Hat Nürnberg ein Fluglärm-Problem?

Ein Flughafen ohne Lärm? Sowas gibt es nicht. Vor allem dann nicht, wenn der Airport so nah an Wohngebieten liegt wie in Nürnberg. Obendrein heben die Maschinen  mitten in einem Gemüseanbaugebiet ab, nämlich dem Knoblauchsland. Und nun scheint es auch noch, als würde der Albrecht-Dürer-Airport immer lauter werden. Das lässt sich zumindest aus den Beschwerden über Fluglärm herauslesen. Deren Anzahl ist im Vergleich zum vergangenen Jahr auf mehr als das Doppelte gestiegen: von 80 auf 167 jeweils im ersten Halbjahr.

Interessant dabei: Deutlich über die Hälfte aller Beschwerden stammen von nur drei Bürgern – und die sind erst vor kurzem näher an den Flughafen (Foto: dpa) gezogen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt – siehe Gustavstraße in Fürth. Insgesamt waren es in diesem Jahr im Vergleichszeitraum fünf Beschwerdeführer mehr (40 statt 35). 105 Beschwerden gingen zum Flugbetrieb tagsüber ein – das heißt zwischen 6 und 22 Uhr -, 62 Beschwerden zum Flugbetrieb in der Nacht (22 bis 6 Uhr).

Nachts gibt es am Nürnberger Flughafen eine Flugbeschränkung: Starten und landen dürfen nur Flugzeuge, die auf der seit 1994 existierenden „Bonusliste“ des Bundesverkehrsministeriums stehen. Flughäfen können Maschinen, die nicht auf dieser Liste stehen, nachts die Landung untersagen. Und selbst bei Maschinen von dieser Liste werden – zeitlich gestaffelt – Zuschläge bis zu 500 Prozent verlangt. Je später ein Flugzeug landen will, desto teurer wird es. Doch natürlch sind auch die nachts zugelassenen Maschinen nicht wirklich leise. Dazu kommt: Was als laut oder leise empfunden wird, ist völlig subjektiv. weiter lesen

Eventpalast: Was kommt da auf die Anwohner zu?

eventpalastDen Fluglärm müssen sie eh schon erdulden, jetzt befürchten die Anwohner in Almoshof und Lohe, dass sie künftig auch noch ständig Partylärm hören müssen. Warum? Weil die Eventagentur werk:b einen ganzjährigen „Eventpalast“ plant. Und weil eine andere Tageszeitung einen Artikel geschrieben hat, der den Eventpalast als lärmendes Monstrum erscheinen lässt. Bei einer Informationsveranstaltung bemühten sich die Veranstalter, Verantwortliche der Stadt und des Flughafens nun um einen echten Dialog mit den Bürgern. Keine Halligalli-Vollgas-Feiern, dafür viele Messen, Konferenzen und Ausstellungen – so stellen sich die Veranstalter ihr Projekt zumindest vor. Nur ab und zu soll das geplante Edelzelt (auf dem Foto sieht man schon mal, wie werk:b es sich vorstellt), das fünf Jahre lang am Flughafen bleiben soll, wirklich maximal ausgelastet werden. Maximal, das heißt mit 2500 Menschen. Sollten sich die Anwohner gestört fühlen, dürfen sie sich – wie zu WM-Zeiten auch – jederzeit an eine Beschwerde-Hotline wenden. Damit es gar nicht so weit kommt, will werk:b dafür sorgen, dass auf die Anwohner möglichst wenig Probleme zukommen. Günstige Parkmöglichkeiten sollen etwa verhindern, dass Gäste der Veranstaltungen ihre Autos irgendwo im Acker abstellen.

„In Nürnberg braucht es eine Veranstaltungsfläche in dieser Größe“, sagt Christian Kohlert von werk:b. Gibt es sie nicht, so könne es passieren, dass Veranstalter in andere Städte ausweichen. Welche Folgen das für die Anwohner tatsächlich hat, muss sich erst noch zeigen. Fürs erste zeigten sie sich nach der Informationsveranstaltung erst einmal beruhigt. Wie aber sehen Sie das? Was muss beim Bau des Edelzeltes unbedingt beachtet werden, um die Feierei für alle Seiten möglichst angenehm zu gestalten?

Julia Vogl