Stadtbibliothek – wird sie jetzt zu teuer?

Die Nürnberger Stadtbibliothek ist seit der Eröffnung ihrer neuen Zentrale 2012 mit ihren Angeboten in vielfacher Hinsicht am Puls der Zeit. Eine hübsche Innovation muss sie jetzt leider zurückziehen. Nach fünf Jahren kassiert der Stadtrat die kostenlose Erstausleihe wieder. Ab 2018 bezahlen volljährige Nutzer jährlich 15 Euro, mit Ermäßigung 7,50 Euro. Diese kulturpolitische Kehrtwende ist der Haushaltssanierung geschuldet.

Die Gebühr ist nicht sonderlich hoch. Kinder und Jugendliche können weiterhin gratis ausleihen. Doch auch bei den übrigen Dienstleistungen – Kopieren, Verlängern, verspätete Rücknahme – zog die Bibliothek zuletzt die Preisschraube an und gibt nicht mehr nach. Wer nur selten kommt, wird da eher fernbleiben oder sich nach dem Kosten-Nutzen- Vergleich ein Medium gleich selbst kaufen. Bildungsfernere Leute, die im Fokus der kommunalen Leseförderung und Kulturvermittlung stehen, können sich durch Mitgliedsbeiträge wiederum leicht grundsätzlich abgeschreckt fühlen.

Isabel Lauer

Stadtbibliothek - wird sie jetzt zu teuer?

Radschnellwege – eine gute Idee?

Im Großraum Nürnberg könnte es künftig Radschnellwege geben. Zumindest empfehlen es drei Planungsbüros in einer Machbarkeitsstudie. Diese Woche wurden die Ergebnisse vorgestellt. Sieben Strecken haben die Experten genau untersucht. Ob alle gebaut werden, ist noch offen. Die Zuständigkeiten sowie die Finanzierung wären noch zu klären. Die Stadt Nürnberg verspricht sich einiges von den Radschnellwegen und zeigt sich zuversichtlich, dass die Bürger sie annehmen, auch, weil immer mehr von ihnen E-Bikes und Pedelecs nutzen.

Doch ob die Menschen tatsächlich diesen Schritt tun, ist ungewiss. Hinzu kommt, dass die Strecken einiges kosten. Sollten alle sieben Routen gebaut werden, würden rund 150 Millionen Euro dafür anfallen, hieß es bei der Vorstellung der Studie.

Doch die Schätzung von heute bedeutet nicht immer die Realität von morgen: Es ist anzunehmen, dass die Kosten eher noch steigen – für die Baumaßnahmen und für die Grundstücke, die den Besitzern abgekauft werden müssten, um dort die Strecken zu legen. Auch wenn es Förderungen für den Bau möglich wären, wird das Vorhaben die Stadt etwas kosten. Um den Verkehr zu entlasten und die Umwelt zu schützen, könnte die Stadt dieses Geld stattdessen für den weiteren Ausbau der Radwege innerhalb der Stadt oder für die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Radschnellwege – Eine gute Idee?