Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?

Seit Mitte dieser Woche gibt es auf dem Hauptmarkt Bestuhlung. 16 Stühle, acht Bänke und vier Tische hat das Marktamt dort aufgestellt. Damit wollen die Stadt Nürnberg und die Markthändler den Platz für Bürger attraktiver machen.
Tatsächlich könnten die neu geschaffenen Sitzgelegenheiten für eine längere und angenehmere Verweildauer auf dem Marktplatz sorgen (Foto: Roland Fengler). Hier können die Menschen sich ausruhen, etwas essen, miteinander ins Gesrpäch kommen. Sie haben auch die Möglichkeit, die Möbel zu verschieben und eigenen Bedürfnissen anzupassen. Jeder kann selbst entscheiden, ob er neben einem Unbekannten auf einer Bank Platz nehmen mag oder den Stuhl etwas weiter weg schiebt, um dort seine Ruhe zu haben.
Bei der Wahl der Möbel hat sich das Marktamt für eine pragmatische Variante entschieden. Die Möbel sind pflegeleicht, robust und stapelbar. Sie wurden auch günstig angeschafft, weil es sich bei der Initiative um einen Test handelt. Die Stadt Nürnberg will beobachten, wie die neuen Sitzgelegenheiten bei den Menschen ankommen. Die Stühle, aber vor allem Tische und Bänke sehen daher entsprechend einfach aus und bringen die Biergartenatmosphäre zwischen dem Schönen Brunnen und der Frauenkirche. außerdem besteht die Gefahr, dass die einzelnen Möbel so auf dem Platz verteilt werden, dass der Ort chaotisch wirken könnte.
Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?“ In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren.

Ella Schindler

"Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?"

 

Fahrradstraßen: Sind sie sinnvoll?

Nürnberg soll für Radler attraktiver werden – auch mit Hilfe von Fahrradstraßen, die den Radverkehr bündeln. Die Straßenzüge, die das Verkehrsplanungsamt dafür ausgewählt hat, sind jetzt schon Teil der bei Radlern beliebten Routen durch die Stadt. Sie haben insgesamt eine Länge von 15 Kilometern. Radfahrer haben auf diesen Straßen an Einmündungen Vorfahrt, sie dürfen auch nebeneinander fahren. Außerdem gilt Tempo 30. Damit sollen noch mehr Bürger dazu bewegt werden, ihr Auto auch mal stehenzulassen. Schließlich wird die Stadt so vom Verkehr entlastet und damit auch die Luft besser – denn auch Nürnberg hat ein Problem mit erhöhten Stickoxidwerten.

Der Vorteil für die Fahrradfahrer: Sie kommen schneller und sicherer voran. Laut einer Untersuchung der deutschen Versicherungswirtschaft ist die Verkehrssicherheit auf Fahrradstraßen „positiv zu bewerten“.

Auf rund 750.000 Euro werden die Kosten für die Einrichtung der Fahrradstraßen in Nürnberg geschätzt. Kritische Stimmen finden, dass das Geld besser in neuen Radwegen angelegt wäre. Ihnen scheint es sicherer, wenn Fahrrad- und Autofahrer auf klar voneinander getrennten Wegen unterwegs sind. Was die Versicherungswirtschaft in ihrer Studie auch festgestellt hat: das Tempolimit von 30 km/h wird häufig überschritten.

Gabi Eisenack

Fahrradstraßen: Sind sie sinnvoll?

Kann der Club den Klassenerhalt schaffen?

„Auf jeden Aufstieg“, meinte Achim Stocker einmal weise, „folgt auch wieder ein Abstieg.“ Der inzwischen verstorbene damalige Präsident des SC Freiburg wusste, wovon er sprach. Viermal mussten die Breisgauer das Oberhaus, in das sie erstmals 1993 einzogen, wieder verlassen, zuletzt 2015. An diesem Wochenende durfte gejubelt werden, die Retttung glückte knapp, aber die Bundesliga bleibt für den SC ein Drahtseilakt.

Nun ist Freiburg zugegeben ein klassischer Underdog. Aber auch ein einstmals so arrivierter Verein wie der 1.FC Köln, zwischen 1963 und 1998 ununterbrochen erstklassig, kommt seit dem ersten Abstieg vor 20 Jahren nicht mehr aus dem Fahrstuhl heraus. Heuer geht es bereits zum sechsten Mal eine Etage tiefer.

Der Club hat sogar acht Abstiege aus der Bundesliga auf dem Konto – Rekord. Folgt in der kommenden Spielzeit die Nummer neun? Es wird jedenfalls keine einfache Aufgabe, den Ligaerhalt zu bewerkstelligen. Zumal mit Kevin Möhwald ein Leistungsträger Abschied nimmt. Auf der anderen Seite scheinen alle anderen Stammspieler zu bleiben, so dass der 1.FC Nürnberg die Mission Klassenerhalt mit einem eingespielten Ensemble angehen kann. Und mit Vereinen wie Mainz, Augsburg, Hannover oder eben Freiburg müsste das Team von Trainer Michael Köllner doch einigermaßen mithalten können. Vielleicht wird es davon abhängen, ob der ruhmreiche Altmeister die Euphorie des Aufstiegsjahres in die neue Saison hinüberretten kann.

Marco Puschner

Kann der Club den Klassenerhalt schaffen?

Skandale: Ist Olympia noch attraktiv?

Wenn der olympische Gedanke noch nicht tot ist, so kränkelt er zumindest chronisch. Nicht erst jetzt, wenige Tage vor Beginn der Winterspiele in Südkorea, mehren sich wieder die ablehnenden Stimmen. Olympia – ist das eigentlich etwas anderes als eine Dauerwerbesendung und ein Konjunkturprogramm für die Baubranche? Und sollte das Publikum nicht besser ins örtliche Stadttheater gehen, wenn es eine Tragikomödie über Betrug und Bestechlichkeit des Menschen sehen will?

Nach den dopingverseuchten Radrennen und der ins Zwielicht geratenen Fifa hat mittlerweile auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Ansehen schwer gelitten. Es bekommt die Doping-Probleme nicht in den Griff, im Gegenteil. Der Umgang mit betroffenen Teilnehmern aus Russland war halbherzig, jetzt hebeln auch noch Sportrichter verhängte Sperren wieder aus. Skirennfahrer Felix Neureuther tat am Wochenende in einem Interview nicht als Erster sein Unbehagen kund. Der Glanz der Medaillen verblasse, kritisiert er, weil das Programm aufgebläht und kommerziell sei. Die Athleten selbst müssten endlich protestieren.

Was gibt es überhaupt noch Gutes über Olympia zu sagen, von der Traditionswahrung abgesehen? Vielleicht dass der Sport in einer mehr denn je zerstrittenen Welt eines der letzten Instrumente für Völkerverständigung darstellen kann – gerade im Fall der beiden Koreas? Oder der Bildungsaspekt. Als Zuschauer kann man abwegige Sportarten entdecken, atemberaubende Spitzenleistungen sauberer Athleten bewundern, von denen sich zu Hause auf dem Sofa nur träumen lässt. Olympia war immer auch Unterhaltung und Emotion. (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Isabel Lauer

Skandale: Ist Olympia noch attraktiv?

Radschnellwege – eine gute Idee?

Im Großraum Nürnberg könnte es künftig Radschnellwege geben. Zumindest empfehlen es drei Planungsbüros in einer Machbarkeitsstudie. Diese Woche wurden die Ergebnisse vorgestellt. Sieben Strecken haben die Experten genau untersucht. Ob alle gebaut werden, ist noch offen. Die Zuständigkeiten sowie die Finanzierung wären noch zu klären. Die Stadt Nürnberg verspricht sich einiges von den Radschnellwegen und zeigt sich zuversichtlich, dass die Bürger sie annehmen, auch, weil immer mehr von ihnen E-Bikes und Pedelecs nutzen.

Doch ob die Menschen tatsächlich diesen Schritt tun, ist ungewiss. Hinzu kommt, dass die Strecken einiges kosten. Sollten alle sieben Routen gebaut werden, würden rund 150 Millionen Euro dafür anfallen, hieß es bei der Vorstellung der Studie.

Doch die Schätzung von heute bedeutet nicht immer die Realität von morgen: Es ist anzunehmen, dass die Kosten eher noch steigen – für die Baumaßnahmen und für die Grundstücke, die den Besitzern abgekauft werden müssten, um dort die Strecken zu legen. Auch wenn es Förderungen für den Bau möglich wären, wird das Vorhaben die Stadt etwas kosten. Um den Verkehr zu entlasten und die Umwelt zu schützen, könnte die Stadt dieses Geld stattdessen für den weiteren Ausbau der Radwege innerhalb der Stadt oder für die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Radschnellwege – Eine gute Idee?

Kaufen Sie jetzt mehr Eier aus der Region?

Die Lebensmittelbranche hat einen neuen Skandal: Nach Pferdefleisch-Lasagne und Listerien in der Wurst ist nun das Insektengift Fipronil in Eiern entdeckt worden. Das Mittel wurde offenbar in Belgien verbotenerweise einem Desinfektionsmittel für die Nutztierhaltung beigemischt – und kam auch in Ställen in den Niederlanden und in Deutschland zum Einsatz.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium schätzt, dass mehr als zehn Millionen aus den Niederlanden stammende belastete Eier in Deutschland verkauft worden seien. Hinzu kommen womöglich noch mehrere Zehntausende Eier aus Niedersachsen – dort war in vier Legehennenbetrieben Fipronil nachgewiesen worden. Auch Länder wie die Schweiz, Schweden und Großbritannien sind betroffen.

Für den Verbraucher besteht laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) durch den Verzehr von Eiern „keine konkrete“ Gesundheitsgefährdung. Bei Kindern sieht es anders aus: Beim Verzehr von zwei belasteten Eiern bestehe die Möglichkeit „einer gesundheitlichen Gefährdung“, heißt es. Inzwischen gab es auch die ersten Rückrufaktionen von Produkten mit verarbeiteten Eiern – betroffen waren Salate einer Firma aus Lübeck. Experten zufolge dürften auch in Mayonnaise und Eierlikör Fipronil-Rückstände zu finden sein.

Egal, welche Wendungen der aktuelle Eier-Skandal noch nimmt: Das Vertrauen in den globalisierten Lebensmittelmarkt ist wieder einmal erschüttert worden. Während mancher Verbraucher inzwischen resigniert hat, sind andere verängstigt und überdenken ihr Konsum- und Kaufverhalten. Bio-Betriebe in der Region melden bereits eine Nachfrage nach Eiern, die sie kaum noch bewältigen können. Der Betreiber eines Öko-Geflügelhofs im Nürnberger Land schätzt, dass in sechs bis acht Wochen alles wieder wie vorher ist – es bis dahin aber eine richtige Eierknappheit geben wird. Judith Horn; Foto: Udo Schuster

Kaufen Sie jetzt mehr Eier aus der Region?

Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Die Polizei hat dieses Jahr zusammen mit der Stadt Nürnberg ein neues Verkehrskonzept für das Klassik-Open-Air erarbeitet. So wurden einige Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt und der Verkehr umgeleitet (Foto: Michael Matejka). Die Polizei und die Stadt Nürnberg sahen im neuen Verkehrskonzept wichtige Verbesserungen: Die Maßnahme sollte die Sicherheit der Veranstaltung erhöhen.

Außerdem versprachen sich die Verantwortlichen mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger, die aufgrund der Zufahrtssperren die Straße einfach überqueren konnten. Andererseits erforderte die Umsetzung einen höheren Aufwand für die Polizei und einiges an Umstellungen für die Autofahrer, die nicht zum Klassik-Open-Air wollten. Ella Schindler

Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Nürnbergs neuer Konzertsaal: Passt der Standort?

Nürnberg bekommt einen neuen Konzertsaal, soweit der Plan seit Jahren. Interessanterweise haben wir an dieser Stelle schon einmal gefragt, ob der Standort gut gewählt ist. Zwei Jahre liegt das zurück, damals traf der Stadtrat die Grundsatzentscheidung, den Saal unmittelbar neben der Meistersingerhalle zu errichten. „Soll der Konzertsaal neben die Meistersingerhalle?“, fragten wir. 76,2 Prozent der Teilnehmer waren einverstanden, Nein sagten 23,8 Prozent.

Jetzt hat der Stadtrat seine Entscheidung präzisiert, und es folgt Gemurre. Der neue Saal soll an die Westseite, neben die Kleine Meistersingerhalle, kommen (siehe gelbe Markierung). Damit folgten die Stadtratsmitglieder der Empfehlung der Stadtverwaltung, die das Gelände ausgiebig prüfen ließ. Für so einen Prestige-Bau sei die Ecke Münchener Straße/Schultheißallee aber doch zu klein gedacht, monieren die ersten Bürger. Sie befürchten vor allem Verkehrschaos. Andere finden den nicht gerade lebendigen Stadtteil beim Luitpoldhain zu dezentral.

Die Verantwortlichen aus der Stadtregierung beruhigen: Selbst bei Doppelbespielung mit der Meistersingerhalle werde es genügend Parkplätze geben. Zwar würden die jetzigen 150 Parkplätze vor dem Parkhotel wegfallen. Aber entweder könnte der große Meistersingerhallen-Parkplatz um ein Parkdeck aufgestockt werden, oder, so die Hoffnung, das in die Jahre gekommene Hotel könnte irgendwann bei einer Sanierung seine Tiefgarage erweitern. Finanziell kündigt sich die Westseite sparsamer an als die Alternativstandorte rund um die Meistersingerhalle. Im Süden wäre der Eingriff in das Parkgelände ökologisch nicht zu vertreten. Im Osten würde ein neues Bauwerk gleichsam den Zugang zum Park versperren, außerdem bräuchte es mehr Schallschutz wegen der Anwohner.

Das Gebäude soll mindestens 25 Meter hoch werden. Die aktuellen Planungen sehen den Baubeginn für 2021 vor, die Kosten sind noch völlig unklar. Und wie sehen Sie das?

Isabel Lauer, Illustration: Stadt Nürnberg

Neuer Konzertsaal: Passt der Standort?

Max-Morlock-Stadion: Kommt das Geld zusammen?

Am Freitag freute sich die Consorsbank in einer Pressemitteilung darüber, dass die Zehn-Prozent-Marke geknackt sei. Von den 800.000 Euro, die die Fans für die Umbenennung der Club-Spielstätte in Max-Morlock-Stadion springen lassen müssen, sind demnach bereits 80.000 Euro zusammengekommen. Jetzt am Sonntagnachmittag lag die Summe schon bei fast 95.000 Euro.

„Noch ist es ein langer Weg zur Zielerreichung“, schreiben die Verantwortlichen der Crowdfunding-Kampagne „Maxgemeinsam“ (Foto: Sportfoto Zink) jedoch selbst in ihrer Mitteilung. Rund 700.000 Euro fehlen noch, damit der Traum der Fans des 1.FC Nürnberg Wirklichkeit werden kann und das Stadion nach Club-Rekordspieler Morlock, dem Weltmeister von 1954, benannt werden kann. Skeptiker meinen, dass die Bank die Trauben zu hoch gehängt hat und die Initiative scheitert. Andere vertrauen darauf, dass die Fans fleißig genug spenden werden und es am Ende klappen wird. Manche sind auch der Meinung, dass das Geldinstitut einen „Joker“ in der Hinterhand hat und am Ende in irgendeiner Form dafür sorgen wird, dass die Marke 800.000 erreicht wird.

Marco Puschner

Max-Morlock-Stadion: Kommt das Geld zusammen?

  • Nein (86%, 19 Stimmen)
  • Ja (14%, 3 Stimmen)

Wähler insgesamt: 22

Der arme Markus!

Finanzminister Markus Söder hat derzeit richtig Pech. Obwohl er für die CSU bei schwierigen Sachverhalten ständig den Kopf hinhält, will Ministerpräsident Horst Seehofer einfach nicht weichen und spielt auf Zeit: Die CSU-Liste für die Bundestagswahl soll erst im Mai beschlossen werden und wer auf Platz 1 steht und nach Berlin geht, der darf auch von Seehofers Gnaden Parteivorsitzender werden. Das ist nicht Söders Ding.

Die Oberbayern halten derzeit fest zusammen. Söder wird von Münchner Zeitungen abgewatscht, weil er es wagt, eine kleine Dependance des Deutschen Museums in Nürnberg aufzumachen, und rund 200 Arbeitsplätze des Gesundheitsministeriums aus der Landeshauptstadt an die Pegnitz verlegt werden. Teile und herrsche ist nicht die Sache der Münchner. Sie bevorzugen das Herrschen über Altbayern, Schwaben und Franken.

Söder bekommt jetzt auch noch Ärger mit den Grünen und der SPD, die eine große süddeutsche Zeitung benutzen, und dem Finanzminister intransparentes Geldausgeben im Rahmen der Staatlichen Schlösser- und Burgenverwaltung vorzuwerfen. Das Beispiel ist natürlich die Kaiserburg in Nürnberg.

Es ist fast grotesk, dass nach Jahrzehnten der systematischen Vernachlässigung der Kaiserburg durch den Freistaat gerade hier ein Exempel statuiert werden soll: Als die Schlösser in Oberbayern mit vielen Millionen herausgeputzt wurden, war keine Kritik von südlich der Donau zu vernehmen. Hier bekommt man fast Mitleid mit Söder. Vielleicht hat er aber auch langsam genug von politischen Feinden wie Freunden. Viel Feind, viel Ehr‘, auch das gilt nicht mehr

Beim Ball der Union am vergangenen Samstag hat der CSU-Platzhirsch eine der unpolitischsten Begrüßungsreden gehalten. Es gab kaum ein Werben von Söder für die lokalen Kandidaten zur Bundestagswahl. Kein Appell an die Ballbesucher, die CSU im September bei der angeblichen Richtungswahl zu unterstützen. Manch einer hat gemunkelt, dass ein nicht allzu gutes Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl Söder in die Karten spielt: dann ist Seehofer nämlich weg und aus einer erneuten Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten bei der Landtagswahl 2018 wird nichts mehr. Doch das ist eine geradezu teuflische Spekulation.

Allerdings haben sich die CSU-ler in Oberbayern bei der Landtagswahl mit dem Spitzenkandidaten Günther Beckstein auch sehr zurückgehalten und ihn sehr schwach unterstützt. Beckstein-Plakate waren eine Rarität.

Söder weiß, dass die Zeit gegen ihn arbeitet. Ein Putsch geht nicht. Im Grunde kann er sowohl als Parteichef und als Ministerpräsident nur antreten, wenn Seehofer ihn lässt. Doch derzeit hat es den Anschein als ob der amtierende Ministerpräsident so lange weitermacht, bis er einen Oberbayern oder Niederbayern installieren kann.

Dieses Hinhalten hat zur Folge, dass Söder bei fast jeder Ortsverbandsversammlung im CSU-Bezirk Nürnberg, Fürth, Schwabach auftaucht und sich in den Vordergrund spielt. Etliche ächzen schon unter so viel Fürsorge. Dabei sind es nur Übersprungshandlungen.
André Fischer