Max-Morlock-Stadion: Kommt das Geld zusammen?

Am Freitag freute sich die Consorsbank in einer Pressemitteilung darüber, dass die Zehn-Prozent-Marke geknackt sei. Von den 800.000 Euro, die die Fans für die Umbenennung der Club-Spielstätte in Max-Morlock-Stadion springen lassen müssen, sind demnach bereits 80.000 Euro zusammengekommen. Jetzt am Sonntagnachmittag lag die Summe schon bei fast 95.000 Euro.

„Noch ist es ein langer Weg zur Zielerreichung“, schreiben die Verantwortlichen der Crowdfunding-Kampagne „Maxgemeinsam“ (Foto: Sportfoto Zink) jedoch selbst in ihrer Mitteilung. Rund 700.000 Euro fehlen noch, damit der Traum der Fans des 1.FC Nürnberg Wirklichkeit werden kann und das Stadion nach Club-Rekordspieler Morlock, dem Weltmeister von 1954, benannt werden kann. Skeptiker meinen, dass die Bank die Trauben zu hoch gehängt hat und die Initiative scheitert. Andere vertrauen darauf, dass die Fans fleißig genug spenden werden und es am Ende klappen wird. Manche sind auch der Meinung, dass das Geldinstitut einen „Joker“ in der Hinterhand hat und am Ende in irgendeiner Form dafür sorgen wird, dass die Marke 800.000 erreicht wird.

Marco Puschner

Max-Morlock-Stadion: Kommt das Geld zusammen?

  • Nein (86%, 19 Stimmen)
  • Ja (14%, 3 Stimmen)

Wähler insgesamt: 22

EM 2024: Soll Nürnberg sich bewerben?

Noch ist es nur eine Interessenbekundung, die förmliche Bewerbung steht noch aus. Aber die Stadt Nürnberg hat schon mal klargemacht, dass sie offen dafür ist, bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 wieder ihr Stadion zur Verfügung zu stellen. Wer an die Begeisterung zurückdenkt, die etwa die Fans aus den Niederlanden oder aus Trinidad/Tobago bei der Weltmeisterschaft im Jahr 2006 in die Stadt brachten, wird wohl eine Bewerbung auf den ersten Blick gut finden. Die vielen Touristen brächten natürlich auch Geld in die Stadt. Zudem käme durch eine solche Bewerbung neuer Schwung in die Debatte um die Modernisierung des Stadions. Doch da fangen die Probleme auch schon an: Die Stadt als Eigentümer kann sich den Umbau nicht leisten, der Club wohl auch nicht. Es ginge nur mit einem privaten Investor. Zudem könnte es sein, dass dem sportlichen Großereignis die Laufbahn im Stadion geopfert werden müsste – denn es steht zumindest zu befürchten, dass von Berlin abgesehen nur reine Fußballstadien den Zuschlag erhalten, weil der DFB sich in diesen Arenen mehr Stimmung verspricht. Für die Freunde der Leichtathletik wäre dies ein Schlag ins Kontor.

Marco Puschner

 

EM 2024: Soll Nürnberg sich bewerben?

Club: Soll der Profibereich ausgegliedert werden?

„Wir Clubfans brauchen den Erfolg nicht auf Teufel komm‘ raus, wir können warten“, wurde Christian Mössner von den Ultras Nürnberg in der NZ zitiert. Anlass war eine Diskussionsveranstaltung, ob überhaupt und wie die Fußball-Profi-Abteilung des 1. FC Nürnberg vom normalen Verein ausgegliedert werden kann. Der Club ist immer noch als eingetragener Verein mit einem Aufsichtsrat aufgestellt, das macht Entscheidungen schwieriger und vor allem dauern sie länger. Die Aufsichtsräte müssen sich dann vor der Jahreshauptversammlung des Vereins, die nicht immer rationalen Regeln folgt, verantworten. Der frühere Sportvorstand Martin Bader konnte die Emotionen der Fans zu seinen Gunsten steuern und blieb deshalb auch für viel zu lange im Amt. Allerdings sind solche Abstimmungsdramen bei Mitgliederversammlungen auch gelebte Vereinsdemokratie.
Viele der Fußballprofi-Vereine der ersten und zweiten Liga organisieren sich aber anders. Die ausgegliederten Profi-Bereiche gehören dann zwar noch zu den Vereinen oder die Vereine halten Aktien von den selbständigen Gesellschaften, doch die eigentlichen Entscheidungen treffen nur Fachleute im kleinen Kreis. Neben der effizienteren Entscheidungsfindung hat das Modell auch noch Vorzüge, wenn es um die Finanzierung von Spielern und um den Umgang mit Krediten geht.
Sieht man einmal von 1860 München oder dem HSV ab, die desolat gewirtschaftet haben und deshalb abhängig von Geldgebern sind, haben die Vereine mit einem ausgegliederten Profibereich mehr Erfolge und können noch am ehesten Spitzenfußball bieten als Vereine mit einer traditionellen Struktur.
Die Formulierung, dass man in Nürnberg, wenn man nichts ändert, etwas länger auf den Erfolg warten muss, wäre dann wahrscheinlich zu erweitern: Der Erfolg kann gar nicht mehr kommen, weil der Club wirtschaftlich mit Vereinen, selbst wenn sie kleiner sind, mithalten kann. Das Modell, das der 1. FC Nürnberg anpeilt würde aber kein reines Aktienmodell sein: Am Ende würde immer die Stimme des Vereinsvorsitzenden den Ausschlag geben.

André Fischer

Club: Soll der Profibereich ausgegliedert werden?

War Wolfs Entlassung richtig?

Das Aus für den Club-Fußballchef Wolfgang Wolf (Foto: Zink) kam nicht überraschend: Nachdem klar war, dass der 1. FC Nürnberg einen neuen Sportvorstand von außen holen will, wackelte der Stuhl des 2014 zurückgeholten ehemaligen FCN-Trainers.
Wolf kam nach dem Abstieg des Vereins aus der Bundesliga, weil er mit seinem Fußball-Sachverstand Sportvorstand Martin Bader entlasten sollte, dem Kritiker vorwerfen, auf diesem Gebiet Schwächen zu haben. In der Tat hatten sich in der Zeit nach dem Abschied von Trainer Dieter Hecking im Dezember 2012 die Fehler bei Spielertransfers gehäuft. Der neue Sportvorstand Andreas Bornemann hat – wenn auch nicht gerade lange – in der Bundesliga gekickt, insofern braucht er nicht zusätzlich einen Fußball-Abteilungsleiter, der ihm zur Seite gestellt wird. So wurde die Stelle ersatzlos gestrichen, was zunächst plausibel erscheint. Zudem vermeidet der Club ein weiteres Kompetenzgerangel – schon das Zusammenspiel zwischen Bader und Wolf hat nicht wirklich geklappt. Auf der anderen Seite geht die Zeit der Alleinherrscher im Profifußball zu Ende, das sieht man an den großen Trainerstäben der Vereine. Auch im Management können Profiklubs mehrere kluge Köpfe brauchen. Deswegen wäre es vielleicht sinnvoll gewesen, eine Kooperation der beiden Ex-Profis zumindest auszuprobieren, bevor man Wolf – zudem wenig stilvoll – den Stuhl vor die Tür stellt.

Marco Puschner

War Wolfs Entlassung richtig?

Eventpalast: Was kommt da auf die Anwohner zu?

eventpalastDen Fluglärm müssen sie eh schon erdulden, jetzt befürchten die Anwohner in Almoshof und Lohe, dass sie künftig auch noch ständig Partylärm hören müssen. Warum? Weil die Eventagentur werk:b einen ganzjährigen „Eventpalast“ plant. Und weil eine andere Tageszeitung einen Artikel geschrieben hat, der den Eventpalast als lärmendes Monstrum erscheinen lässt. Bei einer Informationsveranstaltung bemühten sich die Veranstalter, Verantwortliche der Stadt und des Flughafens nun um einen echten Dialog mit den Bürgern. Keine Halligalli-Vollgas-Feiern, dafür viele Messen, Konferenzen und Ausstellungen – so stellen sich die Veranstalter ihr Projekt zumindest vor. Nur ab und zu soll das geplante Edelzelt (auf dem Foto sieht man schon mal, wie werk:b es sich vorstellt), das fünf Jahre lang am Flughafen bleiben soll, wirklich maximal ausgelastet werden. Maximal, das heißt mit 2500 Menschen. Sollten sich die Anwohner gestört fühlen, dürfen sie sich – wie zu WM-Zeiten auch – jederzeit an eine Beschwerde-Hotline wenden. Damit es gar nicht so weit kommt, will werk:b dafür sorgen, dass auf die Anwohner möglichst wenig Probleme zukommen. Günstige Parkmöglichkeiten sollen etwa verhindern, dass Gäste der Veranstaltungen ihre Autos irgendwo im Acker abstellen.

„In Nürnberg braucht es eine Veranstaltungsfläche in dieser Größe“, sagt Christian Kohlert von werk:b. Gibt es sie nicht, so könne es passieren, dass Veranstalter in andere Städte ausweichen. Welche Folgen das für die Anwohner tatsächlich hat, muss sich erst noch zeigen. Fürs erste zeigten sie sich nach der Informationsveranstaltung erst einmal beruhigt. Wie aber sehen Sie das? Was muss beim Bau des Edelzeltes unbedingt beachtet werden, um die Feierei für alle Seiten möglichst angenehm zu gestalten?

Julia Vogl

 

Club: Wird die neue Saison sorgenfrei?

Den ersten Warnschuss vor den Bug hat der 1. FC Nürnberg schon bekommen: Ein peinliches Pokal-Aus in Havelse. Zudem sind mit dem torgefährlichen Didavi und Verteidiger Wollscheid wieder mal zwei wichtige Leistungsträger gegangen. Es könnte also durchaus wieder eine schwierige Saison drohen.

Andererseits war der Umbruch im vergangenen Jahr viel gravierender, zudem gibt es zahlreiche Mannschaften, die auf dem Papier von ihren Kadern her zumindest nicht stärker scheinen als der Club: etwa Augsburg, Freiburg, Mainz, Düsseldorf, der traditionsreiche Bundesliga-Dinosaurier HSV oder nicht zuletzt auch der fränkische Nachbar, die SpVgg Greuther Fürth.

Und was Havelse betrifft: Dort hat sich der 1.FC Nürnberg, damals unter der Regie des inzwischen verstorbenen Trainers Willi Entenmann, schon einmal blamiert. 1991 folgte ein Aus im Elfmeterschießen. Doch der Club spielte danach mit seinen damaligen Leistungsträgern wie Sergio Zarate, Dieter Eckstein, Andre Golke oder Andreas Köpke eine ganz sorgenfreie Saison, in der er sogar lange auf einen Uefa-Cup-Platz hoffen konnte und am Ende Siebter wurde.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Club: Wird die neue Saison sorgenfrei?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf www.nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Wird die Not der Flüchtlinge unterschätzt?“ Mit Ja antworteten 29 Prozent, mit Nein 71 Prozent.

Wen stellen wir nach oben?

Über den Aufstieg der Fürther freuen sich nicht alle. Viele Clubfans zum Beispiel. Sogar die Journalisten in der Region haben damit ihre Probleme. Die Spielvereinigung auf Augenhöhe mit dem „Ruhmreichen“, wie soll das denn praktisch aussehen? Wir haben schließlich nur einen Aufmacher im Sportteil oder auf unserer Internetseite. Also müssen wir uns entscheiden, wen stellen wir nach oben und wen nach unten, den Club oder die Spielvereinigung.

Eine Gleichheit von Meldungen herstellen, das widerspricht nämlich dem Selbstverständnis der Medien. Die müssen gewichten. Gleichheit gibt es ohnehin nicht. Auch hier: Der Club begreift sich nach wie vor als Nummer 1 in der Region, liegt aber nicht nur in der eigenen Einschätzung, sondern auch bei den Zuschauerzahlen oder beim Umsatz vorne und — nicht zuletzt — bei den sportlichen Erfolgen in der Fußballhistorie.

Eine ähnliche Argumentation vertritt allerdings auch der Bayerische Rundfunk, wenn ihm von Fans des FCN — oder neuerdings des FC Augsburg — vorgeworfen wird, die meiste Sendezeit dem FC Bayern München zu widmen und die anderen bayerischen Bundesligavereine zu vernachlässigen. Und selbst Clubfans wollen ungern mit den Bayern verglichen werden.

Man könnte freilich auch ergebnisorientiert herangehen. Mit einem 2:0-Sieg würde das Kleeblatt zur Topmeldung, wenn der Club gleichzeitig nur 1:0 gewinnt. Schafft der das allerdings gegen den BVB und Fürth nur gegen Mainz, was dann?

Vielleicht machen wir uns aber einfach nur zu viele Gedanken. Immerhin gilt auch: Suchen hält fit, gleich finden macht träge.

Was meinen Sie?

Haben Sie Mitleid mit dem FC Bayern?

Welt verkehrt: Der Club schaut sich die Abstiegszone durch das Fernglas an, die Bayern benötigen eben dieses, um nach dem Titel zu blicken. Symptomatisch dafür war der 25. Spieltag am 5.März: Während die Club-Spieler St. Pauli mit 5:0 abschossen und danach vor Freude auf dem Rasen hüpften, schlichen die Spieler des FC Bayern nach der bitteren Schlappe gegen Hannover 96 (1:3) mit hängenden Köpfen vom Platz.

Sie ließen auf der Tribüne ratlose und entsetzte Bayernbosse zurück, die das Unglück nicht fassen konnten.

Drei Tage zuvor mussten die Bayern noch das bittere DFB-Pokal-Aus gegen Schalke hinnehmen. Und dann der 15. März: Gegen Inter Mailand überzeugend und überlegen gespielt, und dann noch mit 2:3 verloren – die Bayern hatten sich selbst geschlagen. Da verschlug es dem Sky-Kommentator beinahe die Sprache. „Sie haben das Spiel verhühnert, den Gegner am Ende starkgemacht“, blieb ihm noch zu sagen.

Und wer noch länger vor dem Fernseher ausharrte, sah nach Spielende, wie Müller wutentbrannt die Hände in den Rasen krallte, einen Schweinsteiger, der fast noch eine Tätlichkeit gegenüber einem gegnerischen Spieler verübte und dann, wenige Minuten später, beim Interview mit der Fassung und den Tränen kämpfte. Das 6:0-Schützenfest gegen den HSV am 12. März erwies sich in dieser Dominanz als Eintagsfliege.

Letztlich brachte ausgerechnet der Club das Fass schließlich zum Überlaufen: Das Unentschieden mit dem kuriosesten Tor der Saison kostete Bayerntrainer van Gaal den Job und München vielleicht die Chance auf eine Champions-League-Teilnahme. Der amtierende deutsche Fußballmeister, Rekordmeister sowie Rekordsieger im DFB-Pokal, Ligapokal und Supercup, im Profifußball der erfolgreichste deutsche Fußballverein, muss nun – vollkommen ungewohnt – sehr kleine Brötchen backen. Im kommenden Jahr findet das Champions-League-Finale in München statt – mit den Bayern auf der Zuschauertribüne? Die Aussichten sind trübe, auch wenn die Mannschaft gestern ein 5:1-Torfestival gegen Bayer Leverkusen feiern konnte. Die großen Ziele hat der FC Bayern München schon verpasst – die Enttäuschung ist riesengroß. Nürnbergs „Lieblingsfeind“ steckt also in der Bredouille – die Kicker im FCN-Dress haben darin übrigens sehr viel Erfahrung…

Natürlich wird sich der eine oder andere (oder gar sehr viele?) der Club-Fans ob des Debakels der Bayern die Hände vor lauter Schadenfreude rot reiben. „Hochmut kommt vor dem Fall“, ist an Stammtischen in den letzten Tagen zu hören.

Andererseits sollte nicht vergessen werden, dass sich die Bayernführung gegenüber dem Club meistens sehr fair verhalten hat. Und nicht zu vergessen ist auch, dass der Club dank des FC Bayern München mit der Ausleihe des Mittelfeldspielers Mehmet Ekici eindeutig verstärkt werden konnte.

Solche Nettigkeiten werden auch künftig nur von einem starken FC Bayern zu erwarten sein. Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: Haben Sie mit dem FC Bayern Mitleid?

Geben Sie Ihr Votum bitte auf www.nz.de/nz-dialog ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Soll der ganze Hauptmarkt umgestaltet werden?“ Mit Ja antworteten 37 Prozent, mit Nein 63 Prozent.
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