht auch die Gefahr, dass Kirchen und histori­sche Gebäude beschädigt werden. Die Gemeinde St.Lorenz beklagt zum Beispiel die hohen Kosten, die alljährlich entstehen, nur um das Kirchendach zu reinigen. 4000 Euro muss die Kirche hier­für berappen. Ein Feuerwerksver­bot auf der Burg besteht bereits, vielleicht müsste dieses ausgewei­tet werden, meinen Beobachter, denen die Knallerei im Zentrum auf den Keks geht.
Die Grünen bringen einen Aus­bau der böllerfreien Feierkultur, die durch das Silvestival ja schon bestehe, ins Spiel. Allerdings fin­det das Silvestival nur alle zwei Jahre statt – und das Kulturrefe­rat machte auch deutlich, dass es eine weitere Großveranstaltung nicht im jährlichen Turnus stem­men könne.
Es ist auch fraglich, ob man die Bürger schon wieder mit einem Verbot überziehen sollte oder die Stadt nicht die Spaßbremse spielt, wenn sie die ja nur einmal im Jahr stattfindende Böllerei untersagt.

Marco Puschner

Böllerverbot in der Altstadt?

Werden Sie die Beachvolleyballer vermissen?

beachLange wurde darüber debattiert, ob die Beachvolleyballer auf den Hauptmarkt dürfen. Jetzt hat das Hickhack ein Ende. Die Sponsoren der Smart Beach Tour wollen mit ihrem Event nun plötzlich gar nicht mehr nach Nürnberg. Die Stadt, so der Vorwurf, habe sich nicht klar genug zu dem Event (Foto: Horst Linke) bekannt. Im Gegensatz zu Nürnberg würden andere Städte extra Pakete schnüren, um die Veranstaltung austragen zu dürfen, so Frank Mackerodt, der Organisator der sandigen Tour. Statt aber – wie andere Städte – Geld zu bezahlen oder geldwerte Vorteile zu gewähren, würde Nürnberg sogar eine Platzmiete für den Hauptmarkt verlangen. Das und die anhaltende Kritik an dem Spektakel, haben nun dazu geführt, dass die Tour nun doch nicht mehr in Nürnberg Station machen wird.

Sportbürgermeister Klemens Gsell machte seinem Ärger Luft: „Damit wird dokumentiert, dass die negative Diskussion im vergangenen Sommer dem Veranstaltungsstandort Nürnberg schwer geschadet hat.“ Damals hatte der Bürgerverein Nürnberg-Altstadt zusammen mit den Altstadtfreunden und der Stadtheimatpflegerin Kritik an der Veranstaltung geübt. Viel zu werblich und marktschreierisch sei das Spektakel, hieß es damals. Nachdem die Stadtspitze dann das Aus für die Veranstaltung beschlossen hatte, machte sie einen Rückzieher. Mit einem veränderten Konzept und weniger Werbung könne das Event 2016 noch einmal stattfinden, hieß es im Herbst. Dass die Veranstalter nun gar nicht mehr auf den Hauptmarkt wollen, findet Oberbürgermeister Ulrich Maly „bedauerlich“. Vor allem vor dem Hintergrund, dass man sich so viel Ärger eingehandelt habe, um die Veranstaltung doch ermöglichen zu können, sei die Entscheidung „sehr schade“.

Was meinen Sie? Werden Sie die Beachvolleyballer vermissen? Hat die Diskussion um die Eventisierung des Hauptmarktes der Stadt geschadet? Soll Nürnberg Geld bezahlen, um künftig für Großveranstaltungen attraktiver zu werden?

Julia Vogl

Bedauern Sie das Aus für das Altstadtrennen?

altstadtrennenNach dem Ende der „fetten Jahre“ in den 1990ern, als Radsport in Deutschland unheimlich populär war, mussten die Fans mehrfach schon um die Zukunft des Altstadtrennens zittern. Durch die Kooperation mit der Bayern-Rundfahrt konnte die Veranstaltung ab 2013 noch einmal für drei weitere Auflagen gerettet werden, so dass das Nürnberger Radrennen heuer immerhin das 25. Jubiläum erlebte. Nun aber ist den Veranstaltern der Bayern-Rundfahrt selbst das Geld ausgegangen – als Konsequenz ist auch die Schlussetappe in Nürnberg Geschichte. Die Stadt hat eine Großveranstaltung weniger.

Neben den Radsportfreunden, die die Strecke säumten und den Profis zuschauten, mögen das auch die vielen Freizeitsportler bedauern, die bei den „Jedermann-Rennen“ begeistert mitmachten und die an Wettbewerben wie „Run and Bike“ ihren Spaß hatten. Diejenigen, die Nürnberg als unattraktiv diffamieren, haben nun vielleicht ein Argument mehr.

Auf der anderen Seite waren mit dem Rennen auch massive Einschränkungen für die Bürger verbunden, musste doch die Altstadt weitgehend gesperrt werden. Und dann stellt sich obendrein die Frage, ob die ewige Wiederholung der immer gleichen Großveranstaltungen nicht auch Langeweile erzeugt: Jedes Jahr Blaue Nacht, jedes Jahr Rock im Park, jedes Jahr Bardentreffen, jedes Jahr Norisring, jedes Jahr Stadtverführungen und bisher auch alljährlich ein Radrennen. Das fällt nun weg. Was im besten Fall Stadtrat und -verwaltung vielleicht den Anstoß gibt, sich mal etwas Neues auszudenken. Insofern könnte das Ende auch in einen Aufbruch münden.

Marco Puschner

Wir wollen deshalb in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen:

Bedauern Sie das Aus für das Altstadtrennen?

Beachvolleyball – Verliert Maly an Glaubwürdigkeit?

Die NZ titelte Mitte August dieses Jahres: Maly sprach Machtwort – Aus für Volleyball auf dem Hauptmarkt (Foto: Horst Linke). Drei Monate später lautet die Überschrift in der NZ so: Beachvolleyball-Turnier findet 2016 noch einmal auf dem Hauptmarkt statt – Sandspektakel geht in neue Runde. Der Bürgerverein Nürnberg-Altstadt ist nun sauer, aus der Zeitung zu erfahren, „dass alle bisherigen Zusagen, die Events auf dem Hauptmarkt künftig zu reduzieren, von der Stadtspitze nicht wirklich ernst gemeint waren“.
Aus einem „Machtwort“ des OB gegen das Beachvolleyball 2016 auf dem Hauptmarkt sei jetzt eine Ausweitung der Events geworden, die der Öffentlichkeit gar als „Kompromiss“ verkauft werden sollte. Für Elisabeth Most, Bürgervereinsvorsitzende der Altstadt, steht der „große Verlierer“ dieser Diskussion um den Öffentlichen Raum fest. Verloren hätte nämlich die „Glaubwürdigkeit öffentlicher Zusagen der Stadtspitze“. Und da sich an der Spitze der Stadtspitze Oberbürgermeister Ulrich Maly befindet, ist klar, in welche Richtung hier die Speerspitze gerichtet ist. Hier holt Maly auch das Wort „Machtwort“ wieder ein, das er zwar selber gar nicht benutzt hat, in diesem Zusammenhang aber eifrig verwendet wurde.

Wohl nicht ganz zu Unrecht. Versteht man unter „Machtwort“ doch die endgültige Entscheidung eines Entscheidungsträgers „am Ende einer fruchtlosen Diskussion“.
Viele jüngere Menschen waren von dem Beachvolleyball auf dem Hauptmarkt begeistert. Wohingegen die Begeisterung vieler älterer Nürnberger überschaubar war. Der Stadtverband Nürnberg der Jungen Union wiederum sprach sich für einen Hauptmarkt aus, der allen offenstehen und sich nicht auf die Bedürfnisse einer Gruppe beschränken sollte. Alles andere wäre „die Selbstverzwergung“ eines Großraums mit über einer halben Million Menschen.
Nun also im kommenden Jahr noch einmal – und letztmalig (?) – „der große Sandzwerg“ auf dem Hauptmarkt. Für den Bürgerverein Nürnberg Altstadt steht indes fest: „Ganz gleich, wie die Verhandlungen um Veranstaltungen auf dem Hauptmarkt auch immer ausgehen, waren die Aussagen andere, in der Öffentlichkeit, in Briefen oder in der Bürgersammlung.“
Wir wollen deshalb in unserer Frage der Woche von Ihnen wissen: Beachvolleyball – verliert Maly Glaubwürdigkeit? In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter www.nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren. Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „FSW: Soll die Stadt auf den BN zugehen?“ Teilgenommen haben 2162 Leser. Mit Ja antworteten 56,3 Prozent, mit Nein 43,7. Prozent.

Dieter Wegener

 

Beachvolleyball - Verliert Maly Glaubwürdigkeit?

Soll es auf Einwegbecher Pfand geben?

Nach der wohl nicht unberechtigten Aufregung um die Plastikbeutel ist jetzt das „Coffee to go“ im Pappbecher (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert) im Brennpunkt der Kritik. „Coffee-to-go“ – bevor einige Leser, verständlicherweise, einen dicken Hals bekommen: Gemeint ist damit „Kaffee zum Mitnehmen“. Auch in Nürnberg ist dies, gerade in den Vormittagsstunden, häufig zu sehen. Auf dem Weg zur Arbeit marschieren viele Menschen mit dem Wegwerf-Kaffeebecher durch die Altstadt. Dieser landet dann später im Müll des Arbeitgebers oder in einem der städtischen Abfallbehälter.
Schlechtestenfalls finden sich diese, Jürgen Resch zufolge, „kunststoffbeschichteten Zombies“ in Parks, Flüssen und Seen wieder. Der Bundesgeschäftsführer Deutsche Umwelthilfe äußerte jüngst dazu: „Coffee-to-go-Becher sind ein wahrer Fluch für die Umwelt.“

Die aktuellen Zahlen lassen diesen Satz nicht übertrieben erscheinen. Stündlich landen 320 000 Pappbecher in Deutschland im Müll. Das sind also 7,68 Millionen am Tag. Am Ende eines Jahres kommt man auf die Zahl von 2,8 Milliarden. Resch rechnete aus, dass für die Produktion dieser Anzahl an Wegwerfbechern jährlich eine Energiemenge nötig sei, mit der man eine Kleinstadt versorgen könnte.
Einweg-Plastiktüten muss der Kunde mittlerweile in den meisten Geschäften extra bezahlen. Einige Abgeordnete und Umweltschützer haben nun bereits eine Abgabe von 20 Cent für den Wegwerf-Kaffeebecher gefordert. Davon sind natürlich die Verkäufer nicht begeistert – und viele Kunden auch nicht.
Bei der Bundesregierung hält sich der Zuspruch dafür ebenfalls in engen Grenzen. So will Bundesumweltministerin Barbara Hendricks keine Abgabe für Einwegbecher einführen. Dies könnte nach ihrer Meinung als Steuererhöhung gewertet werden. Wohingegen andere meinen, dies könnte als deutliches Signal gewertet werden, die Umwelt nicht noch mehr mit Kunststoff zu versauen.

Dieter Wegner

Soll es auf Einwegbecher Pfand geben?

Sollen Sportveranstaltungen auf dem Hauptmarkt bleiben?

Für viele ist der Nürnberger Hauptmarkt die „gute Stube“ der Stadt. Ob es darin eher lebhaft zugehen soll oder doch lieber stiller, darüber gehen die Ansichten weit auseinander. Neuen Gesprächsstoff lieferte eine Entscheidung von Oberbürgermeister Ulrich Maly. Er hatte der Neuauflage des Smart-Beach-Volleyball-Cups (Foto: Horst Linke) für das kommende Jahr eine Absage erteilt. Man könne für die Veranstaltung einen anderen Ort suchen, auf dem Hauptmarkt werden die Bälle jedoch nicht mehr fliegen. Die Begründung für die Entscheidung lautete, dass bei dem Volleyballturnier die Werbung – unter anderem für ein Auto – im Vordergrund stehe und nicht der Sport.

Der Beachvolleyball-Wettbewerb war nicht das einzige Sport-Event im Herzen der Stadt. Wenige Wochen zuvor hatten die Weitsprung-Wettkämpfe im Rahmen der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften auf dem Hauptmarkt stattgefunden, ein Jahr zuvor zeigten Mountainbiker beim „Red Bull District Ride“ ihr Können. Der Aufwand für eine solche sportive Veranstaltung ist meist enorm, riesige Anlagen und Tribünen müssen aufgebaut werden, beim Beachvolleyball Berge von Sand herangefahren werden. Hinzu kommen – oft zum Missfallen der Touristen und vieler Bürger – Werbebanner, -fahnen, -plakate, -aufbauten. Insgesamt war der Hauptmarkt im Jahr 2015 an 17 Tagen, inklusive Auf- und Abbau, wegen Sportveranstaltungen für die Markthändler nicht nutzbar. Weitere Veranstaltungen – ohne Sport – belegten den Hauptmarkt an 132 Tagen, darunter das Bardentreffen, Trempel- und Spezialmärkte.
Manch einer hat kein Verständnis dafür, dass es den Beach-Volleyball-Cup dort nicht mehr geben soll, andere begrüßen die Entscheidung Malys und argumentieren, Sportveranstaltungen, bei denen eher der Eventcharakter im Vordergrund steht, gehörten in Stadien, vielleicht noch in Parks oder auf das Flughafengelände. Wie sehen Sie das?

Claudia Urbasek

Sollen Sportveranstaltungen auf dem Hauptmarkt bleiben?