Zu viel Polizei im Stadion?

Der Profifußball ist bekanntlich ein Millionengeschäft. Und ein Geschäftsmodell, das gut bewacht wird. Denn starke Polizeikräfte an jedem Spieltag im Umfeld der Stadien gehören längst zum gewohnten Bild auch in Franken. Die Landtags-Grünen, etliche Fußballvereine und auch die Fan-Hilfen wollen dies geändert sehen – und haben jetzt die Forderung nach weniger Polizei beim Fußball erhoben (die NZ berichtete).

Das Kernargument dieses Vorstoßes besteht in einem Vergleich zwischen Fußball und Oktoberfest. Während der „Wiesn kämen alle Jahre wieder weit mehr Menschen je 100000 Besucher durch Verletzungen zu Schaden als in den Profifußball-Stadien. Dies zeige, dass das Polizeiaufgebot rund um die Fußballstadien viel zu groß geworden sei.

Kritiker halten dem entgegen, es sei gerade der ständigen Polizeipräsenz zu verdanken, dass gewaltaffine Fußballanhänger in den Stadien sowie in deren Umfeld im Zaum gehalten würden. Eine deutliche Reduzierung der Einsatzkräfte würde alsbald dazu führen, dass der verbal-aggressive Schlagabtausch verfeindeter Ultra-Gruppierungen durch eine zunehmende Zahl von (Massen-)Schlägereien abgelöst würde.

Tilmann Grewe

Zu viel Polizei in den Fußballstadien?

Skandale: Ist Olympia noch attraktiv?

Wenn der olympische Gedanke noch nicht tot ist, so kränkelt er zumindest chronisch. Nicht erst jetzt, wenige Tage vor Beginn der Winterspiele in Südkorea, mehren sich wieder die ablehnenden Stimmen. Olympia – ist das eigentlich etwas anderes als eine Dauerwerbesendung und ein Konjunkturprogramm für die Baubranche? Und sollte das Publikum nicht besser ins örtliche Stadttheater gehen, wenn es eine Tragikomödie über Betrug und Bestechlichkeit des Menschen sehen will?

Nach den dopingverseuchten Radrennen und der ins Zwielicht geratenen Fifa hat mittlerweile auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Ansehen schwer gelitten. Es bekommt die Doping-Probleme nicht in den Griff, im Gegenteil. Der Umgang mit betroffenen Teilnehmern aus Russland war halbherzig, jetzt hebeln auch noch Sportrichter verhängte Sperren wieder aus. Skirennfahrer Felix Neureuther tat am Wochenende in einem Interview nicht als Erster sein Unbehagen kund. Der Glanz der Medaillen verblasse, kritisiert er, weil das Programm aufgebläht und kommerziell sei. Die Athleten selbst müssten endlich protestieren.

Was gibt es überhaupt noch Gutes über Olympia zu sagen, von der Traditionswahrung abgesehen? Vielleicht dass der Sport in einer mehr denn je zerstrittenen Welt eines der letzten Instrumente für Völkerverständigung darstellen kann – gerade im Fall der beiden Koreas? Oder der Bildungsaspekt. Als Zuschauer kann man abwegige Sportarten entdecken, atemberaubende Spitzenleistungen sauberer Athleten bewundern, von denen sich zu Hause auf dem Sofa nur träumen lässt. Olympia war immer auch Unterhaltung und Emotion. (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Isabel Lauer

Skandale: Ist Olympia noch attraktiv?